The Dr. W. R. Collection Part 10 – The 3rd Century from Macrinus to Julian of Pannonia (217-285 AD)
Bid
| Estimated price | 150 € |
| Result |
This lot is not available for purchase anymore.
Æs, 244/247, Damaskos (Coelesyria); 17,38 g.
Drapierte Büste r. mit Lorbeerkranz//Hirschkuh mit Geweih steht r. und säugt Kleinkind, im Abschnitt Widder r.
RPC online ID 26788 (unassigned). Selten in dieser Erhaltung. Attraktives Exemplar, sehr schön +Exemplar der Auktion CNG 94, Lancaster 2013, Nr. 911.
Bei der Darstellung auf dem Revers dieser spannenden Münze handelt es sich um eine mythologische Fantasiegestalt: eine Hirschkuh mit Geweih. Einerseits drückte die Gestalt eine Störung der natürlichen Ordnung aus. Andererseits wurde sie mit Göttlichkeit, Fruchtbarkeit und Erneuerung assoziiert. Diese Aspekte finden sich auch in den mythologischen Erzählungen um den Sohn des Herakles, Telephos. Dieser wurde bei der Vergewaltigung seiner Mutter Auge, Tochter des Königs von Tegea, durch den Halbgott gezeugt. Ein Orakel weissagte dem König jedoch, dass sein Enkel die Söhne des Königs eines Tages töten würde. In dem Versuch das Kind zu töten, wurde es laut einer Version des Mythos auf dem Berg Parthenion ausgesetzt. Dort nahm sich jedoch eine Hirschkuh des hilflosen Telephos an und säugte ihn. Später wurde er von Hirten gerettet, um im Erwachsenenalter König von Mysia und Gründer der Stadt Pergamon zu werden. Siehe hierzu M. Merlini, Antlered Female Deer: The Archeological Perspective on a Phantasmagoric Animal, Acta Terrae Septemcastrensis XXIII, 2024, S. 19-80, bes. S. 19, 22-23.
