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Brandenburg-Preußen

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DEUTSCHE ORDEN UND EHRENZEICHEN BAYERN

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KURFÜRSTENTUM (BIS 1806) UND KÖNIGREICH (1806-1918) BAYERN Königlich Bayerischer Militärischer Hausritterorden vom heiligen Georg (1728).

Kollane des Ordens mit Kleinod zum Großkreuz, Anfertigung wohl aus dem letzten Quartal des 19. Jahrhunderts, bestehend aus neun Motto-Gliedern, neun Säulen-Gliedern und 18 Rauten-Gliedern, jeweils ca. 580/000 Gold, tlw. emailliert und geschliffen, mit anhängendem Kleinod zum Großkreuz, ca. 750/000 Gold, emailliert und geschliffen, Gesamtgewicht 569 g. OEK24 336, 337.
Von allergrößter Seltenheit I-II

Der Militärische Hausritterorden vom heiligen Georg war nach dem Hausritterorden vom heiligen Hubertus der zweithöchste Orden im Königreich.
Er wurde Anfang 1728 von Kurfürst Carl Albrecht, dem späteren Kaiser Carl VII. (1697–1745; seit 1726 Kurfürst von Bayern, seit 1742 römisch-deutscher Kaiser), als dreiklassiger Hausritterorden (Großkreuz, Komture, Ritter) in Erneuerung eines älteren Ritterordens vom heiligen Georg gestiftet.
Die päpstliche Bestätigung erfolgte am 18. März 1728 durch eine Bulle Papst Benedikts XIII. (Pietro-Francesco Orsini, 1649–1730; Papst seit 1724). Die ersten Ordensstatuten wurden am 20. März 1729 erlassen.
Am 24. April 1741 beschloß Carl Albrecht die Einrichtung einer dritten, geistlichen ritterbürtigen Klasse. Diese bestand aus einem Bischof und einem Propst (jeweils im Rang von Großkreuzen), zwei Dekanen (Komture) sowie zwei Ordenskaplänen (Ritter). Papst Benedikt XIV. (Prospero Lorenzo Lambertini, 1675–1758; Papst seit 1740) bestätigte diese Neuerung am 6. Oktober 1741.
Neue Statuten wurden am 25. Februar 1827 und am 4. Juli 1871 erlassen.
Nach dem Aussterben der altbayerischen Linie mit dem Tod Kurfürst Maximilian III. Joseph (1727–1777; regierte seit 1745) im Jahr 1777 übernahm Kurfürst Carl Theodor (1724–1799; seit 1742 Kurfürst der Pfalz) die Regierung in Pfalzbayern. Er bestätigte den Orden 1778. Ebenso tat dies sein Nachfolger Kurfürst Maximilian IV. Joseph (1756–1825; seit 1799 Kurfürst, seit 1806 König Maximilian I. von Bayern).
1869 wurde der Ordenszweck um „die Ausübung der Werke der Barmherzigkeit durch Gründung von Spitälern und ähnlichen Anstalten“ erweitert. Dies fand praktische Umsetzung u. a. durch die Errichtung eines bis heute bestehenden Ordensspitals in München sowie durch die Übernahme von Feldlazarett-Diensten im Deutsch- Französischen Krieg 1870/71 und im Ersten Weltkrieg.
Als Hausritterorden des Hauses Wittelsbach blieb er – ebenso wie der Hausritterorden vom heiligen Hubertus – nach dem Ende der Monarchie in Bayern bestehen und besteht bis in die Gegenwart fort.