Auction 428 - Part 2 (Lots 1307 - 1654)
Ended

Münzen und Medaillen aus Mittelalter und Neuzeit, u.a. Spezialsammlung Malta

Deutsche Münzen ab 1871

DEUTSCHE MÜNZEN UND MEDAILLEN KÖLN

Lot 1484

Lot 1484

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Estimated price 6,000 €
Result 7,000 €

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ERZBISTUM Friedrich von Wied, 1562-1567.

Taler 1562, Deutz. 28,6 g. Hüftbild des heiligen Petrus v. v. mit Buch und Schlüssel, davor das vierfeldige Wappen von Wied//Behelmtes, vierfeldiges Stiftswappen mit Mittelschild von Wied. Dav. 9123; Noss 56 a. Von großer Seltenheit. Feine Patina, min. Schrötlingsfehler, sehr schön-vorzüglich

Exemplar der Auktion Frankfurter Münzhandlung 144, Frankfurt/Main 1994, Nr. 922; der Slg. Köhlmoos, Auktion Münzen und Medaillen AG 91, Basel 2001, Nr. 321 und der Auktion Dr. Busso Peus Nachf. 436, Frankfurt/Main 2023, Nr. 3153.

Friedrich von Wied war ein nachgeborener Sohn. Beim Tod seines Vaters kam er mit seinen Brüdern unter die Vormundschaft seines Onkels, des Erzbischofs Hermann V. von Wied. Zur Sicherstellung seiner standesgemäßen Versorgung wurde Friedrich Kanoniker in Utrecht und von St. Georg in Köln, Propst von St. Cassius in Bonn und Domherr in Köln. Dort ernannte man ihn 1548 zum Chorbischof, 1549 zum Thesaurar, 1558 zum Subdekan und im gleichen Jahr zum Dekan. Nach dem Tod von Mansfelds wurde Friedrich 1562 zum Erzbischof gewählt. Sofort reiste er nach Frankfurt zum Wahltag der Kurfürsten. Den vom Trienter Konzil und vom Papst 1564 verlangten Eid auf die katholische Kirche (Professio fidei Tridentina) weigerte sich Friedrich zu leisten, da er ihn als unzulässige Neuerung im Kirchenrecht ansah. Sowohl die päpstliche als auch die kaiserliche Bestätigung seiner Wahl blieben somit aus. Die Schuldenfrage wurde vom Streit zwischen Erzbischof und Domkapitel um die Verantwortlichkeit in den Hintergrund gedrängt. Selbst im Verdacht der Reformation nahe zu stehen, ließ Friedrich in seinen Handlungen nur altkirchliches Recht gelten. Doch unternahm er auch nichts gegen die Reformationsversuche im Bistum. Wichtige Mitarbeiterstellen wurden nicht besetzt. Die daraus erfolgte Unsicherheit in theologischen Fragen wurde von den Theologen der Universität und den Priesterkanonikern des Bistums aufgefangen. Nach weiteren Konflikten mit dem Domkapitel wurde dieses gegen Friedrich aktiv und kritisierte den Erzbischof scharf. Nachdem die Professio fidei Tridentina vom Trierer Erzbischof 1567 geleistet wurde, gab auch Kaiser Maximilian II. seine Unterstützung für Friedrich auf. Im Herbst des gleichen Jahres resignierte Friedrich von seinem Amt als Erzbischof.