Auction 428 - Part 2 (Lots 1307 - 1654)
Ended

Münzen und Medaillen aus Mittelalter und Neuzeit, u.a. Spezialsammlung Malta

Deutsche Münzen ab 1871

DEUTSCHE MÜNZEN UND MEDAILLEN BRAUNSCHWEIG UND LÜNEBURG

Lot 1387

Lot 1387

Bid


Estimated price 750 €
Result 1,500 €

This lot is not available for purchase anymore.

BRAUNSCHWEIG-WOLFENBÜTTEL, FÜRSTENTUM August der Jüngere, 1635-1666.

Reichstaler o. J. (1650), Zellerfeld. Reisetaler. 29,14 g. Dav. 6362 B; Welter 804 B. Hübsche Patina, fast vorzüglich

Aus der Sammlung eines Berliner Numisnautikers.

Die Datierung der als „Reisetaler“ bezeichneten Gepräge Herzog Augusts des Jüngeren ist in der Literatur umstritten. Fiala ordnet diese Gepräge in das Jahr 1650 ein, wobei er sich vorsichtig auf Rethmeier bezieht, nach dessen Ansicht die Reisetaler zu diesem Zeitpunkt auf Befehl des Herzogs hergestellt wurden. Kroha vermutet, daß die Reisen des Herzogs nach Italien, Malta, England usw. der Grund für das Ausbringen dieses Talertyps waren. Als weiterer denkbarer Anlaß für die Prägung ist der Tod Augusts im Jahre 1666 angeführt worden. Dann würde die auf den Reisetalern dargestellte Szene symbolisch für den Herzog stehen, der seine letzte Reise an das "andere Ufer" antritt. Fink führt dagegen an, die Darstellung könnte mit dem Wahlspruch des Herzogs („Alles mit Bedacht“) zusammenhängen. So findet sich der Sinnspruch zusammen mit der Darstellung des abfahrenden Schiffes und Reisenden im Vordergrund bereits in einer von Herzog Augusts Leibarzt Martin Gosky 1650 zusammengestellten Sammlung von Kupferstichen. Demnach wäre die Abbildung des nachdenklichen Schiffsreisenden als „Tugend des besonnenen Abwägens“ (H. Fink) zu deuten – eben „Alles mit Bedacht“. Insofern erscheint die bereits von Fiala vorgeschlagene Datierung mit um 1650 als am wahrscheinlichsten.