Catalog 338
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Gold strucks from all over the World | German Coins after 1871 | Russian Coins and Medals - The Collection from a nordic lawyer, a. o.

Lot 3510

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MECKLENBURG. MECKLENBURG-STRELITZ, HERZOGTUM, SEIT 1815 GROSSHERZOGTUM. Adolf Friedrich III., 1708-1752.
Dukat 1717 (geprägt 1745/1746), Lübeck, auf die 200-Jahrfeier der Reformation. 3,44 g. Geharnischtes Brustbild r. mit umgelegtem Mantel//Personifizierter Glaube schreitet r. mit erhobenen Händen zu einem Tempel, l. Anker, oben Taube in Strahlen. Fb. 1733; Kunzel G 573; Slg. Whiting 205.
RR Min. gewellt, vorzüglich

Adolf Friedrich III. wurde als ältester Sohn von Herzog Adolf Friedrich II. und dessen erster Ehefrau Marie von Mecklenburg-Güstrow am 7. Juni 1686 in Strelitz geboren. Er übernahm die Regierung des Landesteils Mecklenburg-Strelitz beim Tode seines Vaters 1708. Im Folgejahr ehelichte er Dorothea Sophie von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Plön, mit der er zwei Töchter, Marie Sophie und Magdalene Christiane, hatte. 1712 brannte das Strelitzer Residenzschloß bis auf die Grundmauern ab. Erst Jahre später, zwischen 1726 und 1731, ließ er in Glienecke ein neues Schloß errichten. In direkter Umgebung gründete er 1733 eine Siedlung, die sich zur Residenzstadt Neustrelitz entwickelte. Im Jahre 1745 oder kurz davor stiftete der Herzog den Orden de la fidélité et constance. Über die näheren Umstände der Stiftung ist nichts bekannt. 1748 schloß Adolf Friedrich III. mit Christian Ludwig II., dem derzeitigen Regenten von Mecklenburg-Schwerin, einen Geheimvertrag, in dem sie die Auflösung des Gesamtstaates Mecklenburg verabredeten. Ihr Greifen nach der absolutistischen Macht in ihren jeweiligen Teilgebieten wurde durch den unnachgiebigen Widerstand der Ritterschaft vereitelt. Im Dezember 1752 verstarb Adolf Friedrich ohne männliche Nachkommen. Kurz zuvor war auch sein Bruder Carl Ludwig Friedrich gestorben, sodaß dessen Sohn als Adolf Friedrich IV. die Herrschaft über Mecklenburg-Strelitz übernahm.

Nach den Schwierigkeiten mit den Reformationstalern konnte die zuächst beabsichtigte Prägung von Dukaten anläßlich der 200-Jahrfeier der Reformation nicht durchgeführt werden. Die bestehenden Dukaten und deren Silberabschläge wurden vermutlich erst 1745 und 1746 von Stempeln geprägt, die der Kammerjunker Carl Georg Friedrich von Behmen (seit 1743 Amtshauptmann der Stargarder Münze) in Anlehnung an die Reformationstaler anfertigen ließ. Ein Indiz für diese zeitliche Einschätzung ist die Vorderseitendarstellung. Diese weist eine von den Reformationstalern stark abweichende Gestaltung des Brustbildes auf, das von 1747 bis 1749 in den Münzstätten Stargard und Neustrelitz gebräuchlich war und welches vom Münzmeister Jaster erstmals für Dezember 1747 bezeugt ist.