The Dr. W. R. Collection Part 10 – The 3rd Century from Macrinus to Julian of Pannonia (217-285 AD)
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Æ-Antoninian, 274, Rom; 2,25 g.
Drapierte Büste r. mit Strahlenbinde//Adler steht l., Kopf r.
CBN 17 (1. Emission, 270); MIR 98 a Oa (2); RIC 26. Von großer Seltenheit. Sehr schönExemplar der Auktion Grün 38, Heidelberg 2003, Nr. 524.
Im Jahr 274 kam es in Rom zum Aufstand der Münzmeister, wahrscheinlich unter Leitung des kaiserlichen Sklaven Felicissimus, dem die Finanzverwaltung anvertraut wurde. Bei der Revolte sollen laut der Vita Aurelians in der Historia Augusta (38, 1-3) 7000 Soldaten umgekommen sein. In der numismatischen Forschung wird das Ereignis teils früher datiert und mit der Münzverschlechterung in Verbindung gebracht. Die Antoniniane mit geringem Edelmetallgehalt wurden in immer größeren Mengen emittiert. Davon zeugen unter anderem die in Massen ausgeprägten DIVO CLAVDIO-Prägungen. Es wird vermutet, dass neben der regulären stadtrömischen Münzstätte noch in inoffiziellen Werkstätten geprägt wurde, was die Falschmünzerei begünstigte. Dies wollte Aurelian im Jahr 271 unterbinden, woraufhin die Revolte ausbrach. Die römische Münzstätte wurde daraufhin geschlossen und nach Serdica verlagert. Von den Wirren zeugen zahlreiche Hybride, zu denen auch unser Stück mit einem Avers von Aurelian in Kombination mit einem Revers für Divus Claudius zeugen. Dazu: Estiot, S., Monnaies de l'Empire romain XII.1 D'Aurelian a Florien, 2004, S. 60-62.
