eLive Auction 88 - Day 2 (Lose 4771 - 5517)
Coins and Medals from Ancient, Medieval and Modern Times
GERMAN COINS AND MEDALS BAVARIA
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BAYERISCHE STÄDTE München.
Silbermedaille 1821, unsigniert, auf die Erhebung der Frauenkirche in München zur Metropole. Ansicht der Frauenkirche, im Hintergrund Häuser//Die Jungfrau Maria mit Strahlenkranz steht v. v. auf einer von einer Schlange umwundenen Weltkugel, in der Linken eine Lilie. 43,21 mm; 36,41 g. Hauser 764; Witt. -. In Originaletui. Winz. Kratzer, vorzüglich-Stempelglanz
Der Dom zu Unserer Lieben Frau in der Münchner Altstadt, oft Frauenkirche genannt, ist Kathedralkirche des Erzbischofs von München und Freising und gilt als das Wahrzeichen der bayerischen Landeshauptstadt. Die Kirche bietet etwa 20.000 stehenden Menschen Platz, was erstaunlich ist, wenn man bedenkt, dass die Stadt zur Bauzeit im ausgehenden 15. Jahrhundert nur etwa 13.000 Einwohner hatte. Schon um 1240 errichteten die Wittelsbacher am Rande ihrer damaligen Residenz eine Kirche. Durch Jahrhunderte hinweg wurde die Kirche durch die reichen Patrizierfamilien der Pfarrei reich mit Altären, Glasgemälden und Pfründen ausgestattet, die später auch auf die neue Kirche übertragen wurden. Zum Grund des Neubaus gibt es mehrere Sagen, daß etwa Herzog Sigismund auf einer Jagd auf München sah und meinte, die Stadt brauche eine Kirche, die von weitem von ihr künde. Eine andere Erzählung spricht davon, daß während einer Messe in der alten Kirche ein Mädchen zusammengebrochen und gestorben sei, da man sie nicht aus der vollen Kirche schaffen konnte. Daraufhin habe der Herzog geschworen, eine neue und geräumigere Kirche bauen zu wollen, damit so etwas nicht mehr passieren könnte. Tatsächlich aber gaben wahrscheinlich das Bevölkerungswachstum und das gestiegene Selbstbewusstsein der Münchner Bürger sowie ihr Repräsentationswille Ausschlag zum Neubau. Am 9. Februar 1468 wurde von Herzog Sigismund und Bischof Tulbeck der Grundstein zur neuen Marienkirche gelegt. Die Einweihung des Gotteshauses erfolgte wahrscheinlich am 14. April 1494. Die Türme wurden erst um 1525 mit dem Aufsetzen der charakteristischen Welschen Hauben vollendet, nachdem einige Jahre zuvor, während des Landshuter Erbfolgekrieges, Kanonen auf den haubenlosen Türmen aufgestellt gewesen waren, die der Verteidigung Münchens dienen sollten. Im Zuge der Säkularisierung wurde das Stift aufgehoben und Teile der Ausstattung zerstört oder vom bayerischen Staat beschlagnahmt. Jedoch wurde München in der darauffolgenden Reorganisation der Kirchenverwaltung Erzbischofsitz und so kam zur Funktion als Pfarrkirche die als Bischofssitz. Der bis 1870 andauernden Purifizierung des Domes, bei der ein Großteil der barocken Ausstattung wieder entfernt wurde. Der Restaurator war Matthias Berger, doch sein Werk, nach damaligen Maßstäben zwar eine Restaurierung, ist aus heutiger kunstgeschichtlicher und denkmalpflegerischer Sichtweise eher ein Kahlschlag gewesen, dem wichtige Kunstwerke zum Opfer fielen. 1944 wurde der Dom durch Luftangriffe schwer beschädigt, das Hallengewölbe stürzte teilweise ein und die Einrichtung wurde zerstört oder geplündert. Dem Geschmack der Nachkriegsjahre entsprechend erfolgte der Wiederaufbau der Kirche erst in nüchterner und schmuckloser Form, die Renovierung wurde in mehreren Etappen, zuletzt 1994, durchgeführt. Von der ursprünglichen Ausstattung sind einzig die Glasgemälde der Chorfenster und einzelne Gemälde und Skulpturen erhalten, die durch andere Stücke, die nach der Purifizierung im Diozösanmuseum Freising gelandet waren, ergänzt wurden. So ist die Kirche heute wieder reich ausgestattet.