Direkt zum Inhalt Direkt zur Hauptnavigation

Onlinekatalog (Laufende Auktion)

 
LosArt. Nr.BeschreibungZuschlagAusrufZuschlag / AusrufZuschlag / KaufpreisMein GebotSchätzpreisKaufpreis

eLive Auction Literatur 2025 - Tag 1 (Lose 6001 - 6706)  -  09.04.2025 13:00
Monographien, Sammelwerke und Aufsätze: Allgemeine Numismatik und Antike

Seite 2 von 15 (706 Ergebnisse total)
Los 6051
SCHRÖTTER, F. Freiherr von (Hrsg.).

Wörterbuch der Münzkunde. 2. unveränderte Auflage Berlin 1970 der Erstausgabe Berlin/Leipzig 1930. XVI, 777 S., 28 Tfn. Orig.-Ganzleineneinband. 1516 Gramm.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ALLGEMEINE NUMISMATIK
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6052
SCHULTHESS-RECHBERG, K. G. von.

Thaler-Cabinet. Beschreibung aller bekannt gewordenen Thaler, worin auch alle in Madai's Thaler-Cabinet beschriebenen Stücke aufgenommen wurden. Einheitlich gebundenes Set aus den Bänden 1 und 2, beinhaltend: Erster Band: Kaiser und Könige. Wien 1840. XII, 788, 2 unpaginierte S. Zweiter Band, Erste Abtheilung: Päpste und Erzbischöfe. Wien 1845. 378 S. Letzterem beigebunden: Zweiter Band, Zweite Abtheilung: Bischöfe, Ordensmeister, Aebte, Pröpste und Aebtissinnen. Wien 1846. 398 S. Leitzmann S. 127. Halbledereinbände im Groß-Oktavformat, wohl des dritten Jahrfünfts des 19. Jahrhunderts, mit Eckbezügen, goldgeprägtem Rückenschild und Rotschnitt. Die Deckel außen bezogen mit dunkelgrün gefasstem Papier. Die Buchdecken leicht berieben. 3599 Gramm. (2)

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ALLGEMEINE NUMISMATIK
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6053
SCHMIEDER, C.C.

Handwörterbuch der gesammten Münzkunde, für Münzliebhaber und Geschäftsleute. Halle und Berlin (Hallisches Waisenhaus) 1811. VIII, 488 S. Beigebunden: DERS. Nachtrag zu dem Handwörterbuch der gesammten Münzkunde, für Münzliebhaber und Geschäftsleute. Halle und Berlin (Hallisches Waisenhaus) 1815. IV, 192 S. Leitzmann S. 125. Halbleineneinband um 1900, mit goldgeprägtem Rücken, die Deckel außen bezogen mit Gustavmarmorpapier, Rauhschnitt. 653 Gramm.

Auf dem Spiegel des Vorderdeckels das Exlibris für Hasso Schwänke.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ALLGEMEINE NUMISMATIK
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6054
SCHÜBLER, J.J.

Nützliche Vorstellung, Wie man, auf eine überaus vortheilhaffte Weise, Bequeme Repositoria, compendiose Comptoirs und neu-façonirte Medaillen-Schräncke In den Studier- und Kauffmanns-Stuben: auch Raritäten- und Naturalien-Kammern ordinieren kan; Daß man dabey nicht nur eine zierliche äusserlichen Figur / nach den gustuosen Regeln der Architektur; sondern auch eine solche innerliche Structur erlanget, daß man, durch Hülffe der Bewegungs-Kunst, viele Sachen in einem kleinen Behältnis in einer guten Symmetrie begreifft. Allen curiosen Liebhabern mathematischer Erfindungen zu Dienst; vornehmlich aber den geschickten Tischlern, welchen die diese applicirte innerliche und äusserliche Möghlichkeit zu bewerckstelligen aufgetragen wird, Mit nöthigen geometrischen Grund-Rissen / orthographischen Aufzügen, Profilen und genugsamen Erklärungen versehen, und auf sothane wohl-begreiffliche Art inventirt und gezeichnet. Nürnberg (Johann Christoph Weigels Witwe) 1730. 52 S. 20 Tfn. mit Darstellen von Kabinettschränken und deren konstruktiver Pläne. Halbledereinband, wohl des 18. Jahrhunderts, die Deckel außen mit Steinmarmorpapier bezogen. Die Buchdecke berieben. 462 Gramm.

Hochinteressantes und sehr seltenes illustriertes Werk des Zeichners und Baumeisters Johann Jacob Schübler (getauft 1689 in Nürnberg, † 1741 ebendort) mit Entwürfen und Konstruktionsplänen für Schränke zur Aufbewahrung von Sammlungsgegenständen, auch von Büchern, explizit ebenfalls von Münzen und Medaillen.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ALLGEMEINE NUMISMATIK
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6055
SCHULTZ, E.C.

Beschreibung verschiedener Seltenheiten der Natur, der Kunst u. des Alterthums, welche dem Moversschen Cabinet zu Hamburg einige Aufmerksamkeit und Betrachtung verdienen, in zween Theilen verfertigt und herausgegeben von einem Freunde der Natur-Historie. Hamburg [gemäß des datierten Vorworts 1770]. Frontispiz (gestochene Münztafel) 16, 214 S., 1 Blatt. Beide Teile sind in einem Band vereint. Mit bräunlichem Papier bezogener Pappband der Zeit mit 5 Bünden und dreiseitigem Goldschnitt. Die Buchdecke etwas berieben, der Buchblock etwas wasserfleckig. 220 Gramm.

Peter Johann Movers (* 1695 in Lüneburg, † 1769 in Hamburg) war ein Hamburger Kaufmann, der mit 'Spezerey-Material- und Doguerey-Waaren' handelte (Johann Heinrich Zedler [hier anonym], Jetztlebende Kauffmannschafft in und ausser Deutschland, Erster Versuch. Leipzig 1743, S. 69). Er erlangte in Hamburg seit 1723 diverse öffentliche Ämter, darunter jene des Steuereinnehmers (Akzisemeisters) für diverse Ressorts. 1745 zählte er zum Kreis der Kämmereibürger, 1747 übernahm er insbesondere Funktionen und Aufgaben in der Vertreterschaft der Hamburgischen protestantischen Kirchengemeinden, 1743 als Jurat, 1748 als Diakon. 1759 erfolgte seine Aufnahme in das Kollegium der Oberalten, 1760 wurde er Vorsteher der Kirchengemeinde St. Gertrud und Leichnamsgeschworener. Schließlich bekam er 1760 das Amt des Präses der Kirchengemeinden zugesprochen.
Movers' hinterlassene umfangreiche thematisch weit gestreute Sammlung von geologischen, paläontologischen und zoologischen Objekten, Kunstgegenständen und Antiquitäten, Münzen und Medaillen katalogisierte der promovierte Jurist Ernst Christoph Schultz (* 1740 in Königsberg, † 1810 in Hamburg), der intensiv auch seinen eigenen naturkundlichen Interessen nachging und selbst eine nicht unbedeutende Sammlung von einschlägigen Objekten und Präparaten aufgebaut hatte. Er war 1759 in die Hansestadt übergesiedelt, nachdem er infolge des großen Brandes in Königsberg empfindliche materielle Verluste erlitten hatte, darunter auch seine Kollektion von Naturalien, doch gelang es ihm eine solche wieder zusammenzustellen.
Der Katalog der Sammlung Movers präsentiert ein breites Assortiment von Objekten, in einer Artenvielfalt, wie sie schon in den fürstlichen Kunst- und Wunderkammern des 16. und 17. Jahrhunderts existierte, freilich vielfach nicht in der Kostbarkeit der zusammengetragenen Einzelstücke. Im Ersten Teil sind die Naturalia beschrieben: Mineralien, pflanzliche und tierische Belegstücke und Präparate. Der Zweiten Teil beinhaltet verschiedenste Gruppen von Artefakten: physikalische und chemische Instrumente, Waffen, völkerkundliche Gegenstände und Bekleidung, Objekte verschiedenster Art aus dem Bereich der Kunst und des Kunsthandwerks, darunter auch Bilder und Gemälde, geschnittene polierte und unbearbeitete Schmucksteine, eine kleine Gruppe archäologischer Objekte und nicht zuletzt eine Sammlung von 580 Münzen des antiken Roms, sowie mehr als 600 mittelalterlicher und neuzeitlicher Münzen und Medaillen. Die Sammlungskästen und Möbel dieses Kabinetts sind am Schluss des Katalogs verzeichnet.
Gemäß des Nachworts ist der Katalog im Auftrag der Movers'schen Erben erstellt worden als Dokumentation der Sammlung und zugleich als Informationsquelle für Kaufinteressenten, denen damit über einen Kommissionär die Möglichkeit eröffnet wurde, das Kabinett vollständig zu erwerben, oder bei fehlenden Interesse am Ganzen, daraus die durch den Katalog festgeschriebenen Partien (den sogenannten Teilen oder Abteilungen) zu erstehen. Für den Fall, dass dafür keine realistischen Kaufangebote vorlägen, war geplant, sämtliche respektive die verbliebenen Partien nach den im Katalog verzeichneten Positionen im Rahmen einer auf den 6. August 1770 und folgende festgesetzten öffentlichen Versteigerung aufzulösen. Letztere im letzten Absatz des Nachworts formulierte Option ist mittels mehrerer Federkielstriche in Galltinte alt gelöscht worden. Die Nichtigmachung jener Notiz wird wohl durch folgenden ebenfalls in Galltinte notierten Eintrag erklärt: Mit [...] dieses Cabinets [...] am 17 September dieses Jahres g. G. [d. h.: gegen Gebot] der Anfang gemacht worden.

Auf dem Spiegel des Vorderdeckels Exlibris für Hasso Schwänke.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ALLGEMEINE NUMISMATIK
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6056
SERRURE, C.P.

Notice sur le cabinet monétaire de S. A. le prince de Ligne, d'Amblise et d'Epinoy: [...] gauloises; mérovingiennes; carlovingiennes; premiers temps féodaux; duché de Brabant. 2. Ausgabe, Gent 1880. 10 unpaginierte S. inklusive Frontipizblatt, LXXX, 365, 3 unpaginierte S., 3 Münz-Tfn., 1 Wappen-Tf. Die Deckblätter der Orig.-Broschur mit eingebunden. Ganzleineneinband, wohl des letzten Drittels des 20. Jahrhunderts, mit goldgeprägtem Rückenschild und Kopfblauschnitt. 570 Gramm.

Eugène (François Charles Lamoral), Fürst von Ligne, Fürst von Amblise und Epinoy, Grande von Spanien (* 1804 in Brüssel, † 1880 ebendort) war von 1842 bis 1848 bevollmächtigter Minister des belgischen Königs am französischen Hof, 1851 Mitglied im Oberhaus des belgischen Parlaments und von 1852 bis 1879 Präsident jener Kammer des auf föderaler Ebene bestehenden gesetzgebenden Staatsorgans. Beim Aufbau seiner numismatischen Sammlung fokussierte er sich auf die Münzgeschichte Belgiens von der Antike bis in die frühe Neuzeit. Der Jurist, Historiker, Archivar und Hochschullehrer Constant Philippe Serrure (* 1805 in Antwerpen, Belgien, † 1872 in Moortsele, Ostflandern, Belgien) erstellte einen 1848 publizierten Katalog dieser Kollektion. Zu Beginn jene 441 Seiten starken Ausgabe steht eine Einleitung im Umfang von 90 Seiten, die vornehmlich eine historische Darstellung des Münzensammelns in Belgien enthält. Darauf folgt der Katalog der Kollektion de Ligne, mit Beschreibungen der Münzen Herzogtums Brabant sowie der Grafschaft Flandern, Hainaut und Namur, verknüpft mit Listen der Herrscher und einigen historischen oder numismatischen Anmerkungen, Den Schluss dieses Werks bilden einige Anhänge, darunter einer Aufstellung der von Hubert Goltzius bereits im 16./17. Jahrhundert konsultierten europäischen Sammlungen.
Die Bearbeitung der vorliegenden, im Jahre 1880 verausgabten 'Deuxième Edition' hatte ebenfalls Constant Philippe Serrure übernommen. Diese Ausgabe gelangte freilich erst etliche Jahre nach dem Ableben des Autors in Druck. Sie ist jedoch keineswegs als eine Neuauflage der Erstausgabe zu verstehen, sondern als deren Ergänzung. Auf die überarbeitete Einleitung folgen größtenteils andere numismatische Gebiete der Sammlung de Ligne. Zunächst gibt es eine Aufstellung der keltischen Münzen der 'Epoche gauloise' aus dieser Sammlung, sodann folgen die römischen und fränkischen Prägungen sowie jene der karolingischen und frühen feudalen Zeitabschnitte und schließlich die Münzen von Brabant und Limburg.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ALLGEMEINE NUMISMATIK
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6057
SEYLER, G.D./BRACKENHAUSEN, J.J.

George Daniel Seylers ... Historische Nachricht Von Wahrsagenden Müntzen oder Derselben Vorbedeutungen Nebst accuraten Abrissen. Welcher wegen Gleichheit der Materie beygefüget ist Jo. Jac. Brackenhausen, JCti Elb. Kurtz-gefaßte Nachricht Von denen Wahrsagenden Bilder Säulen oder Statuen. Frankfurt/Leipzig (Knochischer Buchladen) 1733. 4 unpaginierte, 44 S., Kopfvignette, 11 Kupferstiche mit Abb. von Münzen im Text. Dekesel-Dekesel-De Ruyck S341. Pappband im Oktavformat, um 1800, die Buchdecke ist außen mit Rieselmarmorpapier bezogen, das stellenweise infolge Gebrauchs einige Läsionen aufweist. Die beiden Blätter mit den Textseiten 41-44 des Brackenhausen'schen Beitrags fehlen hier im Original, doch ist diese Lücke später gefüllt worden durch eine buchbinderisch solide Einfügung von entsprechenden Kopien. 124 Gramm.

Während Seyler ausschließlich Münzen des 16. und 17. Jahrhunderts aus den deutschen Landen sowie Frankreichs und Englands vorstellt und bespricht, diskutiert Brackenhausen die Überlieferung antiker Schriftsteller zu diesbezüglichen Standbildern des Altertums.

Auf dem Spiegel des Vorderdeckels das Exlibris für Hasso Schwänke sowie ein kleines Exlibris mit der vierzeiligen Aufschrift Ad Bibliothecam / JOHANNIS PETRI JOBI / HERMES / TREVERI. Auf der Titelseite der handschriftliche Eintrag Bibl. publ. civ. Trier. Ex dono Dni Hermes / 1829. [d. h. Öffentliche Bibliothek der Stadt Trier. Aus der Gabe des Herrn Hermes]. Johann Peter Job Hermes (* 1765 in Trier, † 1833 ebendort), Spross einer eingesessenen wohlhabenden Trierer Patrizierfamilie, studierte Rechtswissenschaften in Trier und Mainz. In seiner Heimatstadt erhielt er 1788 einen Posten als Schöffe am Hochgericht. Als 1794 die französischen Revolutionstruppen anrückten, floh er nach Frankfurt am Main, doch kehrte er nach einigen Monaten Aufenthalt von dort aus im folgenden Jahr in seine Heimatstadt zurück, wo er im April als Richter am Kriminalgericht eingesetzt wurde. Später übernahm er die Stelle des Gerichtspräsidenten. Im Laufe seines Lebens hatte er eine umfangreiche Sammlung von Gemälden, Antiquitäten von mehr als 150 Handschriften sowie eine rund 22.000 Bände umfassende Privatbibliothek zusammengebracht. Seine Kunstwerke und kunstgewerblichen Objekte, die er 1830/1831 der Stadt Trier übertrug, bildeten den Grundstock der öffentlichen städtischen Kunstsammlung (Kentenich, Joh. Peter Job Hermes und seine Kunstsammlungen, in: Trierische Chronik Band 13, 1917, S. 83-87). Seine Privatbibliothek einschließlich der Manuskripte erhielt die Städtische Öffentliche Bibliothek (Guido Groß, Die Bibliothek des Sammlers Johann Peter Job Hermes, in: Gunther Franz [Hrsg.], Aufklärung und Tradition. Kurfürstentum und Stadt Trier im 18. Jahrhundert, Trier 1988, S. 156-159). 1830 übergab er der Stadt nicht weniger als 17.300 Bände, bis 1832 folgten weitere 4.700. Bereits einige Jahre früher hatte Hermes zumindest das eine oder andere Exemplar seiner Bücherschätze bereits früher der Stadt überlassen, so 1827 ein in die Jahre um 1500 zu datierendes handschriftliches Erbauungsbuch (Betty C. Bushey, Die deutschen und niederländischen Handschriften der Stadtbibliothek Trier bis 1600, Wiesbaden 1996, S. 44, Inv. Hs 625/1525 8°), aber auch die hier offerierte Druckschrift, von der sich der Gönner 1829 getrennt hat.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ALLGEMEINE NUMISMATIK
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6058
STRADA, J. DE.

Kunstliche und aigendtliche bildtnussen der Rhömischen Keyseren / ihrer weybern und kindern / auch anderer verrümpten personen / wie die auff alten pfennigen erfunden sind / sampt ainer kurtzen beschreybung ihres härkommens / läbens und abschaids / auß den aller bewärtesten geschichtsschreybern allenthalben zusamen getragen / auß dem Latin jet neüwlich vertheutst durch Diethelm Kellern burger zu Zürich. Zürich (Andreas Geßner) 1558. 16 unpaginierte, 703 S., 17 unpaginierte S., etliche Holzschnitt-Abb. im Text. Dekesel S 73; Lipsius S. 207 (aufgeführt unter [dem Übersetzer] Diethelm Keller). Ganzledereinband der Zeit im Oktavformat, mit drei Bünden, üppiger, in Rollstempelprägung erzeugter figuraler und ornamentaler Dekoration der Deckel. Die Buchdecke weist stärkere Gebrauchsspuren und einige Substanzverluste des ledernen Bezugs auf, insbesondere im Bereich des Rückens. So fehlt auch das Rückenschild, ebenso das Schließbänderpaar, lediglich von dem lediglich die zugehörigen Beschläge an den Deckelkanten vorhanden sind. 789 Gramm.

Erste in Deutsch abgefasste Ausgabe des von dem Gelehrten, Antiquar, Goldschmied, Baumeister, Maler und Kunstsammler Jacopo de Strada (* 1507 in Mantua, † 1588 in Prag oder Wien) verfassten Werks 'Epitome thesauri antiquitatum', das 1557 in Zürich verlegt worden ist. Die in lateinischer Sprache herausgegebenen Ausgaben von 1553 (erschienen 1553 in Lyon) und 1557 (erschienen in Zürich) enthalten erheblich weniger Abbildungen von Porträtmedaillons von Persönlichkeiten und Kaisern aus der Zeit von der Römischen Republik bis in die Zeit Karls V., deren Vorlagen zum Teil Münzen und Medaillen aus De Stradas numismatischer Sammlung beigesteuert haben. Diese Holzschnitte von Münzen sowie diverser Phantasieschöpfungen dienten zur Illustrierung der literarisch-historischen Darstellung der Kaisergeschichte.

Auf dem Spiegel des Vorderdeckels eine undeutliche wohl im späten 19. oder frühen 20. Jahrhundert aufgebrachte Besitzerstempelung sowie das Exlibris für Hasso Schwänke. Recto und verso auf dem vorderen Vorsatzblatt und ebenfalls auf dem Spiegel des Rückdeckels diverse Einträge unterschiedlicher Zeit und Urheber.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ALLGEMEINE NUMISMATIK
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6059
STRADA VON ROSBERG, O. DE.

Genealogia et Series Serenißimorum & Potentißimorum Austriae Ducum, Regum, et Imperatorum: Eorumque illistriss. Coniugum, et Liberorum utriusque sexus a Rudolpho Habsburgensi Imperatore ad Inuictissimum Ferdinandum II Rom. Imper. semper Augustum, &c. Frankfurt/Main (Eberhard Kiefer und Caspar Röteli) 1629. 514, 8 unpaginierte S., zahlreiche Abb. Dekesel S 231. Vorgebunden: Das Titelblatt der ansonsten weitestgehend unveränderten Ausgabe Leiden ([Cornelis, Jacob und Petrus] Hack) 1664 (Dekesel S 232). Halbleineneinband im Quartformat, wohl um 1900, mit goldgeprägtem Rücken. Die Buchdecke etwas berieben. 1355 Gramm.

Das vorliegende Werk stellt einen späteren Ausläufer aus der Gruppe der sogenannten 'ikonographischen Münzbücher' dar. Seit dem zweiten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts veröffentlichten verschiedene Autoren und Verlage Werke, die einen von der römischen Antike bis in die damalige Gegenwart reichenden historischen und biographischen Überblick über die Abfolge der römischen und byzantinischen Kaiser, den Karolingern bis zu den Kaisern des Heiligen Reiches Deutscher Nation beinhalteten, wobei manche dieser Veröffentlichungen auch die Abfolge mancher Herrscher anderer Staaten mit einbezogen. Die in solchen Druckwerken besprochenen Personen wurden im Text möglichst mit einem oder mehreren Holzschnitten ihrer Porträts ausgestattet, meist in Form medaillonförmiger Darstellungen, deren Vorlagen von Münzen stammten oder auch von Phantasieschöpfungen antiker Münzen, die seit der Renaissance produziert worden sind ('Paduaner'). Soweit nicht auf solche Belege zurückgegriffen werden konnte (z. B. bei bestimmten Herrschern des Frühmittelalters), kamen mitunter auch frei erfundene Konterfeits in Medaillonform zum Einsatz. Von den Münzvorlagen wählte man anfangs größtenteils nur die Porträtseiten zur Illustration solcher Bücher, später dokumentierte man nicht allein die Kopfseite, sondern fügte dieser auch ein Reversbild hinzu, wobei so nicht immer faktisch zusammengehörige Motivkombinationen zustande kamen.
Das hier zur Versteigerung gelangende Werk ist zurückzuführen auf das von Jacopo Strada (* 1507 in Mantua, † 1588 in Prag) initiierte ikonographische Münzbuch 'Imperatorum romanorum omnium orientalum et occidentalium verissime imagines ex antiquis numismatis quam fidelissime delinatae. [...]', das 1559 in Zürich herausgegeben worden war (Dekesel S. 74). Es folgte auf die in ähnlicher Manier angelegte 'Eptitome thesauri antiquitatum [...]', die erstmals 1553 in Lyon sowohl in einer lateinischen (Dekesel S. 70) als auch in einer französischsprachigen Ausgabe (Dekesel S. 71) erschienen und wenige Jahre später abermals verlegt worden war, nun in einer 1557 verausgabten Neuausgabe der Fassung in Latein (Dekesel S. 72) und 1558 in der von Dietrich Keller besorgten deutschen Übersetzung (Dekesel S. 73), die beiden letzteren ohne Nennung des ursprünglichen Urhebers. Strada lebte bereits in den vierziger Jahren des 16. Jahrhunderts in Süddeutschland, ehelichte 1544 die aus einem fränkischen Adelsgeschlecht stammende Baroness Otilie Schenk von Rosberg († 1578) und bekam 1549 das Bürgerrecht der Reichsstadt Nürnberg zugesprochen (Hilda Lietzmann, Der kaiserliche Antiquar Jacopo Strada und Kurfürst August von Sachsen. In: Zeitschrift für Kunstgeschichte. 60 (1997), S. S. 377-400, hier Anm. 4). In jenen Jahren war Jacopo bereits auch als Antiquar, Agent und Kunsthändler für den begüterten Augsburger Kaufmann Jakob Fugger tätig, der ihn Jahre zuvor in Italien kennen- und schätzen gelernt hatte. Jacopos profunden Kenntnisse in der Architektur, Kunst und Geschichte, sein Geschäftssinn sowie seine persönlichen Verbindungen, verknüpft mit einer Bereitschaft zum Reisen, eröffneten ihm viele berufliche Chancen. Er war eine umtriebige und multitalentierte Unternehmerpersönlichkeit, die seine bis in höchste Adelskreise hineinreichende Kundschaft nicht nur mit Antiken belieferte, sondern auch als Goldschmied, Architekt und Raumgestalter dienlich war. Nach mehrjährigem Aufenthalt in Italien ließ sich Strada 1558 in Wien nieder, ließ dort eine hochrepräsentative Residenz errichten, die er auch mit einer Kunstkammer und einer Bibliothek versah. Kaiser Ferdinand I. beauftragte ihn mit Bauprojekten, ebenso sein Nachfolger Maximilian II., fortan einer seiner maßgeblichen Förderer, der ihn 1564 auch zum kaiserlichen Antiquar und Kunstlieferanten für die Residenzen in Wien und Prag machte. Seit den siebziger Jahren verschlechterte sich seine Auftragslage und sein aufwändiger Lebensstil bewirkte eine zunehmende Knappheit an Barmitteln, so dass es ihm an hinreichendem Spielraum mangelte, neue Kunstwerke zu erwerben, aber auch seine Buchprojekte zu finanzieren. So unternahm er ab 1573 verschiedene Versuche, den luxuriösen Wiener Wohnsitz samt seiner Kollektion einschließlich seiner Bücher zu verkauften. Doch scheiterten all diese Versuche. Dennoch wurde er seiner hohen Reputation nicht verlustig. Zum Dank seiner geleisteten Verdienste setzte Kaiser Matthias Ende 1574 Strada in den erblichen Adelsstand. Fortan war ihm und seinen Nachkommen gestattet, den Namen Strada von Rosberg zu führen, was seine finanzielle Situation freilich nicht wesentlich verbesserte. Nach dem Ableben seines kaiserlichen Förderers im Jahre 1576 verschlechterte sich Jacopos Lage, 1579 wurde er von Rudolph II. aus dem Dienst als kaiserlicher Architekt und Hofantiquar entlassen. Letzteren Posten übertrug der Kaiser indes Octavius Strada de Rosberg (* ca. 1550 in Prag, † 1606 wohl ebendort), einem Sohn seines vormaligen Kunstexperten. Bereits in Jacopos geschäftlicher Blütezeit hatte Octavius unter Anleitung seines Vaters seine antiquarischen Kenntnisse mehren können. Auf diesem Posten erfüllte er bis zu seinem Ableben seine Aufgaben zur Zufriedenheit des kunstsinnigen Herrschers. Die durch seinen Tod bedingte vakante Stelle des Verwalters der kaiserlichen Kunstsammlungen wurde noch im selben Jahr neu besetzt. Octavius hatte das 1559 von seinem Vater Jacopo herausgegebene Werk 'De vitis imperatorum romanorum omnium orientalum et occidentalium verissime imagines ex antiquis numismatis quam fidelissime delinatae [...]' (s. o.) einer Neubearbeitung unterzogen, deren Veröffentlichung er freilich nicht mehr miterlebte. Diese Arbeit übernahm sein Sohn Octavius [der Jüngere], der das auf Latein verfasste Werk seines Vaters mit Texten und Abbildungen bis zum damals regierenden Kaiser Matthias II. erweiterte und 1615 zum Druck brachte (Dekesel S. 228). Eine von Octavius [dem Jüngeren] erstellte Version in deutscher Sprache erschien 1618 (Dekesel S. 229), ebenfalls eine 1628 bis 1629 verausgabte dreiteilige deutschsprachige Ausgabe mit geändertem Titel und einer Kaiserreihe bis Ferdinand II. (Dekesel S. 230). Ihr auf Latein verfasstes Pendant, von dem wir hier ein Exemplar offerieren, erschien ebenfalls anno 1629. Die lateinische Ausgabe erfuhr eine Wiederauflage im Jahre 1664 (Dekesel S. 232).

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ALLGEMEINE NUMISMATIK
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6060
WAMBOLD VON UMSTADT, F.C.M, von / N.N. (Klingel, J.G.?).

Katalog des großen Freiherrlich von Wambolt'schen Münzkabinets in Heidelberg. Vollständiges, in einem Einband vereintes Set, beinhaltend: Erster Band, [enthaltend: ein breites Spektrum postantiker Münzen unter Talergröße aus Silber und unedlen Metallen aus den Gebieten des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und anderer europäischer, in geringerer Zahl auch außereuropäischer Gebiete sowie Medaillen, allesamt gegliedert gemäß der damaligen strandesmäßigen Ordnung]. Heidelberg (August Osswald) 1833. Titelblatt, 2 unpaginierte, IV, 320 S. Zweiter Band. Enthaltend Thaler, Goldmünzen und Medaillen. Heidelberg (August Osswald) 1833. Titelblatt, X S., (anknüpfend an die Paginierung des Ersten Bandes:) S. 321-759. Leitzmann S. 150. Pappband, wohl des zweiten Drittels des 19. Jahrhunderts, außen gänzlich bezogen mit Steinmarmorpapier, auf dem Rücken ein in Galltinte mit dem Titel beschriebenes Etikett. Die Buchdecke berieben, Läsionen des papiernen Bezugs im Bereich der Gelenke. 1642 Gramm.

Der Freiherr Franz [Christoph Maria] Wambold (die heutige Namensversion) von Umstadt (* 1761 in Mainz, † 1831 in Heidelberg), Domdechant von Worms und Domherr zu Mainz, hatte seit der zweiten Häfte der 1780er Jahre eine umfangreiche und vielfältige numismatische Kollektion aufgebaut, die bei seinem Ableben beinahe 12.000 Exemplare zählte. Sie enthielt Prägungen von der Merowingerzeit bis ins 19. Jahrhundert. Wie dem Vorwort zu entnehmen ist, diente die vorliegende zweibändige Veröffentlichung als Mittel zur Vermarktung der numismatischen Bestände, die ursprünglich en bloc oder in geschlossenen Partien erfolgen sollte (...'So viel genüge, um auf diese Sammlung den Theil des Publikums, den eine solche Acquisition interessieren kann, aufmerksam zu machen. Sie zu zersplittern, würden die Erben für ein Vergehen gegen den Verstorbenen, wie gegen die Wissenschaft halten; höchstens könnten sie sich entschliessen, die einzelnen Fächer, Gold, Thaler, Scheidemünzen und Medaillen, jedes besonders zu veräussern; ein Käufer im Ganzen würde viel annehmlichere Bedingungen finden, und man sieht dergleichen Anerbieten mit Zuversicht entgegen'). Es ist zu vermuten, dass Aufzeichnungen des Schöpfers dieser Kollektion oder gar ein von ihm erstelltes Manuskript die Grundlage für beide Katalogbände geliefert haben. Inwieweit einer oder beide Unterzeichner des Vorworts jener Veröffentlichung an der Erstellung, Fertigstellung oder Drucklegung dieses Werkes beteiligt gewesen sind, lässt sich derzeit nicht genau präzisieren. Es waren dies der Großherzoglich-badische Regierungskommissar Hermann, der in Heidelberg als Stadtamts-Revisor amtierte und auch amtlicherseits involviert war in die Versteigerung der von Franz [Christoph Maria] Wambolds hinterlassenen Kunstsammlung von Gemälden, Kupferstichen, Holzschnitten 'der berühmtesten Meister und Schulen aller Zeiten', die auf den 11. November 1833 zu Heidelberg angesetzt worden war (Frankfurter Ober-Postamts-Zeitung Nr. 265, vom 306, vom 22. September 1833, Bekanntmachung 1698 und Ausgabe Nr. 306, vom 3. November 1833, Bekanntmachung 1872). Der zweite Unterzeichner des Vorworts zum Katalog der Wambold'schen numismatischen Sammlung war Johan Georg Klingel (* 1775 in Heidelberg, † 1839 ebendort), ein Handelsmann und Inhaber einer Wachsfabrik in Heidelberg sowie Mitglied des Rats der Stadt Heidelberg, der von 1825 bis 1828 auch Mitglied der 2. Kammer des Badischen Landtages gewesen war (https://digital.blb-karlsruhe.de/Drucke/topic/view/792873). Ob dieser hinsichtlich des Sammlungskatalogs verfasserisch beteiligt gewesen ist oder aber lediglich eine Rolle als Dienstleister beim Verkauf der Sammlungsstücke spielen sollte, sei vorerst dahingestellt. Doch kam ein Gesamtverkauf ebensowenig zustande, wie die Veräußerung geschlossener Partien des Wambold'schen Münzkabinetts. Vielmehr erfolgte die Auflösung dieses numismatischen Bestandes 'stück- und abtheilungswese' im Zuge einer auf den 18. August 1834 angesetzten Heidelberger Auktion (siehe: Kunst-Blatt [hrsg. von Ludwig Schorn], No. 35, vom 1. Mai 1834, S. 149).

Auf der Titelseite sowie verso auf dem hinteren fliegenden Vorsatzblatt die dreizeilige Stempelung DR HANS TAUBER / GRAZ / Naglergasse 36. Recto auf dem vorderen fliegenden Vorsatzblatt befindet sich ein mit dem Namen dieses Buchbesitzers gestempeltes Etikett, das ferner handschriftlich mit einem Provenienzvermerk, der den Erwerb dieses Katalogexemplars aus der 'Auction Chalon - 19/11 89' bezeugt. Johann Hermann Tauber (*1848 in Wien, † 1913 in Graz) beschritt nach seinem Studium der Rechtswissenschaften an den Universitäten in Wien und Graz und seiner Promotion zum Dr. juris eine Beamtenlaufbahn (anfangs am Bezirksgericht Stainz Gerichtsadjunkt, 1895 Untersuchungsrichter, in Graz 1898 Gerichtsadjunkt, 1901 Landesgerichtssekretär, 1906 Landesgerichtsrat). In seiner Freizeit betätigte er sich auf den Feldern der Kunst.

Exemplar der Bibliothek von Renier Chalon, Sammler, numismatischer Autor und früherer Präsident der Société royale de numismatique de Belgique (Cortvrint [leitender Beamter]/M. C. van Peteghem [expert], Auktion vom 18.-21.11.1889, Collection de feu M. Renier Chalon, ... deuxième partie: bibliothèque numismatique, Nr. 1185).

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ALLGEMEINE NUMISMATIK
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6061
WEILMEYR, F.X.

Allgemeines Numismatisches Lexicon, oder Münz-Wörterbuch zum nützlichen Gebrauche und Untericht jeden Standes und Gewerbes. 2 in einem Einband vereinte Teile, Salzburg (Mayer'sche Buchhandlung) 1817. VIII, 338, 2 unpaginierte S., 3 Tfn.; Titelblatt, 237, 3 unpaginierte S., 3 Tfn. Leitzmann S. 151. Halbleineneinband im Oktavformat, wohl des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts, mit Eckbezügen und goldgeprägtem Rücken, die Deckel außen bezogen mit Gustavmarmorpapier. 453 Gramm.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ALLGEMEINE NUMISMATIK
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6062
KONVOLUT.

Beinhaltend: EBENGREUTH, A. L. von. Grundriß der Münzkunde. Die Münze nach Wesen, Gebrauch und Bedeutung. 2. Auflage, Leipzig 1918. 102, 2 unpaginierte S., diverse Abb. im Text. Orig.-Pappband. EHREND, H. Karl Wilhelm Becker - ein genialer Münzfälscher. Speyer 1970. 16 S., diverse Abb. Orig.-Broschur. DERS. Von Zahlenzeichen auf Münzen. Speyer 1973. 48 S, diverse Abb. Orig.-Broschur. ENGEL, F. Tabellen alter Münzen, Maße, Gewichte 2. Auflage, Rinteln 1970. 18 S. Orig.-Broschur. FENGLER, H. Entwicklung der Münztechnik. Berlin 1982. 32 S., inklusive 2 ganzseitige Abb., 8 Tfn. Orig.-Broschur. GAETTENS, R. Geschichte der Inflationen. Vom Altertum bis zur Gegenwart. Nachdruck München 1982 der 2. Auflage, München 1957. 324 S., diverse Abb. Orig.-Broschur. GOTTSCHEWSKI, G. Münzen - Zeugnisse der Weltgeschichte. Minden 1979. 48 S., etliche Abb. Orig.-Broschur. HOLTZ, W. Abkürzungen auf Münzen. Braunschweig 1972. Orig.-Ganzleineneinband. KAHNT, H./KNORR. BI-Lexikon. Alte Maße, Münzen und Gewichte Leipzig 1986. 380 S., zahlreiche Abb.im Text, 24 Tfn. Orig.-Ganzleineneinband. KLUGE, B./ALRAM, M. (Hrsg.). Goldgiganten. Das große Geld in der Münze und Medaille. (Das Kabinett 12). Berlin 2010. 384 S., zahlreiche mehrfarbige Abb. Orig.-Pappband. KROMANN, A./JENSEN, J.S. Inflation. Kopenhagen 1976. 72 S. [Texte in dänischer Sprache], zahlreiche Abb. Orig.-Broschur. NAU, E. Seit Jahrtausenden begehrt. Die Geschichte des Geldes. Stuttgart 1959. 80 S., 1 Blatt, zahlreiche Abb., 1 Tabelle. Orig.-Pappband. RÖHM, U. (Bearb.). Das grosse Buch vom Geld. o. O. (Berlin) o. J. (2010) 323 S., zahlreiche Abb. Orig.-laminierter Pappband. VOIGTLAENDER, H. Falschmünzer und Münzfälscher. Geschichte der Geldfälschung aus 2 1/2 Jahrtausenden. Münster 1976. 168 S., diverse Abb. Orig.-Ganzleineneinband. Ferner: ARNOLD, P. Die Entwicklung des antiken und des deutschen Geldwesens. Führer durch die ständige Ausstellung des Münzkabinetts. Dresden 1971. 104 S., 42 Tfn. Orig.-Broschur. DERS. Führer durch die ständige Ausstellung des Münzkabinetts. 2. erweiterte und verbesserte Auflage Dresden 1978. 32 S., zahlreiche Abb. Orig.-Broschur. FRIEDLAENDER, J. Geschichte des Königlichen Münzkabinets zu Berlin. Berlin 1873. 46 S. Steifbroschur, wohl um 1900, mit textilem Rückenbezug. Recto auf dem Titelblatt eine handschriftliche Widmung für Herrn Director Dr. Frhr. von Ledebur, verso die zweizeilige Stempelung Ex libris / Dr. M. Kirmis [zu Max Kirmis, * 1851 in Fraustadt, Posen, † 1926 in Neumünster, siehe unseren Katalog 357 zur Auktion der Bibliothek Alain Poinsignon, Anm. zu Nr. 3818). GENERALVERWALTUNG DER KÖNIGLICHEN MUSEEN ZU BERLIN (Hrsg.). Das Münzkabinett. Geschichte und Übersicht der Sammlung nebst Verzeichnis der ausgelegten Stücke. Kleine Ausgabe. 2. Auflage, Berlin 1890. 127, 1 unpaginierte S. REGLING, K. (Bearb). Das Münzkabinett im Kaiser Friedrich-Museum. Berlin o.J. (vor 1936). 32 S. einschließlich 2 Tfn. Orig.-Broschur. SUHLE, A. Geld, Münze und Medaille. Führer durch die Schausammlung des Münzkabinetts. Berlin 1958. 100 S., mehrfarbiges Frontispiz, 34 Tfn., 5 gefaltete Karten. Orig.-Broschur. DREHER, E./KANEIN, W. Der gesetzliche Schutz der Münzen und Medaillen. München 1975. 80 S. Orig.-Broschur. Dazu: 2 weitere Kleinschriften und 2 Sonderdrucke. 6964 Gramm. (25)

Leopold Karl Wilhelm August Freiherr von Ledebur (* 1799 in Berlin, † 1877 ebendort) hatte 13 Jahre in der preußischen Armee gedient , bevor er 1829 aufgrund der Güte seiner Veröffentichungen zur „vaterländischen Geschichte“ an die königliche Kunstkammer berufen wurde. Nachdem er dort zunächst als Aufseher fungiert hatte. Schon bald konnte er seine wissenschaftlichen Fähigkeiten einbringen. So gründete er 1830 das „Allgemeine Archiv für die Geschichtskunde des Preußischen Staates“, verfasste historische Veröffentlichungen und erstellte ein Inventar der mehr als 12.000 Stücke umfassenden Siegelsammlung. 1832 ernannte ihn König Friedrich Wilhelm III. zum Direktor der Kunstkammer. Diesen Posten erfüllte er mit großem Engagement bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1875 aus (Ernst Friedlaender, in: Allgemeine Deutsche Biographie 18, 1883, S. 113-114).

Max Kirmis (* 1851 in Fraustadt, Posen, † 1926 in Neumünster) studierte Physik und Chemie in Leipzig, Berlin und Heidelberg und arbeitete in Berlin unter seinem akademischen Lehrer Hermann von Helmholtz geleiteten physikalischen Institut. 1876 promovierte er in Halle zum Dr. phil. mit einem Thema aus dem Bereich der physikalischen Chemie. Er ergriff den Lehrerberuf, zunächst kurzzeitig an Schulen in Posen sowie im badischen Hochburg und schließlich seit 1880 an der Realschule im holsteinischen Neumünster, wo er bis zu seiner Pensionierung als Studienrat tätig war. Sein fachliches Engagement schlug sich in seinen diversen naturwissenschaftlichen Veröffentlichungen nieder. In seiner Freizeit beschäftigte er sich mit der Ur- und Frühgeschichte seiner neuen Heimat und insbesondere der Numismatik. Auch auf diesem Gebiet betätigte er sich als Autor, darunter sein 1892 in Posen erschienenes 'Handbuch der polnischen Münzkunde' sowie die in Berlin 1894 verlegte kleine Schrift 'Chemische Winke für Numismatiker, Anleitung zur Kentniss und zur Behandlung der Münzen'.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ALLGEMEINE NUMISMATIK
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6063
KONVOLUT.

Beinhaltend diverse illustrierte Monographien und Broschüren: ASCAIN, A./ARNAUD, J.-M. Geschichte des Geld- und Finanzwesens. Genf o.J. (nach 1965). 105, 7 unpaginierte S. Orig.-laminierter Pappband. EHREND, H. Von Zahlzeichen auf Münzen. Speyer 1973. 48 S., diverse Tabellen und Abb. Orig.-Broschur. FLÄMIG, O. Monogramme auf Münzen, Medaillen, Marken, Zeichen, Urkunden. Braunschweig 1968. 184 S. Orig.-Ganzleineneinband. GAETTENS, R. Warum und wie sammelt man Münzen und Medaillen. 4.-6. Tausend, Halle/Saale 1926. 16, 24 Blätter, 20 Tfn. Orig.-Broschur. KOCHS, H. Geprägtes Gold. Geschichte und Geschichten um Münzen und Medaillen. Stuttgart 1967. 251 S. inklusive zahlreicher Tfn. Orig.-Ganzleineneinband. KROHA, T. Münzen sammeln. Sonderausgabe der 6. bearbeiteten Auflage, München 1985. VIII, 328 S, 2 Blätter. Orig.-Pappband. NAU, E. Seit Jahrtausenden begehrt. Die Geschichte des Geldes. 80 S., zahlreiche Abb. Orig.-Halbleineneinband. RENTZMANN, W. Numismatisches Wappen-Lexikon des Mittelalters und der Neuzeit. Staaten und Städtewappen. In einem Band vereinter Nachdruck Essen 1965 des Textteils ('Index'), Berlin 1876 sowie des Tafelteils, Berlin 1876. 113 S., die in der Originalausgabe im Goßfolioformat publizierten 35 Tfn. mit je 240 Wappen-Abb. wurden in dieser Neuausgabe auf 278 S. verteilt. SAMHABER, E. Das Geld. Eine Kulturgeschichte [...]. 296 S., inklusive zahlreicher Tfn. und Abb. im Text. Orig.-Ganzleineneinband. SCHLICKEYSEN, F.W.A./PALLMANN, R. Erklärung der Abkürzungen auf Münzen der neueren Zeit, des Mittelalters und des Altertums sowie auf Denkmünzen und münzartigen Zeichen. Nachdruck Berlin 1978 der 3. Auflage Berlin 1896, kombiniert mit einem neu verfassten Vorwort von W. Unger sowie dem Nachdruck des 40 unpaginierte S. umfassenden Beitrags von E. Bahrfeldt, Kritische Beurtheilung der 3. Auflage von Schlickeysen-Pallmann: Erklärung der Abkürzungen auf Münzen der neueren Zeit, des Mittelalters und de Alterthums u.s.w. (Berlin 1896) und mit der von J. Gottschalk zusammengestellten, 9 S. umfassenden Auswahlbibliographie der numismatischen Abkürzungsliteratur [Berlin 1978]. Orig.- Kunstledereinband. Dazu: 15 Kleinschriften, Sonderdrucke etc. in diversen Bindungen und Erhaltungen. 8232 Gramm. (24)

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ALLGEMEINE NUMISMATIK
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6064
KONVOLUT (EINFÜHRUNGEN IN DIE NUMISMATIK UND DAS SAMMELN VON MÜNZEN UND MEDAILLEN).

Beinhaltend: BRENDICKE, H. Der Münzensammler. Stuttgart/Berlin/Leipzig o.J. (bald nach 1900). 130 S., etliche Abb. Orig.-Ganzleineneinband, der Rücken etwas verblasst. DIVO, J.P. Das Sammeln von Münzen. Eine Anleitung für Anfänger und Fortgeschrittene. Freiburg im Breisgau 1963. 85 S., etliche Abb., 8 Tfn. Orig.-Broschur. GAETTENS, R. Warum und wie sammelt man Münzen und Medaillen? 7.-10. Tausend, Halle (Saale) 1926. 16, 30 unpaginierte S. 20 Tfn. mit Abb. von Münzen und Medaillen, 3 Tfn. mit Innenansichten der Münzenhandlung A. Riechmann & Co., 1 Tf. mit Aufnahme des Maschinensaals einer Lichtdruckanstalt. Das vordere Deckblatt der Orig.-Broschur mit eingebunden. Brauner Halbledereinband, wohl um die Mitte des 20. Jahrhunderts, mit goldgeprägtem Rücken, die Deckel außen bezogen mit beigem Leinen. HALKE, H. Einleitung in das Studium der Numismatik. 3. vermehrte und verbesserte Auflage, Berlin 1905. 219 S., 8 Tfn. (die Tfn. V-VIII sind irrtümlich vor die Tfn. I-IV eingebunden worden). Brauner Halbleineneinband, wohl der Zeit, mit goldgeprägtem Rücken, Vorder- und Rückdeckel bezogen mit den entsprechenden zurechtgeschnittenen Partie des Umschlags der Orig.-Broschur. Der Einband beschabt. HERRLI, H. Zahlen, Ziffern, Zeitrechnungen. Ein numismatisches Handbuch. Köln 1989. 6 unpaginierte, 196 S. Orig.-Ganzleineneinband. HÜHNE, H. Kleine Münzkunde. Vorträge, Aufsätze und Arbeiten in Zusammenarbeit Tauschfreunde Neukölln 1934 e. V., Abteilung Numismatik und Bremer Numismatische Gesellschaft, Band 2, Berlin 1958. 4 unpaginierte, 434 S., etliche Abb. im Text. Halbleinen-Klemm-Mappe der Zeit. KROHA, T. Münzen Sammeln. (Bibliothek für Kunst- und Antiquitätenfreunde Band XIII) 6. bearbeitete und erweiterte Auflage, Braunschweig 1975. 328, 4 unpaginierte S., zahlreiche Abb. Orig.-Ganzleineneinband. LENORMANT, F. Monnaies et médailles. Paris o. J. (1883), 238 S., 151 Abb. im Text. Halblereinband der Zeit, mit Eckbezügen und goldgeprägtem Rücken. Die Deckel außen mit Achatmarmorpapierbezügen, wobei der Bezug des Vorderdeckels weitgehend verloren ist. Die Vorsätze aus Stein-Wellenmarmorpapier. MEISTER, F. (Pseudonym von Weinmeister, P.). Münzkunde für Anfänger. Ein Führer in die Elemente der Numismatik, besonders für jugendliche Anfänger. Leipzig 1895. 70, 2 unpaginierte S., etliche Abb. im Text. Halbleineneinband, wohl um die Mitte des 20. Jahrhunderts, mit goldgeprägtem Rücken. STÜCKELBERG, E.A. Der Münzsammler. Ein Handbuch für Kenner und Anfänger. Zürich 1899. XII, 235 S., 200 Abb. im Text. Halbledereinband, wohl um 1900, mit ledernen Eckvezügen, die Deckel außen mit Steinmarmorpapier bezogen. Die Buchdecke in den Gelenkbereichen fachkundig restauriert, doch der Rückenbezug mit einigen Defekten, sämtliche ledernen Bezüge stark beschabt. WELTER, G. Die Reinigung und Erhaltung von Münzen und Medaillen. 4 erweiterte Auflage, Braunschweig 1970. 124 S., diverse Abb. im Text, 4 Tfn., 1 gefaltete Tabelle. Orig.-Broschur. ANONYM. In einem alten Blankoheft (ca. DIN A5-Format) im Umfang von ca. 60 unpaginierten S. wohl im 1900 miteinander vereinte handschriftliche Notizen und Abschriften, eingeklebte Zeitungsausschnitte und lose Einlagen zu numismatischen, heraldischen und sphragistischen Themen. 2480 Gramm. (12)

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ALLGEMEINE NUMISMATIK
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6065
KONVOLUT (FÄLSCHUNGEN UND FÄLSCHUNGSWESEN VON MÜNZEN, MEDAILLEN, KUNSTOBJEKTEN).

Beinhaltend: CORNU, A. La Detection des Faux en Numismatique - The Detection of Counterfeit Coins. Köln 1987. 78 S., diverse Abb. Orig.-Broschur. Beigefügt: BADISCHE BANK (Hrsg.). Münzfälschungen von der Antike bis zur Neuzeit. Karlsruhe o.J. 4 S., 4 Tfn. Orig.-Broschur. CIBIS, K. Fälscher fälschen 'Fälscherförmchen'. Fotokopie eines maschinengeschriebenen Texts. 5 S. Geheftet. DREHER, E./KANEIN, W. Der gesetzliche Schutz der Münzen und Medaillen. München 1975. 80 S. Orig.-Broschur. EHREND, H. Karl Wilhelm Becker - ein genialer Münzfälscher. Speyer 1970. 20 unpaginierte S. Orig.-geheftet, ohne Umschlag, teils lose Seiten, Klebeflecken auf den äußeren Blättern. KLAWANS, Z.H. Imitations and Inventions of Roman Coins. Santa Monica 1977. 136 S., zahlreiche Abb. Orig.-Ganzleineneinband. VOIGTLAENDER, H. Falschmünzer und Münzfälscher. Geschichte der Geldfälschung aus 2 1/2 Jahrhunderten. Münster 1976. 168 S., etliche Abb. Orig.-Ganzleineneinband. Mit einigen handschriftlichen Korrekturen von Setzfehlern. Auf den Spiegeln der Deckel sowie auf dem hinteren fliegenden Vorsatzblatt montiert sind Fotokopien von Rezensionen zu diesem Buch. Recto auf dem dem fliegenden Vorsatzblatt eine handschriftliche Widmung des Verfassers an den Bremer Münzensammler Prof. Karl Heinz Buhse (* 1913, † 2002). DERS. Vorsicht, Fälschung! Münzfälschungen von der Antike bis heute. Mit Beiträgen von Fahrig, H. und Zülch, C. (Schriftenreihe der Numismatischen Gesellschaft Speyer e. V., Band 39) Speyer 1197. 260, 12 unpaginierte S., diverse Abb. Orig.-Broschur. WERMUSCH, G. Falschgeldaffären. Frankfurt/M. 1988. 255 S., diverse Abb. Orig.-Broschur. BURGER, A. Des Teufels Werkstatt. Im Fälscherkommando des KZ Sachsenhausen. Berlin 1985. 222. S., etliche Abb. Orig.-Ganzleineneinband. WOTTRENG, W. Farinet. Die phantastische Lebensgeschichte des Schweizer Geldfälschers, der grösser war tot als lebendig. Zürich 2008. 153, 7 unpaginierte S., einige Abb. Orig.-laminierter Pappband. MUSEUM FOLGWANG ESSEN/SKULPTURENGALERIE STAATLICHE MUSEEN PREUßISCHER KULTURBESITZ BERLIN (Hrsg.). Fälschung und Forschung. Essen/Berlin 1976. 208 S., zahlreiche Abb. Orig.-Broschur [S. 64-70 betr. Fälscher und Fälschungen von Holz- und Steinmodellen von Renaissancemedaillen und -plaketten]. BESSEL, S. Gefälschte Kunstwerke. Freiburg im Breisgau 1909. 175, 5 unpaginierte S. Orig.-Ganzleineneinband. EUDEL, [P.]/ROESSLER, [A.]. Fälscherkünste. 10. vermehrte [um 7 Kapitel vermehrte] Auflage, Wien o.J. (1947). 282 S., 3 unpaginierte S., 6 Tfn. Orig.-Pappband [S. 57-64 betr. Münzen, Medaillen und Siegelstempel]. NEUBURGER, A. Echt oder Fälschung? Die Beurteilung, Prüfung und Behandlung von Altertümern und Kunstgegenständen. Ein Handbuch für Museumsleiter, Sammler, Liebhaber, Händler, Chemiker u.s.w. Leipzig 1924. 207 S. [S. 129-136 betr. Münzen, Medaillen, Plaketten], 44 Tfn. Orig.-Ganzleineneinband. 4652 Gramm. (14)

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ALLGEMEINE NUMISMATIK
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6066
PROPYLÄEN KUNSTGESCHICHTE.

Beinhaltend: Das vollständige Grundwerk in 18 Bänden, Berlin 1967-1974. Mit Karten und zahlreichen Abb. im Text und auf Tfn. Orig.-Ganzleineneinbände. Dazu: Eine Dublette von Band 10 dieser Reihe sowie: GRIMAL, P. Die Kirchen Roms. Glanzvolle Symbole der Ewigkeit Stuttgart 2006. 192 S., zahlreiche Abb. Orig.-Pappband. SPINETO, N. Die Symbole der Menschheit. Düsseldorf 2003. 240 S., zahlreiche Abb. Orig.-Pappband. WILSON, D.M. The Collections of the British Museum 3. Druckauflage, London 1991. 304 S., zahlreiche Abb. Orig.-Broschur. 67741 Gramm. (22)

Das Grundwerk der 'Propyläen Kunstgeschichte' umfasst die folgenden Bände: [1.] SCHEFOLD, K. Die Griechen und ihre Nachbarn; [2.] KRAUS, T. Das römische Weltreich; [3.] Wolfgang Fritz VOLBACH, W.F./LAFONTAINE-DOSOGNE, J. Byzanz und der christliche Osten; [4.] SOURDEL-THOMINE, J./SPULER, B. Die Kunst des Islam; [5.] FILLITZ, H. Das Mittelalter I; [6.] SIMSON, O. von. Das Mittelalter II: Das Hohe Mittelalter; [7.] BIALOSTOCKI, J. Spätmittelalter und beginnende Neuzeit; [8.] KAUFFMANN, G. Die Kunst des 16. Jahrhunderts; [9.] HUBALA, E. Die Kunst des 17. Jahrhunderts; [10.] KELLER, H. Die Kunst des 18. Jahrhunderts; [11.] ZEITLER, R. Die Kunst des 19. Jahrhunderts; [12.] ARGAN, G.C. Die Kunst des 20. Jahrhunderts 1880–1940; [13.] MELLINK, M.J./FILIP, J. Die frühen Stufen der Kunst; [14.] ORTHMANN, W. Der alte Orient; [15.] VANDERSLEYEN, C. Die Kunst Ägyptens; [16.] HÄRTEL, H./AUBOYER, J. Indien und Südostasien; [17.] FONTEIN, J./HEMPEL, R. China, Korea, Japan; [18.] WILLEY, G.R. Das Alte Amerika, 1974.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; GESCHICHTE, KUNST UND KULTUR IN ZEITLICH UND RÄUMLICH ÜBERGREIFENDER DARSTELLUNG
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6067
VERLAG F. A. BROCKHAUS.

Bilder-Conversations-Lexikon für das deutsche Volk. Ein Handbuch zur Verbreitung gemeinnütziger Kenntnisse und zur Unterhaltung. In 4 Bänden. Leipzig 1837-1841. Halbledereinbände, wohl der Zeit, mit je einem alt von Hand beschriebenen Ordnungsetikett. Die Deckel außen mit Steinmarmorpapier bezogen. Die Einbände berieben, die ledernen Rückenbezüge im Bereich der Gelenke eingerissen und in einem Fall gänzlich abgelöst, doch beigefügt. 7488 Gramm. (4)

Der nach seinem Gründer Friedrich Brockhaus (* 1772 in Dortmund, † 1823 in Leipzig) benannten Verlag brachte neben der damals aktuellen, 1833-1837 herausgegebenen 8. Auflage seines damals noch unbebilderten Nachschlagewerks 'Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände' ab 1837 das reich mit Holzschnitten bebilderte und mit etlichen Karten ausgestattete 'Bilder-Conversations-Lexicon' als Neuerung heraus.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; GESCHICHTE, KUNST UND KULTUR IN ZEITLICH UND RÄUMLICH ÜBERGREIFENDER DARSTELLUNG
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6068
SAMMELBAND

mit 5 Beiträgen zur Gemmensammlung des Nürnberger Bankiers und Kunstsammlers Johannes Martin von Ebermayer (* 1665, † 1743). Nürnberg 1720-1722. Beinhaltend: BAYER, J.J. Gemmarum affabre sculptarum thesaurus quem suis sumptibus haud exiguis nec parvo studio collegit Io. Mart. ab Ebermayer Norimbergensis. Nürnberg (Ebermayer) 1720. Titelblatt in rot und schwarz, 6 unpaginierte S., 1 gefaltetes übergroßes Blatt mit der staffierten Abb. einer Porträtbüste von Johannes Martin von Ebermayer (hier: Ebermaier), 46, 4 unpaginierte S., 8 ganzseitige Tfn. und die mit Erläuterungstexten versehenen Tfn. 9-30 auf den S.26-46). REUSCH, E. Capita deorum et illustrium hominum pacis bellique artibus clarissimorum nec non hieroglyphica, abraxea et amuleta quaedam, in gemmis antiqua partim. partim recenti manu, affabre incisa, quae magno studio collegit Io. Martinus ab Ebermayer, Norimbergensis. Frankfurt und Leipzig 1721. Titelblatt in Rot und Schwarz, 6 unpaginierte, 226, 12 unpaginierte S., 2 Textkupfer, 17 Tfn. Zwischen diese beiden Hauptwerke gebunden sind drei wohl zu diesem Werk gehörige kleinere Beiträge zu den Gemmen der Sammlung von Ebermayer: N.N. Effigies regum Franciae a Pharamundo usque ad Lodovicum XV, in Gemmis. o.O. (Nürnberg, Ebermaier) 1722. Titelblatt, 1 Tf. mit Abb. des Aufbewahrungsschranks für die Daktyliothek mit den Bildnissen der französischen Herrscher), 2 Bl. Mit 4 Kupfertafeln. N.N. Icones ducum venetorum quotquot ab origine urbis et reipublicae venetae ad haec usque tempora floruerunt, in gemmis. o.O. (Nürnberg, Ebermayer) 1722. 4 unpaginierte S. inklusive des Titelblatts, 3 Tfn. mit der Folge der Porträtgemmen der venezianischen Dogen (letztere sind irrtümlich vor das Titelblatt der vorherigen Publikation eingebunden worden), 1 gefaltete überdimensionale Tf. mit Abb. des Aufbewahrungsschranks für von Ebermaiers weitere Sammlungsschätze ('CONSPECTUS GAZOPHYLACII EMERMAYERIANI'). N.N. Imperatorum a Iulio Caesare ad Carolumn VI. in Gemmis Series. o.O. (Nürnberg, Ebermayer), 1722. 4 unpaginierte S. inklusive des Titelblatts, 6 Tfn. Ganzledereinband der Zeit im Folioformat, mit 6 Bünden, goldgeprägtem Rücken und Sprenkelschnitt in Rot und Braun. Die Buchdecke bestoßen und berieben, Einrisse des ledernen Bezugs im Bereich der Gelenke. 2886 Gramm.

Auf dem Spiegel des Vorderdeckels das ins 18. Jahrhundert zu datierende gestochene Exlibris für die FamiliePlummer of Middlested, oben in Randnähe das aus dem fortgeschrittenen 19. Jahrhundert stammende Standortetikett der Bibliothek des Anwesens Sutherland Hall, das damals die Familie Scott-Plummer bewohnte.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; GESCHICHTE, KUNST UND KULTUR IN ZEITLICH UND RÄUMLICH ÜBERGREIFENDER DARSTELLUNG
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6069
KONVOLUT (ALLGEMEIN).

Beinhaltend: CORVIN, O. von/HELD, F.W. Illustrierte Weltgeschichte. Prachtausgabe. Ein Buch für's Volk. Leipzig/Berlin 1880-1883. 648, 545, 706 S., 740, 702,722, 670, 566 S. zuzüglich unpaginierter Vorsatz- und Registerseiten. Vollständiges Set aus 8 Bänden (Altertum, Mittelalter, Neuzeit, Gegenwart in je 2 Bänden). Orig.-Ganzleineneinbände, die Buchdecken teils mit Alters- und Gebrauchsspuren. Dazu: HIMMEL, H. Eine Orient-Reise. Dritte vermehrte und illustrierte Auflage (Woerl‘s Reise-Bibliothek) Würzburg/Wien 1889. Frontispiz (mehrfach gefaltete, leporelloförmige Ansicht von Jerusalem, XVI, 592 S., etliche Abb. auf Tfn. im monochromen Braun- oder Blaudruck gestaltete Tfn., darunter diverse doppelseitig bzw. übergroß und gefaltet. Hier ohne die beiden Karten. Halbledereinband, wohl um 1900, mit goldgeprägtem Rücken und textilen Eckbezügen, die Deckel bezogen mit Gustavmarmorpapier. Der lederne Rückenbezug am Vordergelenk gebrochen. Die Buchdecke stark beschabt und berieben, die Fadenbindung leicht gelockert. KUGLER, B. Geschichte der Kreuzzüge (Oncken, G. [Hrsg.] Allgemeine Geschichte in Einzeldarstellungen, 2. Hauptabteilung, 5. Teil) Berlin 1880. 444 S., zahlreiche Abb. im Text, 2 doppelseitige Karten, 7 Tfn. Orig.-Halbledereinband, wohl der Zeit, mit Eckbezügen und 2 goldgeprägten Rückenschildern. 12432 Gramm. (10)

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; GESCHICHTE, KUNST UND KULTUR IN ZEITLICH UND RÄUMLICH ÜBERGREIFENDER DARSTELLUNG
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6070
KONVOLUT (ALLGEMEIN).

Beinhaltend: MÜLLER, K.A. von/RHODEN, P.R. Knaurs Weltgeschichte. Von der Urzeit bis zur Gegenwart [1931]. 884 S., 515 Abb., 52 Karten, 7 Tfn. Orig.-Ganzleineneinband. Ganzleineneinband. BERGDOLT, K. Über die Pest. Geschichte des Schwarzen Todes [2006]. Taschenbuch. DIAMOND, J. Kollaps. Warum Gesellschaften überleben oder untergehen. [8. Auflage, 2006]. Pappband. DOLLINGER, H. Schwarzbuch der Weltgeschichte. 5000 Jahre der Mensch des Menschen Feind. München 1973. HARTMANN, J. Geschichtsbuch von den Anfängen bis zur Gegenwart. Taschenbuch. SPENGLER, O. Der Untergang des Abendlandes. 2 Bände, 63.-68. Auflage, München o. J. (wohl 1951). Ganzleineneinbände, Band 2 mit unbedeutender Fehlstelle des Bezugs im Bereich des Rückens. STIER, H.-E./KIRSTEN, E./WÜHR, W. u. A. (Hrsg.). Völker, Staaten und Kulturen. Ein Kartenwerk zur Geschichte. Erweiterte Ausgabe, Berlin u. a. Verlagsorte 1967. 89 S. mit Tfn., 48 S. Register. Orig.-Ganzleineneinband. Dazu: ACIDINI LUCHINAT, C./SCALINI, M. (Hrsg.). Die Pracht der Medici. Florenz und Europa. München/London/New York 1998. 254, 2 unpaginierte S., zahlreiche Abb. Pappband. SCHNEIDER, R. Vor 1000 Jahren. Alltag im Mittelalter. Augsburg 1999. 255 S., zahlreiche Abb. Pappband. 10384 Gramm. (10)

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; GESCHICHTE, KUNST UND KULTUR IN ZEITLICH UND RÄUMLICH ÜBERGREIFENDER DARSTELLUNG
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6071
AGNETHLER, M.G.

Numophylacium Schulzianum digessit, descripsit et perpetuis insigniorum rei numariae scriptorum commentariis [...]. Pars prior,accedunt selectiores clarorum virorum ad B. Schulzium epistolae. Halle (Saale) 1746. Dekesel/Dekesel-De Ruyck A81. Titelblatt, 2 unpaginierte, VIII, 4 unpaginierte, 418, 2 unpaginierte S., 5 Tfn. Pergamenteinband der Zeit im Oktavformat, mit geprägtem Rückentitel und Blauschnitt. 604 Gramm. Die Buchdecke etwas fleckig und leicht berieben, der Buchblock mit durchgängigem Wasserrand im oberen Eckbereich. 605 Gramm.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6072
BEGER, L.

Thesaurus Brandenburgicus selectus sive gemmarum et numismatum græcorum, in cimeliarchio electorali brandenburgico, elgantiorum series. Vollständiges, einheitlich gebundenes Set dieses dreibändigen Werks, Kölln an der Spree 1696-1701, beinhaltend: [Band I] Vortitelblatt, gestochenes Frontispiz, Titelblatt, 12 unpaginierte, 524 S., 42 unpaginierte S. (Index), etliche gestochene Vignetten und zahlreiche gestochene Abb. von geschnittenen Steinen und griechischen Münzen. [Band II] Thesauri electoralis brandenburgici continuatio: sive numismatum romanorum quae in cimeliarchio electorali brandenburgico asservantur, tam consularium quam imperatoriorum, series selecta. Berlin - Kölln an der Spree (Ulrich Liepert und Michael Rüdiger) o. J. (1698). Vortitelblatt, gestochenes Frontispiz, Titelblatt, 10 unpaginierte S., (die Paginierung von Band 1 fortsetzend:) S. 525-870, 30 unpaginierte S. (Index), diverse gestochene Vignetten und zahlreiche Abb. von Münzen der Römischen Republik sowie von Reichs- und Provinzialprägungen der Römischen Kaiserzeit. [Band III] Thesauri electoralis brandenburgici volumen tertium: Contines antiquorum numismatum et gemmarum, Quae Cimeliarchio Regio-Electorali Brandenburgico nuper accessere, Rariora: Ut & suppellectilem Antiquariam Ubberimam, id est Statuas, Thraces, Clypeos, Imagines tam Deorum quam Regum & Illustrium: Item Vasa & Instrumenta varia, eaque inter fibulas, Lampades, Urnas: quorum pleraque cum Museo Belloriano, quedam & aliunde coemta sunt, Dialogo illustrata. Kölln an der Spree (ohne Angabe des Druckers) o.J. (1701). Dekesel B 70. Gleichartige Halbledereinbände, wohl des 18. Jahrhunderts im Groß-Quartformat, mit 6 Bünden, der Rücken mit Titel- und ornamentaler Prägung, die Vorsätze aus mehrfarbigem Marmorpapier. Auf dem Deckel das goldgeprägte Supralibros der freiherrlichen Familie Karg von Bebenburg auf Traussnitz im Thal und Hohentresswitz. Die Buchdecken aller 3 Bände bestoßen, berieben, die Deckel beschabt und mit einigen Substanzverlusten der ledernen Bezüge. 9361 Gramm. (3)

Lorenz Beger (* 1653 in Heidelberg, † 1705 in Berlin) widmete sich an der Universität Heidelberg zunächst dem Studium der Theologie, verlegte sich aber dann auf die Rechtswissenschaften, in denen er 1675 das Lizentiat erwarb. Seine erste berufliche Beschäftigung fand er als Bibliothekar in Heidelberg am Hofe Pfälzer Kurfürsten Karl I. Ludwig. Bald darauf wurde ihm dort auch die Betreuung der fürstlichen Sammlung von geschnittenen Steinen und Münzen übertragen. Zu seinen Obliegenheiten zählten auch die Erstellung eines Katalogs der herrschaftlichen Antikensammlung mit dem Titel 'Thesaurus ex Thesauro Palatino selectus', der 1685 erschien. Die von Beger betreute Sammlung gelangte nach dem Ableben seines kurfürstlichen Arbeitgebers infolge von Erbverträgen in den Besitz von Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg, der sie in die die kurfürstlich-brandenburgische Kollektion einverleibte. Doch nicht nur die Sammlungsobjekte fanden eine neue Heimat, sondern auch ihr Kustos. Beger siedelte nach Berlin über, wo er 1686 die Stelle als Antiquar der Sammlungen und Zweiter Bibliothekar der Bücherbestände am Hofe Friedrich III, von Brandenburg übernahm. Ab 1688 betreute und leitete Beger dort das Antikenkabinett und erhielt 1693 den Posten als Oberaufseher der gesamten kurfürstlichen Kunst- und Raritätenkammer, den er bis zu seinem Ableben kenntnisreich versah (Friedrich von Kenner, in: Allgemeine Deutsche Biographie, Band 2, Leipzig 1875, S. 271 f). Die Früchte seiner intensiven Beschäftigung mit den darin befindlichen antiken Steinschneidearbeiten, Münzen und künstlerischen bzw. kunstgewerblichen Hinterlassenschaften der Antike schlugen sich nur wenige Jahre später in seinem Werk 'Thesaurus Brandenburgicus selectus' nieder. Für die Herstellung dieser in drei Teilbänden verausgabten Veröffentlichung wurden unter anderem auch fast sämtliche ebenfalls nach Berlin gelangten kupfernen Druckplatten seines in seiner Heidelberger Zeit 1685 herausgegeben 'Thesaurus ex Thesauro Palatino selectus' verwendet (Sepp-Gustav Gröschel. Lorenz Beger, Thesaurus Brandenburgicus selectus III. Archäologie am Hofe Friedrichs Bd. I-III. In: Jahrbuch der Berliner Museen 24, 1982, S. 227–245; Hildegard Vieregg. Vorgeschichte der Museumspädagogik. Dargestellt an der Geschichte der Museumsentwicklung in den Städten Berlin, Dresden, München und Hamburg bis zum Beginn der Weimarer Republik, Münster/Hamburg 1991, S. 10-12). Im 1696 erschienenem ersten Band des 'Thesaurus Brandenburgicus', publizierte und besprach Beger antike Steinschneidearbeiten sowie Münzen der antiken griechischen Welt, in thematische Sachgruppen gegliedert. Sein 1698 herausgegebener zweiter Band widmete sich hingegen den Münzen der Römischen Republik sowie den Reichs- und Provinzialprägungen der Römischen Kaiserzeit. In dem 1701 herausgegebenen dritten Band des Beger'schen Hauptwerks werden ausschließlich nichtnumismatische Objekte der Antike aus der Berliner Sammlung behandelt.

Recto auf dem Vortitelblatt des ersten Bandes der dreizeilige handschriftliche Eintrag Comparavit S. Emeramo F. Henricus / pro 9 f. 30 Xr. ex auctione Kargiana / Mense Novemb. 1777 (d. h.: Bruder Heinrich von [der Abtei] Sankt Emmeram [zu Regensburg] hat es [dieses Buch] beschafft für 9 Gulden und 30 Kreuzer aus der Auktion der Kargianischen Bibliothek im Monat November 1777). In der Tat beinhalten die Supralibros auf den Vorderdeckeln dieses dreiteiligen Ensembles das Wappen der Familie Karg von Bebenburg auf Traussnitz im Thal und Hohentresswitz. Somit stammt dieses Buch nachweislich aus der Bibliothek des Reichsfreiherrn Friedrich Carl Karg von Bebenburg (Michael Drucker, in: Regensburg, Staatliche Bibliothek [Hrsg.], Bürger und Bücher: Die Bibliothek der Reichsstadt Regensburg, Regensburg 1999, S. 24). Friedrich Carl Karg von Bebenburg (* 1698 in Bamberg, † 1773 in Regensburg) hatte Rechte studiert und betätigte sich von 1742/43 an am Immerwährenden Reichstag in Regensburg als Gesandter Kurkölns, zahlreicher weiterer geistlicher Reichsstände sowie für gewisse Zeit auch der Kurpfalz und Bayerns. Seine umfangreiche Bibliothek wurde nach seinem Tode auf der Regensburger Stadtwaage versteigert (Verzeichniß auserlesener Bücher, die weyl. der hochwohlgeborene Herr, Friedrich Carl, Reichs-Freyherr Karg von Bebenburg [...] seinen Erben hinterlassen hat und künftigen 10. November u. folggende Tage [...] verauctionieret [...] werden sollen, Regensburg 1777).

Exemplar der Auktion Regensburg vom 19.11.1777 und folgende Tage.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6073
BEGER, L.

Thesaurus Brandenburgicus selectus sive gemmarum et numismatum graecorum, in cimeliarchio electorali brandenburgico, elgantiorum series. Vollständiges Set dieses dreibändigen Werks, vereint in 2 gleichartigen Einbänden. Beinhaltend: [Band I] Vortitelblatt, gestochenes Frontispiz, Titelblatt, 12 unpaginierte, 524 S., 42 unpaginierte S. (Index), etliche gestochene Vignetten und zahlreiche gestochene Abb. von geschnittenen Steinen und griechischen Münzen. Beigebunden: [Band II] Thesauri electoralis brandenburgici continuatio: sive numismatum romanorum quae in cimeliarchio electorali brandenburgico asservantur, tam consularium quam imperatoriorum, series selecta. Berlin - Kölln an der Spree (Ulrich Liepert und Michael Rüdiger) o. J. (1698). Vortitelblatt, gestochenes Frontispiz, Titelblatt, 10 unpaginierte S., (die Paginierung von Band 1 fortsetzend:) S. 525-870, 30 unpaginierte S. (Index), diverse gestochene Vignetten und zahlreiche Abb. von Münzen der Römischen Republik sowie von Reichs- und Provinzialprägungen der Römischen Kaiserzeit. Separat eingebunden: [Band III] Thesauri electoralis brandenburgici volumen tertium: Contines antiquorum numismatum et gemmarum, Quae Cimeliarchio Regio-Electorali Brandenburgico nuper accessere, Rariora: Ut & suppellectilem Antiquariam Ubberimam, id est Statuas, Thraces, Clypeos, Imagines tam Deorum quam Regum & Illustrium: Item Vasa & Instrumenta varia, eaque inter fibulas, Lampades, Urnas: quorum pleraque cum Museo Belloriano, quedam & aliunde coemta sunt, Dialogo illustrata. Kölln an der Spree (Variante ohne Angabe des Druckers) o.J. (1701). Vortitelblatt, gestochenes Frontispiz, Titelblatt, 8 unpaginierte, 472, 32 unpaginierte S. (Index), diverse gestochene Vignetten und zahlreiche teils ganzseitige Abb. von Münzen, geschnittenen Steinen, Reliefs, Skulpturen und weiteren Kunstobjekten der Antike. Dekesel B 70, (irrig für Band II 2 Druckvarianten der Titelseite [mit bzw. ohne Angabe des Druckers] verzeichnend; in der Tat gilt dies jedoch für Band III, siehe Dekesel a.a.O., S. 165, bildliche Wiedergaben der beiden Titelseitenvarianten von Band III). Ganzpergamenteinbände im Groß-Quartformat, wohl des 18. Jahrhunderts, auf 6 Bünden, mit blindgeprägten Deckeln und alt von Hand beschriebenen Rückentiteln. Der Doppelband mit Einriss des Bezugs oben am vorderen Gelenk. 8563 Gramm. (2)

Lorenz Beger (* 1653 in Heidelberg, † 1705 in Berlin) widmete sich an der Universität Heidelberg zunächst dem Studium der Theologie, verlegte sich aber dann auf die Rechtswissenschaften, in denen er 1675 das Lizentiat erwarb. Seine erste berufliche Beschäftigung fand er als Bibliothekar in Heidelberg am Hofe Pfälzer Kurfürsten Karl I. Ludwig. Bald darauf wurde ihm dort auch die Betreuung der fürstlichen Sammlung von geschnittenen Steinen und Münzen übertragen. Zu seinen Obliegenheiten zählten auch die Erstellung eines Katalogs der herrschaftlichen Antikensammlung mit dem Titel 'Thesaurus ex Thesauro Palatino selectus', der 1685 erschien. Die von Beger betreute Sammlung gelangte nach dem Ableben seines kurfürstlichen Arbeitgebers infolge von Erbverträgen in den Besitz von Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg, der sie in die die kurfürstlich-brandenburgische Kollektion einverleibte. Doch nicht nur die Sammlungsobjekte fanden eine neue Heimat, sondern auch ihr Kustos. Beger siedelte nach Berlin über, wo er 1686 die Stelle als Antiquar der Sammlungen und Zweiter Bibliothekar der Bücherbestände am Hofe Friedrich III, von Brandenburg übernahm. Ab 1688 betreute und leitete Beger dort das Antikenkabinett und erhielt 1693 den Posten als Oberaufseher der gesamten kurfürstlichen Kunst- und Raritätenkammer, den er bis zu seinem Ableben kenntnisreich versah (Friedrich von Kenner, in: Allgemeine Deutsche Biographie, Band 2, Leipzig 1875, S. 271 f). Die Früchte seiner intensiven Beschäftigung mit den darin befindlichen antiken Steinschneidearbeiten, Münzen und künstlerischen bzw. kunstgewerblichen Hinterlassenschaften der Antike schlugen sich nur wenige Jahre später in seinem Werk 'Thesaurus Brandenburgicus selectus' nieder. Für die Herstellung dieser in drei Teilbänden verausgabten Veröffentlichung wurden unter anderem auch fast sämtliche ebenfalls nach Berlin gelangten kupfernen Druckplatten seines in seiner Heidelberger Zeit 1685 herausgegeben 'Thesaurus ex Thesauro Palatino selectus' verwendet (Sepp-Gustav Gröschel. Lorenz Beger, Thesaurus Brandenburgicus selectus III. Archäologie am Hofe Friedrichs Bd. I-III. In: Jahrbuch der Berliner Museen 24, 1982, S. 227–245; Hildegard Vieregg. Vorgeschichte der Museumspädagogik. Dargestellt an der Geschichte der Museumsentwicklung in den Städten Berlin, Dresden, München und Hamburg bis zum Beginn der Weimarer Republik, Münster/Hamburg 1991, S. 10-12). Im 1696 erschienenem ersten Band des 'Thesaurus Brandenburgicus', publizierte und besprach Beger antike Steinschneidearbeiten sowie Münzen der antiken griechischen Welt, in thematische Sachgruppen gegliedert. Sein 1698 herausgegebener zweiter Band widmete sich hingegen den Münzen der Römischen Republik sowie den Reichs- und Provinzialprägungen der Römischen Kaiserzeit. In dem 1701 herausgegebenen dritten Band des Beger'schen Hauptwerks werden ausschließlich nichtnumismatische Objekte der Antike aus der Berliner Sammlung behandelt.

Recto auf vorderem fliegenden Vorsatzblatt beider Einbände der handschriftliche Besitzereintrag J. B. Van de Mortel 1798. Der Genannte dürfte identisch sein mit Johannes Benedicts Josephus Van de Mortel (* 1751 in Hertogenbosch, † 1801 in Xanten). Als nachgeborener Sprössling eines niederländisch-belgischen Patriziergeschlechts trat er in den geistlichen Stand ein und verstarb als Kanoniker des Stifts St. Viktor in Xanten (A. F. van Beurden, Het geslacht van de Mortel, Roermond 1896, S. 16).

Auf dem Vortitelblatt eine in klassizistischer Manier (Schrifttafel auf einer mit einer Girlande behangenen Kartusche) gestaltete Stempelung mit der Aufschrift BIBL. GYMN. / CATV. Auf den Spiegeln der Vorderdeckel ist ferner ein gedrucktes Etikett eben jener Gymnasialbibliothek angebracht worden.
Im 20. Jahrhundert wurde ein Blatt der Vorsätze und die Titelseite mit zwei rechteckigen Stempelvarianten der Bibliothek des St. Aloisius-Kollegs den Haag gekennzeichnet [Bibliotheek Aloysius-College / s'Gravenhage.] Diese schulische Einrichtung wurde 1917 von Jesuiten gegründet und bestand bis zum Jahre 2016.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6074
BEGER, L.

De Nummis cretensium serpentiferis disquisitio antiquaria. Qua Cretensium ab Asia, Asiaticorumque à Serpentibus credita Origo adstruitur: Indeque & Numismatibus serpentiferis Antonii et Augusti, Aliorumque sua Lux affunditur. Köln an der Spree (Ulrich Lieprecht) 1702. 35 S., Titel-, Kopf- und Schlussvignetten, diverser Textkupfer. Dekesel/Dekesel-de Ruyck B221. Steifbroschur im knappen Groß-Quartformat, mit Rauhschnitt, wohl des letzten Drittels des 20. Jahrhunderts. Die Buchdecke außen gänzlich mit Tuschepapier bezogen. 338 Gramm.

Lorenz Beger (* 1653 in Heidelberg, † 1705 in Berlin) widmete sich an der Universität Heidelberg zunächst dem Studium der Theologie, verlegte sich aber dann auf die Rechtswissenschaften, in denen er 1675 das Lizentiat erwarb. Seine erste berufliche Beschäftigung fand er als Bibliothekar in Heidelberg am Hofe Pfälzer Kurfürsten Karl I. Ludwig. Bald darauf wurde ihm dort auch die Betreuung der fürstlichen Sammlung von geschnittenen Steinen und Münzen übertragen. Zu seinen Obliegenheiten zählten auch die Erstellung eines Katalogs der herrschaftlichen Antikensammlung mit dem Titel 'Thesaurus ex Thesauro Palatino selectus', der 1685 erschien. Die von Beger betreute Sammlung gelangte nach dem Ableben seines kurfürstlichen Arbeitgebers infolge von Erbverträgen in den Besitz von Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg, der sie in die kurfürstlich-brandenburgische Kollektion einverleibte. Doch nicht nur die Sammlungsobjekte fanden eine neue Heimat, sondern auch ihr Kustos. Beger siedelte nach Berlin über, wo er 1686 die Stelle als Antiquar der Sammlungen und Zweiter Bibliothekar der Bücherbestände am Hofe Friedrich III, von Brandenburg übernahm. Ab 1688 betreute und leitete Beger dort das Antikenkabinett und erhielt 1693 den Posten als Oberaufseher der gesamten kurfürstlichen Kunst- und Raritätenkammer, den er bis zu seinem Ableben kenntnisreich versah (Friedrich von Kenner, in: Allgemeine Deutsche Biographie, Band 2, Leipzig 1875, S. 271 f). In dieser selbstständigen Schrift widmete sich Beger den antiken Münzen mit Schlangendarstellungen.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6075
BENTINCK, C.S.

Catalogue d’une Collection de Medailles antiques, faite par la Csse Douair. de Bentinck, née Csse d’Aldenburg, Dame de Varel, Kniephausen et Doorwerth. Vollständiges Set des Sammlungskatalogs, vereint in 2 gleichartig gestalteten Einbänden. Beinhaltend: [I.] Premiére partie. Contenant: Les rois grecs et autres. Les consulaires en argent. Les empereurs en grand bronze. Les empereurs en moyen bronze. Les empereurs en petit bronze. Amsterdam (Erben von K. Eel) 1787. XII S., S. 1-726, diverse gestochene Abb. von Münzen im Text. [II.] Seconde partie. Contenant: les empereurs en argent. les peuples, iles et villes. Amsterdam (Erben von K. Eel) 1787. Titelblatt, S. 727-1122, diverse gestochene Abb. von Münzen im Text. [III.] Supplément aux catalogue d'une collection des medailles antiques, faite pa la Csse Douair. de Bentinck, née Csse d’Aldenburg, Dame de Varel, Kniephausen et Doorwerth. Amsterdam (Erben von K. Eel) 1788. XLII S., 1 Blatt, S. 1-241, sowie Anhang mit dem Titel: Medailles de mon catalogue Qui n'ont pas été gravées encore, & qui ont paru mériter de l'être. 39 S., mit Beschreibung und gestochene Abb. von 42 Münzen. Dekesel/Dekesel-De Ruyck -; Lipsius S. 37. Maroquin-Halbledereinbände, wohl der 2. Häfte des 19. Jahrhunderts, mit goldgeprägten Rücken, je einem goldgeprägtem Titelschild aus rotem Leder sowie einem goldgeprägten Bandzählungsschild aus grünem Leder, und je einem textilen Lesebändchen. Die Deckel außen bezogen mit Achatmarmorpapier, die Vorsätze aus Steinmarmorpapier. Das Leder leicht berieben, sonst befinden sich die Buchblöcke und Einbände in einem sehr ordentlichem Zustand, der Vorderschnitt am Fuß mit leichten Flecken. 4518 Gramm. (2)

Diese Veröffentlichung gelangte nicht in den Buchhandel ihrer Zeit, sondern wurde als reine Privatausgabe herausgebracht, die von der Autorin numismatisch Interessierten oder Persönlichkeiten aus ihrer gesellschaftlichen Sphäre bzw. ihrem persönlichen Umfeld überlassen hat.

Charlotte Sophie Gräfin von Bentinck (* 1715 in Varel, † 1800 in Hamburg) stammte aus dem reichsgräflichen Geschlecht des Hauses Aldenburg. Sie war eine gebildete, selbstbewusste, nach Unabhängigkeit strebende und schillernde Persönlichkeit, die ihre Interessen durchaus streitbar vertreten konnte.
Ihr Großvater Anton [I.] von Aldenburg (* 1633 in Kirchhatten, † 1680 in Varel) war der aus einer nichtehelichen, unstandesgemäßen Verbindung stammende einzige Nachkomme des regierenden Grafen Anton Günther von Oldenburg-Delmenhorst. Anton Günther versah seinen Sohn mit dem Familiennnamen Aldenburg (die alte dokumentierte Namensform des Geschlechternamens Oldenburg) und betrieb 1653 erfolgreich dessen Erhebung in den Reichsgrafenstand. Für eine standesgemäße Lebensführung übertrug er dem Filius diverse Rechte und Besitzungen, zu denen insbesondere das Amt Varel und die Herrschaft Kniphausen gehörten.
Bereits in der zweiten Generation der in Varel residierenden Aldenburger zeichneten sich indes finanzielle Schwierigkeiten ab, die den weiteren Schicksalsweg der Familie bestimmten. Anton II. von Aldenburg (* 1681 in Varel, † 1738 ebendort), der damalige Chef des Hauses und zugleich Vater der Charlotte Sophie, sah sich um 1730 aufgrund nicht eingelöster Hypotheken und weiterer, bei diversen Geldgebern kulmulierter Schulden gezwungen, einen Bürgen zu finden, der für die Begleichung sämtlicher offener Zahlungsverpflichtungen garantierte. Er fand ihn in Person des holländischen Staatsmanns Willem Bentinck (* 1704 in London, † 1774 in Den Haag), der als Ratspräsident der niederländischen Provinzen von Holland und Friesland in Den Haag residierte. Bentink drängte den Aldenburger, als Gegenleistung für seinen finanziellen Schutzschirm ihm dessen einzige und erbberechtigte Tochter zur Ehefrau zu geben. Die junge Frau widersetzte sich anfangs, schon allein deswegen, weil sie sich damals bereits zu ihrem Cousin, dem regierenden Grafen Wilhelm Albrecht von Schaumburg-Lippe hingezogen fühlte. Doch schließlich konnten ihre Eltern sie zur Heirat mit dem Niederländer bewegen. Der Eheschluss brachte dem Bräutigam auch die Verleihung des Reichsgrafentitels ein. Nachdem der kirchliche Segen 1733 über das ungleiche Paar gesprochen worden war, begleitete Charlotte Sophie als Gräfin Bentinck ihren Gemahl nach Den Haag. Sie führten dort eine reine Zweckehe, aus der 1734 und 1737 zwei Söhne hervorgingen, die die Fortführung des Hauses Bentinck-Aldenburg gewährleisteten. Als Anton II. von Aldenburg im Jahre 1738 verstorben war, trennte sich unsere Protagonistin von ihrem ungeliebten Ehemann, verließ Den Haag und begab sich zurück in ihre nordwestdeutsche Heimat. Über Jahre übte sie ihr alleiniges Regiment über die aldenburgischen Besitzungen aus und führte ein schillerndes Leben, in dem sie sich von ihren Bedürfnissen leiten ließ und und ihre intellektuellen Neigungen pflegen konnte. So nahm sie ihre Beziehung zu Graf Albrecht Wolfgang wieder auf, der mittlerweile in zweiter Ehe mit einer ihrer Jugendfreundinnen verbunden war und fortan mit beiden Frauen in einer Menage à trois im Bückeburger Schloss führte. Aus der Beziehung mit Sophie Charlotte gingen sodann zwei Söhne hervor, deren Namen und Lebensdaten in diversen Quellen unterschiedlich notiert sind. Der Erstgeborene war wohl Karl (vermutlich * 1740 in Varel, † 1813 in Sonneberg, Thüringen), ihm folgte einige Jahre später sein Bruder Carl Wilhelm (* 1743, † 1806). Aufgrund ihrer illegitimen Herkunft wurden sie nicht in das Haus Schaumburg-Lippe aufgenommen, stattdessen übertrug man ihnen fremde Familiennamen, Karl erhielt jenen des Landdrosten Clamor Johann Georg von Donop, Wilhelm den Erstnamen des Leutnants und Leibdieners Weisbrod. In Bückeburg lernte Charlotte Sophie auch den französischen Philosophen und Schriftsteller Voltaire kennen, mit dem sie weiterhin in brieflichen Kontakt stand und langjährigen gedanklichen Austausch pflegte. 1740 war die Scheidung von William von Bentinck offiziell erfolgt. Die förmliche Auflösung dieser Verbindung brachte die Geschiedene in erhebliche Kalamitäten, da sie den finanziellen Forderungen ihres vormaligen Gattens nicht hinreichend nachkam, die aus dem gemeinsamen Ehevertrag, aber auch aus dessen Ansprüchen als Hauptkreditgeber ihres Vaters Anton II. resultierten. Daraus erwuchs ein langjähriger Streit. Anfangs konnte sich Charlotte Sophie in dieser Auseinandersetzung der Unterstützung von Graf Albrecht Wolfgang bedienen. Als dieser jedoch 1748 verstarb, verlor sie ihren maßgeblichen Förderer und musste 1750 Schloss Bückeburg verlassen. Nun begann eine wechselvolle Zeit. Ihr weiterer Weg führte sie anschließend nach Berlin und an den Hof Friedrichs des Großen in Potsdam, wo sie abermals Voltaire begegnete. In der preußischen Hauptstadt wohnte sie bis 1753. Zur Lösung der Zwistigkeiten mit ihrem vormaligen Ehemann unterzeichnete sie 1754 eine Vereinbarung, in der sie zu Gunsten ihrer beiden gemeinsamen Söhne auf Varel und Kniphausen gegen Zahlung einer jährlichen Apanage verzichtete und damit auch auf ihren Wohnsitz. In Anbetracht dieses Verlustes führte sie ihr Weg nach Leipzig, wo sie von November bis 1755 lebte. 1757 verlor sie ihre nordwestdeutschen Besitzungen endgültig, sie blieben bis 1854 im Besitz der Familie Bentinck-Aldenburg. Noch im selben Jahr begab sie sich nach Wien, wo sie vergeblich gegen die Entziehung ihrer Erbgüter juristisch vorzugehen versuchte. Sie verließ Österreich 1758, reiste nach Venedig und begab sich sodann auf eine Italientour. Auf ihrem Rückweg nach Nordwestdeutschland besuchte sie Voltaire auf seinem bei Genf gelegenen Landsitz. 1761 konnte sie eine Wohnung im Schloss Jever beziehen. Seit 1766 lebte sie in Hamburg. Dort widmetete sie sich vornehmlich der literarisch-politischen Salonkultur. Auch blieb ihr hinreichend Muße zur Beschäftigung mit ihrer Bibliothek (Verzeichnis der 303 darin enthaltenen numsimatischen Publikationen, siehe Friedrich Schlichtegroll, Notice d’une collection de medailles antiques Grecques et Romaines, München 1815, S. 11-16) sowie mit ihrer Sammlung antiker Münzen und anderer archäologischer Objekte, die sie trotz ihrer widrigen Lebensumstände seit vielen Jahren aufgebaut hatte. Damit zählt Gräfin Charlotte Sophie zu den wenigen Frauen des 18. Jahrhunderts, die eine solche Passion in Eigenregie pflegte. Sie war in der numismatischen Szene vernetzt und hatte briefliche Kontakte mit ausgewiesenen Fachleuten, so mit Joseph Eckhel (* 1737, † 1790) in Wien (Daniela Williams, Charlotte Sophie Bentinck,Joseph Eckehel and numismatics. In; Virtus, Band 25, 2018, S. 127-143). Münzkäufe dürfte sie auch auf ihren ausgedehneten Reisen getätigt haben, so während ihres längeren Italienaufenthalts, aber auch infolge ihrer weitverzweigten gesellschaftlichen Kontakte dürfte sie an numismatisches Material gelangt sein. Beispielsweise läßt sich die Provenienz von einigen ihrer Stücke aus der Sammlung von Abraham Joseph Michelet de Vatimont d'Ennery (* 1709, † 1786) nachweisen, eines der Mitbegründers der Akademie in Metz (zu diesem Sammler siehe auch: Hadrien Rambach, Collectionneur Michelet D'Enneryy et le collectionisme au XVIIIe siècle. In: Bulletin de la Société Française de Numismatique 2021, 76 (4), S. 172-179), dessen Sammlung nach seinem Tode versteigert worden ist (Pascal François Joseph Gossellin/Jean Baptiste Louis “de“ Romé de L'Isle/Ch. Ph Campion de Fersan, Catalogue de son Cabinet des médailles antiques et modernes, principalement des inédites et des rares en or, argent, bronze etc. du cabinet de M. d'Ennery, écuyer. Paris 1788).
Charlotte Sophie von Bentinck konnte ihr hier offeriertes Werk 1787 und 1788 zur Veröffentlichung bringen. Die Kupferstichplatten für die Illustrationen des Supplementbandes soll ihr Sohn Carl Wilhelm Weisbrod gestaltet haben, den sie auf seinem Weg zum Zeichner und Radierer nach seiner Ausbildung in Stuttgart und Westfalen mit einem Stipendium in Paris gefördert haben soll. Möglicherweise besteht hier jedoch eine Verwechslung mit dem 1743 in Stuttgart geborenen und um 1806 in Verden an der Aller verstorbenen gleichnamigen Zeichner und Radierer (zu Letzterem siehe: Thieme/Becker Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Band 35, S. 310f). Ihre numismatische Bestände vermachte sie hingegen ihrem älteren Sohn Karl von Donop. Er baute die Kollektion beträchtlich aus und hinterließ sie seinen Erben, die sie 1852 an Heinrich Philipp Cappe (* 1799, † 1862) veräußerten (Mario Schlapke, Zwei keltische Münzen als Altfunde vom Dolmar. - ein Beitrag zur Gruppe der stark barbarisierten Athena-Nuke-Nachahmungen. In: Alt-Thüringen, Band 41, 2008/2009, S. 271-284, hier S. 276-278). Noch zu Lebzeiten ließ Cappe 1860 wenigstens den Großteil dieser Erwerbung des von Donop'schen numismatischen Nachlasses im Zuge der vom Buchhändler T. O. Weigel veranstalteten Auktion auflösen (Verzeichniss einer sehr bedeutenden Münz- und Medaillen-Sammlung, welche nebst einem Anhange von numismatischen Büchern und heralischen Sammlungen am 1. Juni 1869 versteigert wird. Siehe dazu den aufschlussreichen Kommentar in Numismatische Zeitung [Weißensee], 27. Jahrgang, Heft 4, S. 32: 'Die erste Abtheilung dieser Sammlung stammt aus dem Nachlasse des verstorbenen Hofrathes von Donop und ging von dessen Erben in die Hände des Rentiers Herrn Cappe in Dresden über '....). Daraus gelangte eine 52 Exemplare umfassende Partie griechischer Münzen ind Münzkabinett der Georg-August-Universität Göttingen.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6076
BRICAULT, L./BURNETT, A./DROST, V./SUSPENE, A. (Hrsg.).

Rome et les Provinces. Monnayage et histoire. Mélanges offerts à Michel Amandry. (Ausonius Editions, Numismatica Antiqua 7) Bordeaux 2017. 463 S., zahlreiche Abb. Orig.-Englische Broschur. 1418 Gramm.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6077
BURNETT, A./WARTENBERG, U./WITSCHONKE, R. (Hrsg.).

Coins of Macedonia and Rome: Essays in Honour of Charles Hersh. London 1998. XII, 229 S., 34 Tfn. Orig.-Ganzleineneinband. 1313 Gramm.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6078
CALLATAY, F. de/VAN HEESCH, J.

Greek and Roman Coins from the du Chastel Collection. Coin Cabinet of the Royal Library of Belgium. London 1999. Frontispiz, XIX, 162 S., 41 Tfn. Orig.-Ganzleineneinband. Beigefügt: DEUTSCHE BUNDESBANK (Hrsg.). XXXVIII, 102 unpaginierte S., 72 Tfn. Orig.-Ganzleineneinband. FRANKE, P.R./PAAR, I. Die antiken Münzen der Sammlung Heynen. Katalog mit historischen Erläuterungen. Köln 1976. 231, 2 unpaginierte S., 77 Tfn. Orig.-Ganzleineneinband. STAATLICHE MUSEEN PREUSSISCHER KULTURBESITZ (Hrsg.). Antike Münzen aus der Sammlung Amersdorffer. Berlin 1976. Orig.-Broschur. GERCKE, P./HAMBORG, B. (Bearb.). Antike Münzen. Katalog der Sammlung und der Leihgaben. (Kataloge der Staatlichen Kunstsammlungen Kassel Nr. 12). Kassel 1985. 133 S., zahlreiche Abb., 10 Tfn. Orig.-Broschur. POSTEL, R. Katalog der antiken Münzen in der Hamburger Kunsthalle. Text- und Tafelband. Hamburg 1976. 347 S.; 130 Tfn. Orig.-Broschuren. 5598@ Gramm. (6)

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6079
COHEN, E.E.

Dated Coins of Antiquity. A comprehensive catalogue of the coins and how their numbers came about. Lancaster/London 2011. 652 S., zahlreiche Abb. Orig.-laminierter Pappband.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6080
DIVERSE AUTOREN.

Privater Sammelband mit Sonderdrucken von Beiträgen zur griechischen, keltischen und römischen Numismatik. Die zeitliche Frequenz dieser Veröffentlichungen reicht von 1898 bis 1935, sie entstammen aus einer breiten Spanne von wissenschaftlichen Numismatikern, Sammlern und Händlern (Henri Jacques Scharp; Julius Cahn; Joseph Lückger; Angelo Meliu; Francesco Gnecchi; Andreas Alföldi; Miklós Dessewffy; Giuseppe de Ciccio; Enrico Clausetti; Arturo Anzani; Friedrich Stefan; Carl Nathan Mayer; Leon Ruzicka). Ganzleineneinband, wohl der zweiten Hälfte der dreißiger Jahre bis ca. 1960, mit goldgeprägtem Rücken, der Einband gelockert, ein handschriftliches Schreiben lose. Beigefügt: BELLINGER, A./BERLINCOURT, M.A. Victory as a Coin Type. (Numismatic Notes and Monographs 149). New York 1962. 68 S., 13 Tfn. Orig.-Broschur. KLOSE, D.O.A./STUMPF, G. Sport, Spiele, Sieg. Münzen und Gemmen der Antike. München 1996. 165 S., zahlreiche Abb. 12 mehrfarbige Tfn. Orig.-Broschur. 2449 Gramm. (3)

Einige Sonderdrucke sind von ihren Verfassern mit handschriftlichen Grußformeln ausgestattet worden, Friedrich Stefan und Arturo Anzani und haben hingegen ihren Schriften von 1995 bzw. 1929 jeweils ein handschriftliches Schreiben beigefügt, das in beiden Fällen an J. Schulman, Amsterdam adressiert ist. Beide Briefe sind vom Buchbinder dieses Sammelbandes vor bzw. hinter den betreffenden Sonderdrucken eingefügt worden. Der Sonderdruck des Beitrags 'Overzicht av het romeinsche muntwezen' (aus: Festuitgave, den leden van het Koninklijk Nederlandsch Genootschap voor Munt- en Penningkunde, Amsterdam 1917) trägt recto auf dem Vortitelblatt die Stempelung von W. C. BRENKMAN, UTRECHT. Nachweisbar ist ein Willem Cornelis Brenkman (* 1880 in Utrecht, † 1938 in Amsterdam), siehe: https://www.genealogieonline.nl/stamboom-koch-de-leur/R1405.php.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6081
EISENSCHMID, J.C.

De ponderibus et mensuris veterum Romanorum, Graecorum, Hebareorum; Bec non de valore pecuniae veteris, duisquisitio. Accesserunt hac editione tabulae scipii nummariae et variis auctoribus de pecunia Romanorum excerpta. 2. Auflage, Straßburg (Henrich Leonhard Stein) 1737. Titelblatt, 24 unpaginierte, 219, 13 unpaginierte S., 2 gefaltete Tfn. Dekesel/Dekesel-De Ruyck E60. Halbpergamenteinband im Klein-Oktavformat, mit Rotschnitt, Eckbezügen und Titelprägung auf dem Rücken, die Deckel außen mit mehrfarbig marmoriertem Papier bezogen. 210 Gramm.

Auf dem Spiegel des Vorderdeckels Exlibris für Hasso Schwänke.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6082
FUNKE, C.P.H. (Hrsg.).

Atlas der Alten Welt. Bestehend aus zwölf Charten, entworfen und gezeichnet von G. U. A. Vieth, und mit erklärenden Tabellen herausgegenen v. C. Ph. Funke. 3. Auflage, Weimar (Geographisches Institut) 1816. 28 unpaginierte S. auf dickem, bläulich getönten Ppier, 11 (von 12) grenzkolorierten Karten. Halbledereinband, wohl der Zeit mit Eckbezügen. Die Deckel außen mit Steinmarmorpapier bezogen. Die Buchdecke stark berieben, die ledernen Bezüge mit ausgedehnten Fehlstellen, 3 Text- und 2 Kartenblätter mit je einem Fleck, die Bindung gelockert. Es fehlt die Karte von Kleinasien. 375 Gramm.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6083
GÖBL, R.

Antike Numismatik. Das komplette zweibändige Set, beinhaltend Band I: Einführung, Münzkunde, Münzgeschichte, Geldgeschichte, Methodenlehre, praktischer Teil. Band II: Fussnoten zum Gesamtwerk, Literaturverzeichnis, Stichwörterverzeichnis, Katalog, Tafeln und Tabellen. München 1978. 284 S.; 283 S., 176 Tfn., 19 Tabellen, 1 Karte. Orig.-Ganzleineneinbände. 2630 Gramm. (2)

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6084
GRÄSSE, J.G.TH.

Handbuch der Alten Numismatik von den ältesten Zeiten bis auf Constantin d. Gr. Nach den besten Quellen bearbeitet und mit vielen Abbildungen der schönsten Originalmünzen versehen zum Selbststudium für Freunde des Alterthums. Leipzig (Ernst Schäfer) 1854. VI, 241, 144 unpag. S., 72 Tfn. mit golden oder silbern oder gefassten reliefierten Abb. von Münzen. Leitzmann siehe S. 50 (dort mit einem etwas abweichendem Titel notiert). Halbledereinband im Groß-Oktavformat, wohl der sechziger bis achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts, mit gold- und blindgeprägtem Rücken. Die Deckel außen mit Steinmarmorpapier bezogen. Die Textseiten mitunter etwas fleckig, doch insgesamt ein Exemplar von gepflegtem Zustand. 1275 Gramm.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6085
HAYM, N.F./CHRISTIANI, A. [conte de].

Thesauri Britannici pars prima, seu museum numarium, complexum numos graecos, et latinos omnis metalli, et formae necdum editos. Wien (Georg Ludwig Schulz) 1762. Frontispiz, 16 unpaginierte, 296, 8 unpaginierte S., 30 gefaltete Tfn. Dekesel/Dekesel-De Ruyck H165 (Vol. I). Beigebunden: CHRISTIANI, A. [conte de]. Adpendicula ad numismata graeca populorum et urbium a Iacobo Gesnrero tabulis aeneis repraesentata. Wien (Georg Ludwig Schulz) 1762. 80 S., 2 gefaltete Tfn. Dekesel/Dekesel-De Ruyck C370. DERS. Materia tentaminis publici. Wien (Georg Ludwig Schulz) 1762. 32 unpaginierte S. Dekesel/Dekesel De Ruyck C371. Ganzledereinband der Zeit im Quartformat, auf 5 Bünden, Goldschnitt, der Rücken und die Deckel goldgeprägt. Die Vorsätze aus marmoriertem Papier. Vereinzelt kleinere Fehlstellen am ledernen Bezug der Buchdecke. 2306 Gramm.

Der Musiker, Komponist, Librettist und numismatische Autor Nicola Francesco Haym (auch: Haim) (* 1678 in Rom, † 1729 in London) hatte in der Sprache seines Geburtslandes einen zweibändigen Katalog antiker Münzen aus britischen Sammlungen verfasst, der unter dem Titel 'Tesoro Britannico' 1719 und 1720 in London erschienen ist.
Eine Bearbeitung dieses Werks in lateinischer Sprache erschien mehr als eine Generation später. Die Bearbeitung des ersten, 1762 verausgabten Bandes, besorgte der damals in Wien lebende italienische Graf Aloisio Cristiani, Band II wurde unter Christianis Mitwirkung unter der Direktive von Joseph Khell von Khellburg zur Veröffentlichung vorbereitet und in zwei Druckversionen 1764 bzw. 1765 herausgegeben.

Auf dem Spiegel des Vorderdeckels ein Exlibris für den Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Bartholomäus Anton Migazzi, Graf zu Wall und Sonnenthurm (*1714 in Trient, † 1803 in Wien), auf dem marmorierten Vorsatzblatt die Spuren eines herausgelösten Zettels (wohl eines einst vorhandenen weiteren Exlibris).

Recto auf dem fliegenden Vorsatzblatt der handschriftliche, wohl auch ins 18. Jahrhundert zu datierende gräfliche Besitzereintrag Ex Libris Comitis Petro Czap[..., unleserlich].

Auf der Titelseite der handschriftliche Besitzeintrag Bibliothecae Vaciensis Schol Piar (i. e.: der Biblothek des Ordens der Piaristen [korrekt: Ordo Clericorum Regularium Pauperum Matris Dei Scholarum Piarum) zu Vac [zugehörig]). Die Piarisiten widmeten sich vorrangig der schulischen Lehre und zeigten im 18. Jahrhundert eine gewisse Offenheit für aufklärerische Ideen. Ihr Stellenwert im Schulwesen des Habsburgerreiches wuchs erheblich infolge der Aufhebung des Jesuitenordens anno 1783. Eines ihrer Zentren in Ungarn befand sich in Vácz (deutsch: Waitzen), unweit von Buda (Ofen) gelegen.

Auf der unbedruckten Rückseite des Frontispizblattes die in ungarischer Sprache gefasste, wohl aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammende Rundstempelung eines öffentlichen Bibliothekszentrums.

Unterhalb des Exlibris ein altes, wohl ins 19. Jahrhundert zu datierendes Standortetikett der Bibliothek des Hauses der Gnaden und Lehrer in Vácz (A váczi kegyes-tanitórendi ház könyvtara).

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6086
HERBERT, T., EARL OF PEMBROKE AND OF MONTGOMERY.

Numismata antiqua in tres partes divisa. collegit olim et aeri incidi vivens curavit Thomas Pembrochiae et Montis Gomerici Comes. Vollständiges Set 4 dieses prächtigen Tafelwerks, vereint in einem Einband. o. O. (London) 1746. Haupttitelblatt, [part I, Goldmünzen:] 38 Tfn.; [part II:] 1 Blatt mit Münzmessskala, 98 Tfn. (Silbermünzen der griechischen Welt); [part III:] 129 Tfn. (Münzen aus Silber und unedlen Metallen aus der Zeit der römischen Republik und der Kaiserzeit); 41 Tfn. (englische, schottische und ausländische Münzen seit dem Mittelalter, Medaillen), [Index:] 8 unpaginierte S. mit einer Holzschnittdruckermarke am Schluss. Dekesel/Dekesel-De Ruyck P247. Ganzledereinband im Quartformat, wohl der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, mit rot und blau gesprenkeltem Schnitt, 6 Bünden, der goldgeprägte Rücken mit goldgeprägtem Rückenschild, die schwarz geflammten Deckel mit Goldprägung auf ihren Außenseiten, Kanten und Innenrändern. Beide Deckel tragen ein gleichartiges Supralibros, mit einem von einer Adelskrone überhöhten Basilisken, der im Zentrum aus diversen Ornamenten gebildeten kreuzförmigen Arrangements steht. Die vier Kreuzarme sind ebenfalls mit einer entsprechenden Adelskrone überhöht. Die Buchdecke berieben, mit wenigen kleinen Fehlstellen am Bezug, die Ecken etwas bestoßen. Der Vorderdeckel lose, die Bindung ansonsten in einem soliden Zustand. 3640 Gramm.

Das vorliegende Werk ist vollständig, es ist ohne beschreibende oder kommentierende Texte verlegt worden.

Thomas Herbert, 8th Earl of Pembroke und 5th Earl of Montgomery (* 1656 in London, † 1733) erbte nach dem Tode seiner zwei älteren Brüder den Adelstitel seiner Familie und wurde deren Oberhaupt. Obgleich er damit auch Mitglied des Parlaments wurde, galten seine Interessen und sein Engagement weniger der Politik, sondern der intellektuellen Beschäftigung auf dem Gebiet der Kunst und Kultur. Er wurde Mitglied der Royal Society und stand dieser 1689/90 vor. So ist es kaum verwunderlich, dass das Sammeln von Kunst, Altertümern und Büchern eine keineswegs unbedeutende Rolle im Leben von Thomas Herbert spielte. Er bereicherte seinen Wohnsitz Wilton House, der sich seit Generationen im Besitz seiner Familie befand, durch eine Vielzahl an Gemälden, einen seinerzeit in England beispiellosen Bestand antiker Skulpturen und nicht zuletzt auch durch ein bedeutendes Münzkabinett (Amanda Spraggs-Hughes, The Politics of Patronage: Cultural Authority and the Collections of the Earls of Pembroke at Wilton House. Thesis [...] for the Degree of Master of Arts in the field of Historical Studies, Graduate School Southern Illinois University Edwardsville May, 2017, S. 45-67). Seine hinterlassene Münzensammlung blieb über mehrere Generationen im Familienbesitz, bis sie, verteilt auf 1500 Lose (einschließlich 4 Münzkästen), 1848 über Sotheby & Co. auf den Markt gebracht wurde (Sotheby & Co, Auktion vom 31.7.-19.8.1848, London. Catalogue of the entire Pembroke Collection of greek, roman, english, scotch, irish, and foreign medieval Coins and Medals). Im Jahre 1914 gelangte im Hause Sotheby, Wilkinson & Hodge ein Teil der von Thomas Herbert erworbenen Bücher und Manuskripte zur Auflösung (Sotheby, Wilkinson & Hodge, Auktion vom 25.-26.6.1914, London. Catalogue of a selected portion of the renowned library at Wilton House, Salisbury, the property of the Right Hon. the Earl of Pembroke […] consisting of the illuminated manuscripts, block books, and magnificent early printed books collected by Thomas, Earl of Pembroke, 1656-1733, and catalogued by Dr. Dampier, Bishop of Ely, in 1776).

Auf dem Spiegel des Vorderdeckels Exlibris für Hasso Schwänke.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6087
HOWGEGO, C.

Geld in der antiken Welt. Was Münzen über Geschichte verraten. Aus dem Englischen von Johannes und Margret K. Nollé. Stuttgart 2000. XII, 223 S. inklusive 23 Tfn. mit summa 184 Abb., 1 Vakatseite. Orig.-laminierter Pappband. STEFAN, F. Münzkunde des Altertums, mit besonderer Berücksichtigung des römischen Münzwesens bis zum Ende des 5. Jahrhunderts n. Chr., Graz 1932. 44 S., 2 Tfn. Steifbroschur, wohl des 4. Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts, der Rücken bezogen mit Textil, die Deckel mit Gustavmarmorpapier. Auf dem Titelblatt die Besitzerstempelung von Josef Erkeling, auf dem Spiegel des Vorderdeckels das Exlibris für Klaus Marowsky, Minden. MERKELBACH, R. Die Bedeutung des Geldes für die Geschichte der griechisch-römischen Welt. Stuttgart/Leipzig 1992. 79, 1 unpaginierte S., 2 Abb. Orig.-Pappband. OVERBECK, B. Das Geld der Antike. Ausstellung des Lehrstuhls für Alte Geschichte, Universität, Augsburg, zusammen mit der Stadt Kempten. Augsburg 1983. 14 S., 1 Vakatseite. Orig.-Broschur. BURRER, F./MÜLLER, H. (Hrsg.). Kriegskosten und Kriegsfinanzierung in der Antike. Darmstadt 2008. 306 S., 2 Blätter. Orig.-laminierter Pappband. HAYMANN, F. Antike Münzen Sammeln. Einführung in die griechische und römische Numismatik, Exkurse zu Kelten und Byzantinern. Regenstauf 2016. 176 S., zahlreiche Abb. Orig.-laminierter Pappband. 2405 Gramm. (6)

Josef Erkeling, bergmännischer Vermessungsfahrsteiger, numismatischer Sammler und Bergbau-Fachautor, hatte im Laufe von mehreren Jahrzehnten eine Sammlung von Münzen und Medaillen mit bergbaulicher Thematik aufgebaut. 1943 nahm ihn die Österreichische Numismatische Geselllschaft in ihre Reihen als Mitglied auf. Nach seinem Ableben das konnte das Bergbau-Museum Bochum 240 Exemplare seiner numismatischen Kollektion erwerben (Slotta, R. [Hrsg.], 75 Jahre Deutsches Bergbau-Museum Bochum [1930 bis 2005]. Vom Wachsen und Werden eines Museums Band 2, Bochum 2005, S. 691).
Klaus Marowsky (* 1925 in Minden, † 2005 ebendort), war Buchhändler, Münzensammler und langjähriger Vorsitzender der Münzfreunde Minden.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6088
IMHOOF-BLUMER, F.

Porträtköpfe auf antiken Münzen hellenischer und hellenisierter Völker. Mit Zeittafeln der Dynastien des Altertums nach ihren Münzen. Leipzig 1885. IV, 95 S., 8 Tfn. Orig.-Halbleineneinband mit aufmontiertem Deckelschild, die Deckel an den Kanten etwas berieben und bestoßen. Beigefügt: DERS. Porträtköpfe auf römischen Münzen. Unveränderter Nachdruck Leipzig/Berlin 1922 der 2. verbesserten Ausgabe Leipzig 1892. Orig.-Pappband. Kleine Defekte des papiernen Bezugs im Bereich des Rückens. 1106 Gramm. (2)

Auf dem Spiegel des Vorderdeckels der Veröffentlichung aus dem Jahre 1885 das von der Landschaftsmalerin Martha Koepp-Susemihl 1894 für ihren Ehemann Friedrich Koepp entworfenes Exlibris. Recto auf dem fliegenden Vorsatzblatt handschriftlich sein zweizeiliger Namens- und Erwerbungseintrag Koepp / 1892. Friedrich Koepp (* 1860 in Biebrich, unweit von Wiesbaden, † 1944 in Münster) studierte Archäologie und Philologie an den Universitäten Bonn und Göttingen und wurde 1883 in Bonn mit seiner Dissertation 'De gigantomachiae in poesos artisque monumentis usu' promoviert. 1884 erwarb er das Staatsexamen im Fache Alte Sprachen und Geschichte. Von 1887 bis 1896 arbeitete er als Assistent am Kaiserlich-Deutschen Archäologischen Institut in Berlin, wo er auch 1892 an der Universität habilitiert wurde noch im selben Jahr als Privatdozent Studenten in Archäologie und Alte Geschichte unterwies. 1896 erhielt er für diese Fächer einen Lehrauftrag an der Universität Münster, wo er 1907 zum Ordentlichen Professor ernannt wurde. 1916 ernannte ihn die Römisch-Germanische Kommision des Deutschen Archäologischen Instituts in Frankfurt am Main zum Direktor. Diese Stelle hatte er bis 1924 inne, als er ehrenvoll in den Ruhestand verabschiedet wurde, zudem lehrte er an der Goethe-Universität als Dozent.

Unterhalb des Exlibris dieses bekannten Archäologen ein Exlibris für Josef Erkeling, bergmännischer Vermessungsfahrsteiger, numismatischer Sammler und Bergbau-Fachautor, der im Laufe von mehreren Jahrzehnten eine Sammlung von Münzen und Medaillen mit bergbaulicher Thematik aufgebaut hatte, aus der nach seinem Ableben das Bergbau-Museum Bochum 240 Exemplare erwerben konnte (Slotta, R. [Hrsg.], 75 Jahre Deutsches Bergbau-Museum Bochum [1930 bis 2005]. Vom Wachsen und Werden eines Museums Band 2, Bochum 2005, S. 691). Nach Erkelings handschriftlichen Eintrag auf dem Exlibris dürfte er das hier offerierte Buch bereits im September 1941 erworben haben, also noch vor dem Tod von Prof. Koepp.

Auf dem Spiegel des Vorderdeckels der Veröffentlichung von 1922 ein Exlibris für Hermann Wintz. Prof. Dr. med. Dr. phil Hermann Ludwig Wintz (* 1887 in Speyer, † 1947 in Zusmarshausen, Landkreis Augsburg) hatte in Erlangen, Freiburg im Breisgau und Heidelberg Medizin, Philosophie, Physik und Chemie studiert. In Erlangen wurde er 1914 zum Dr. med. promoviert und 1920 dort auch habilitiert, Hier verbrachte er sein ganzes Berufleben an verschiedenen medizinischen Kliniken, so als langjähriger Direktor der Universitäts-Frauenklinik. Ferner lehrte er von 1921 bis 1945 als ordentlicher Professor von für Geburtshilfe und Gynäkologe an der Universität, als deren Rektot er von 1938 bis 1944 ebenfalls amtierte. Seine Mitgliedschaft in der NSDAP und die unter seinem medizinischen Direktoriat an der Frauenklinik durchgeführten Zwangssterilisationen und -abtreibungen führten nach Kriegsende zu seiner Festnahme und Einweisung in ein Internierungslager, wo er erkrankte und nach seiner Entlassung an den Folgeleiden verstarb. Gemeinsam mit dem Erlanger Lokalhistoriker Ernst Georg Deuerlein erarbeitete er das ursprünglich auf mehrere Teile konzipierte Buchprojekt 'Erlangen im Spiegel der Münze', das indes über die Veröffentlichung des 1. Teils im Jahre 1936 nicht hinauskam.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6089
IMHOOF-BLUMER, F./KELLER, O.

Tier und Pflanzenbilder auf Münzen und Gemmen des Klassischen Altertums. Leipzig 1889. X, 168 S., 26 Tfn. Orig.-Halbleineneinband im Quartformat. Beigefügt: GOETHE, J. W. von. Goethes sämmtliche Werke in vierzig Bänden, 31. Band (Stuttgart/Tübingen (J. G. Cotta) 1840. Titelblatt, 2 unpaginierte, 446 S., darin u. a. Verzeichniß der geschnittenen Steine in dem Königlichen Museum der Alterthümer zu Berlin 1827 [S. 335- 338], Hemsterhuis-Gallitzinische Gemmen-Sammlung. [S. 339-342], Notice zur le Cabinet des Médailles et des Pierres gravées de Sa Majesté le Roi des Pays-Bas; par J. C. de Jone, Directeur. A la Haye 1823 [S. 343-348], Münzkunde der Deutschen Mittelzeit [S. 349-351; betr. die als 'Regenbogenschüsselchen' geläufigen konkaven Prägungen]. Halbledereinband der Zeit im Klein-Oktavformat, wohl um 1850, mit Eckbezügen und goldgeprägtem Rücken. 1479 Gramm. (2)

Auf dem Spiegel des Vorderdeckels des Werks von Imhoof-Blumer und Keller ein Standortetikett der Bibliothek der florentiner Adelsfamilie Niccolai Gamba Castelli. bzw. eines Mitglieds dieses Geschlechts, möglicherweise des Grafen Niccolai Gamba Castelli, den Prof. Luigi Adriano Milani und Franceso Gnecchi am 15. März 1907 zum korrespondierenden Mitglied der Società italiane di numismatica e scienze affini vorgeschlagen hatten (Rivista italiana di numismatica e scienze affini 21, S. 507). Er ist auch für das Jahr 1926 als Münzensammler mit Wohnsitz in Florenz dokumentiert (Paul Neff Verlag [Max Schreiber] [Hrsg.], Pantheon: Adressbuch der Kunst- und Antiquitäten-Sammler und -Händler, Bibliotheken, Archive, Museen, Kunst-, Altertums- und Geschichtsvereine, Bücherliebhaber, Numismatiker; ein Handbuch für das Sammelwesen der ganzen Welt, Esslingen 1926, S. 139). Der Genannte war auch Mitglied der Società italiana per la diffusione e l'incoraggiamento degli Studi Classici (Atene e Roma: Bulletino Società italiana per la diffusione e l'incoraggiamento degli Studi Classici 9, 1906, Sp. 52).

Etwas tiefer positioniert das Exlibris für Hasso Schwänke.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6090
LIEBE, C.S.

Gotha numaria, sistens thesauri Fridericiani numismata antiqua aurea, argentea, aerea, ea ratione descripta, Ut Generali eorum notitiae exempla singularia subiungantur. Accedunt ex Andreae Morellii Specimine Uniuersae Rei Numarae Antiquae Excerpta, & Epistolae Tres Ez. Spanhemii, quibus rariores eiusdem Thesauri Numi illustrantur. Amsterdam (Verleger: Rudolf und Jakob Wettstein, William Smith) 1730. 12 unpaginierte, XXVI, 544, 28 unpaginierte S. (letztere: Indices und Errata). Dekesel/Dekesel-De Ruyck L174. Ganzledereinband des 18. Jahrhunderts im Großquartformat, mit Rotschnitt, 6 Bünden, goldgeprägtem Rücken, Rückenschild und einer randbegleitenden goldgeprägten vegetabilen Rahmung der Deckel, goldgeprägt sind auch die Kanten und die innere Randzone der Deckel. Der lederne Bezug etwas berieben, die Ecken bestoßen. 3406 Gramm.

Verso auf dem Titelblatt das schlichte Exlibris für AMALIA / Fürstin von / GALLITZIN. Amalie, geborene Reichsgräfin von Schmettau (* 1748 in Berlin, † 1806 in Münster, Westfalen) lernte als Hofdame der Prinzessin Anna Elisabeth Luise von Brandenburg-Schwedt den russischen Fürsten und Diplomaten Dmitri Alexejewitsch Golizyn (1734–1803) kennen, den sie 1768 heiratete. In ihren gemeinsamen Jahren in Paris und in Den Haag, setzte sich die geistreiche junge Frau intensiv mit der Literatur und Philosophie auseinander und machte sich die Ideen der Aufklärung zueigen, die sie durch Kontakte zu Voltaire und den Enzyklopädisten Denis Diderot und Jean Baptiste Le Rond, genannt d'Alembert, vertiefen konnte. Schon bald ging das Ehepaar trotz zweier kleiner gemeinsamer Kinder getrennte Wege. Das eheliche Zusammensein endete 1774 ohne Scheidung, als sich Amalie von ihrem Ehemann trennte und als Alleinerziehende ihrer Tochter und ihres Sohnes unweit von Scheveningen einen eignen Haushalt gründete. Fruchtbare Kontakte pflegte sie zum niederländischen Philosophen Frans Hemsterhuis (* 1721, † 1790), der auch ein Bekannter ihres Mannes war, später auch zu Franz Freiherr von Fürstenberg (* 1729, † 1810), der als Minister des Hochstifts Münster beachtliche Neuerungen im Schulwesen vorangetrieben hatte. Dieser führte sie in seinen von Neuerungen und zugleich vom Katholizismus bewegten Bekanntenkreis ein. Der ergiebige Austausch, den Amalie dort erlebte, bewog sie, sich 1779 gemeinsam mit ihren Kindern in dieser Stadt niederzulassen. In ihrer neuen Heimstatt sammelte sie den sogenannten 'Münsterschen Kreis' um sich, ein Netzwerk von Gleichgesinnten, Intellektuellen und reformerischen Kräften aus den Kreisen des regionalen katholischen Bürgertums und Adels, der sich zu einer der bedeutenden Kräfte der inneren Reform des Katholizismus formierte, sie pflegte aber zugleich auch persönliche Kontakte und Korrespondenzen zu Geistesgrößen ihrer Zeit, wie z. B. Johann Wolfgang von Goethe, Johann Gottfried Herder, Friedrich Schlegel, Matthias Claudius oder zum Philosophen und Handelsreformator Friederich Heinrich Jacobi (Siegfried Sudhof, in: Neue Deutsche Biographie Band 6, Berlin 1964, S. 51–53).

Unterhalb dieses Bücherzeichens ein mit SAMMLUNG / EDWIN REDSLOB bedruckter kleiner Eignerzettel. Der Kunsthistoriker Edwin Redslob (* 1884 in Weimar, † 1973 in West-Berlin)
hat auf dem fliegenden Vorsatzblatt in Bleistift auch seinen handschriftliche Namenszug E. Redslob hinterlassen.

Unten Exlibris für Hasso Schwänke.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6091
MITCHINER, M.

Oriental Coins and their Values. The Ancient & Classical World 600 B.C.-A.D. 650. London 1978. 760 S., zahlreiche Abb. Orig.-Ganzleineneinband. 3388 Gramm.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6092
MOESTA, H./FRANKE, P.R.

Antike Metallurgie und Münzprägung. Ein Beitrag zur Technikgeschichte. Basel/Boston/Berlin 1995. 184 S., zahlreiche Abb. Orig.-Ganzleineneinband. Beigefügt: SALLET, A. Handbücher der Königlichen Museen zu Berlin: Die antiken Münzen. Neue Bearbeitung von Kurt Regling. Berlin 1909. 4 unpaginierte, 148 S., zahlreiche Abb. im Text. Orig.-Ganzleineneinband. LANGE, K. Antike Münzen. Berlin 1947. 51 S., 57 Abb. im Text, 2 Tfn., 1 doppelseitige Karte. Orig.-Broschur. WEISSER, B. Schatzkammer der antiken Münzkunst. Kurzführer durch die Ausstellung des Münzkabinetts im Pergamonmuseum. Berlin 2009. 46 S., zahlreiche mehrfarbige Abb. Orig.-Französische Broschur. MILDENBERG, L. Mithrapata und Perikles. Aus: Congresso internazionale di numismatica, Band II, Rom 1965, S. 45-55 samt Tf. III-IV. Orig.-Broschur, diverse Untertreichungen. Oben auf S. 45 handschriftliche Widmung des Verfassers. WINZER, A. Antike Portraitmünzen der Perser und Griechen aus vor-hellenistischer Zeit (Zeitraum ca. 510-322 v. Chr.). Von Dareios I. bis Alexander III. Kronberg 2005. 70 S., 6 Tfn. Orig.-Broschur. 1755 Gramm. (6)

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6093
PETER, U./WEISSER, B. (Hrsg.).

Translatio nummorum. Römische Kaiser in der Renaissance. Akten des internationalen Symposiums Berlin 16.-18. November 2011. (Cyriacus. Studien zur Rezeption der Antike Band 3) Mainz/Ruhpolding 2013. 360 S., zahlreiche Abb. Orig.-Englische Broschur. 1411 Gramm.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6094
POSTEL, R.

Katalog der antiken Münzen in der Hamburger Kunsthalle. Text- und Tafelband. Hamburg 1976. 347 S.; 130 Tfn. Orig.-Broschuren. Beigefügt: BÖRGER, H. Die antiken Münzen und die Medaillen der Kunsthalle zu Hamburg. Führer und Verzeichnis der Schausammlung. I. Teil: Bis zur Mitte des XIX. Jahrhunderts. 145, 1 unpaginierte S., 10 Tfn. Orig.-Broschur. 1245 Gramm. (3)

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6095
R[adnoti].-ALFÖLDI, M.

Antike Numismatik. Vollständiges Set, bestehend aus 2 Teilen, beinhaltend: Teil I, Theorie und Praxis, Teil II, Bibliographie. Mainz 1978. XLV, 218 S., Abb. A-L und 1-410 im Text sowie auf 25 Tfn., 7 Karten; XXX S., S. 219-323, 20 Tfn. Orig.-laminierte Pappbände. Beigefügt: HAYMANN, F. Antike Münzen sammeln. Einführung in die griechische und römische Numismatik, Exkurse zu Kelten und Byzantinern. Regenstauf 2016. 176 S., zahlreiche 1935 Gramm. (3)

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6096
RASCHE, J.C.

Lexicon universae rei numariae veterum et praecipue Graecorum ac Romanorum. Cum observationibus antiquariis Geographicis chronologicis historicis criticis. Et passim cum explicatione monogrammatum. Vollständiges Set, bestehend aus 6 Bänden in 13 Teilen zuzüglich 3 Supplementen, Leipzig 1785-1805. (Band I,1, erschienen 1785:) Frontispiz (Porträtsilhouette des Herausgebers in hochovaler Rahmung), XIV S., 1652 Sp. inklusive des Titelblatts; (Band I,2, erschienen 1785:) Titelblatt, 1192 Sp.; (Band II,1, erschienen 1785:) 4 unpaginierte S. inklusive des Titelblatts, 1560 Sp., 1 Tf.; VIII S., inklusive des Titelblatts, 1934 Sp., 1 Tf. (Band II,2, erschienen 1785); (Band III,1, erschienen 1787:) Titelblatt, 1660 Sp.; (Band III,2, erschienen 1787:) VIII S. inklusive des Titelblatts, 1 Tf., 1840 Sp., 1 Tf.; (Band IV,I, erschienen 1789:)Titelblatt, XIV S. 184 Sp., 2 gefaltete Tfn.; (Band IV,2, erschienen 1790:) 16 unpaginierte S., 1626 Sp.; (Band V,1, erschienen 1791:) VIII unpaginierte S., 1612 Sp.; (Band V,2, erschienen 1793:) 4 unpaginierte S., 1600 Sp., 1 Tf.; (Band VI,1, erschienen 1795:) 16 unpaginierte S., 1498 Sp.; (Supplement zu Band I, erschienen 1802:) VIII S., 1936 Sp.; (Supplement zu Band II, erschienen 1804:) 4 unpaginierte S., 1413 Sp.; (Supplement zu Band III, erschienen 1805:) Titelblatt, 291 S. Dekesel/Dekesel De Ruyck R28; Lipsius S. 326; Leitzmann S. 113. Einheitlich gebundene Maroquineinbände im Oktavformat, wohl des dritten bis fünften Jahrzehnts des19. Jahrhunderts, mit je 5 Bünden und dekorativer Goldprägung des Rückens, der Deckelränder sowie der Deckelkanten. Die Deckelfelder zudem blindgeprägt mit einem flächigen Rautenmuster. Dreiseitiger Rotschnitt. Die Vorsatzblätter aus mehrfarbigem Marmorpapier. Die Buchdecken mit leichten Gebrauchsspuren, mitunter leichten Beschabungen, wenige Einbände weisen unschädliche Einrisse des Bezugsleders in den Gelenkbereichen auf. Einige Buchblöcke mit wenigen Wurmlöchern außerhalb des Satzspiegels. Dennoch vermittelt dieses vollständige Ensemble einen ordentlichen Gesamteindruck. 12896 Gramm. (14)

Die Folge dieser lexikalischen Reihe schließt mit dem ersten Teil von Band 6 sowie mit den 3 hier aufgeführten Supplementen.

Sämtliche Einbände tragen auf den Spiegeln ihrer Vorderdeckel ein Exlibris für Baron Northwick. Der Bucheigner läßt sich unschwer als John Rushout, second Baron of Northwick, (* 1770 in London, † 1859 in seinem Anwesen Northwick Park, unweit des Dorfes Blockley, Grafschaft Gloustershire) identifizieren.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6097
REGLING, K.

Die antike Münze als Kunstwerk. Berlin 1924. Vortitelblatt, Titelblatt, 4 unpaginierte, 148 S., 45 Tfn. Orig.-Ganzleineneinband. 888 Gramm.

Recto auf dem vorderen fliegenden Vorsatzblatt ein handschriftlicher und auf das Jahr 1926 datierter Besitzername, auf dem Spiegel des Vorderdeckels das Exlibris für Hasso Schwänke.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6098
SPRING, J.

Ancient Coin Auction Catalogues 1880-1980. London 2009. XL, 371 S., diverse Abb. Orig.-laminierter Pappband. 1596 Gramm.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6099
SUTHERLAND, H.

Art in Coinage. The Aethetics of Money from Greece to the Present Day. London 1955. Frontispiz, 223 S., 1 Vakatseite, inklusive 46 Tfn. Orig.-Pappband. Beigefügt: REGLING, K. Die antike Münze als Kunstwerk. Berlin 1924. Vortitelblatt, Titelblatt, 4 unpaginierte, 148 S., 45 Tfn. Orig.-Ganzleineneinband, handschriftliche Marginalien in Bleistift auf der Titelseite und den Tfn. LANGE, K. Herrscherköpfe des Altertums in Münzbildnissen ihrer Zeit. Berlin/Zürich 1938. 161 S., 1 Vakatseite, inklusive 64 Tfn. mit vergrößerten Abb. ausgewählter Münzen. DERS. Götter Griechenlands. Meisterwerke antiker Münzkunst. Berlin 1946. 135 S., 1 Vakatseite, 72 Tfn. Orig.-Ganzleineneinband. 2796 Gramm. (4)

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Los 6100
TEKIN, O.

Yapi Kredi Koleksiyonu. - Greek and Roman Coins. Thr Yapi Kredi Collection. Istanbul 2000. 261, 2 unpaginierte S., 77 und 2 unnummerierte Tfn., 1 unpaginierte S. Orig.-Pappband. 1992 Gramm.

Die Texte sind sowohl auf Türkisch als auch auf Englisch verfasst.

; NUMISMATISCHE LITERATUR; MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE; ANTIKE - ALLGEMEIN
Zuschlag Mein Gebot     Schätzpreis
Seite 2 von 15 (706 Ergebnisse total)