AR-Tetradrachme, 425/415 v. Chr.; 17,32 g. Apollokopf l. mit Lorbeerkranz//Löwenkopf l., von drei Gerstenkörnern und einem Blatt umgeben. Hoover 671; Maltese 138 (O 34/R 106). Prachtexemplar von feinem Stil, vorzüglichErworben am 7. Februar 1985 bei der Firma P. N. Schulten in Köln und Exemplar der Sammlung Walter Weise, Auktion Fritz Rudolf Künker 347, Osnabrück 2021, Nr. 606.
Datierung nach Chr. Boehringer.
Leontinoi begann seine Münzprägung nach der Schlacht bei Himera in den 470er Jahren. Mit dem Sturz des syrakusanischen Tyrannen Thrasybulos im Jahr 466 v. Chr. endete die Herrschaft der Deinomeniden und in Leontinoi wurde die syrakusanische Quadriga auf der Münzvorderseite durch den Hauptgott der Polis Apollon ersetzt. Der Löwe als Tier des Apollon und redendes Wappen der Polis wurde weiterhin mit geöffnetem Rachen und heraushängender Zunge auf dem Revers gezeigt. Die um ihn angeordneten drei oder vier Gerstenkörner symbolisieren den Getreidereichtum der umliegenden Symaithos-Landschaft. Syrakus brachte Leontinoi im Jahr 422 v. Chr. unter seine Kontrolle und die Münzprägung beschränkte sich weitestgehend auf die Jahre 405-402. Ab 402 v. Chr. kam sie aufgrund der Deportation der Leontiner durch Dionysos I. von Syrakus zum erliegen. Dazu: Boehringer, Chr., Zur Münzgeschichte von Leontinoi in klassischer Zeit, in: Ashton, R./Hurter, S. (Hgg.), Studies in Greek Numismatics in Memory of M. J. Price, 1998, S. 43-53; Sonntag, M. K., Die Quadriga- und Apollonmotive in der Münzprägung Leontinois, 19. Mai 2020: https://www.muenzen-online.com/post/die-quadriga-und-apollonmotive-in-der-m%C3%BCnzpr%C3%A4gung-leontinois (zuletzt aufgerufen am 30. Oktober 2025).