Coins and Medals from Ancient, Medieval and Modern Times
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Zinnmedaille 1702, von S. Judin (spätere Prägung des 19. Jahrhunderts), auf die Eroberung von Schlüsselburg (schwedisch: Nöteborg) am 12. Oktober. Geharnischtes Brustbild r. mit Lorbeerkranz und umgelegtem Mantel//Die auf einer Insel in der Newa gelegene brennende Festung Schlüsselburg unter Beschuß der im Vordergrund auf einem Uferstreifen befindlichen russischen Mörser- und Kanonenbatterien; auf dem Wasser zahlreiche Boote. 70,96 mm; 97,72 g. Diakov 15.4 (dort in Silber). Kl. Randfehler, vorzüglich
Aus der Sammlung eines Berliner Numisnautikers.
Die 64 Kilometer östlich von St. Petersburg im Auslauf der Newa aus dem Ladogasee auf einer Insel gelegene Festung und am südlichen Flußufer gelegene Stadt war seit 1348 in schwedischem Besitz und wurde Nöteborg genannt. Seit dem 15. Jahrhundert war die Festung fortwährender Zankapfel zwischen Schweden und Rußland. Nach militärischen Erfolgen in Livland hatte sich Peter der Große nach Ingermanland gewandt und belagerte seit dem 29. September 1702 mit 35.000 Mann die strategisch bedeutende, aber mit einer nur 250 Mann starken schwedischen Garnison besetzte Festung. Nach heftigem Beschuß kapitulierte der schwedische Kommandant am 12. Oktober 1702.
Zar Peter war die Bedeutung dieses Sieges bewußt. Es war der erste wirkliche Erfolg im Krieg gegen Karl XII., und Peter zog wie ein römischer Triumphator in Moskau ein. Wegen der Schlüsselrolle der Festung für den russischen Zugang zur Ostsee (dem Hauptziel Peters) taufte er die Stadt in "Schlüsselburg" um. Peter kehrte jedes Jahr - selbst nach Kriegsende 1721 - nach Schlüsselburg zurück, um seinen bedeutenden Sieg zu feiern.
