Auction 425 - Part 3 (Lot 1684 - 2004)
Gold coins from the Medieval and Modern Times, from the Mohr family collection, e.g. Silver coins, e.g. highlights of medallic art German coins after 1871
THE HOLY ROMAN EMPIRE/AUSTRIAN COINS HOLY ROMAN EMPIRE
Bid
| Estimated price | 2,500 € |
| Result |
This lot is not available for purchase anymore.
Ferdinand I., 1522-1558-1564.
1/2 Talerklippe 1529, geprägt während der Belagerung der Stadt Wien durch die Türken. 12,26 g. Brause-Mansfeld Tf. 42, 2; Markl 292. RR Feine dunkle Patina, vorzüglich +
Der türkische Sultan Suleiman, ein eifriger Anhänger des Propheten, hatte sich 1529 zum Ziel gesetzt, die Welt mit Gewalt dem Islam zu unterjochen und alle "staubgleichen Ungläubigen" und deren gekrönte Häupter und Vorfechter auf der Erde zu tilgen. Schon im Vorjahr hatte ihm Ferdinand I. vergeblich einen Tribut von 100 000 Dukaten als Preis für den Frieden angeboten. Im Herbst 1529 schlug Suleiman sein Hauptquartier im Dorf Semering vor Wien auf. Es folgten schwere Angriffe auf Wien, aber aufgrund der todesmutigen Tapferkeit der Belagerten, die trotz großer Verluste heftigen Widerstand leisteten, konnte die Stadt nicht eingenommen werden. Am 14. Oktober beschloß man einen weiteren großen Sturm auf die Stadt, allerdings war die Truppe inzwischen sehr unzufrieden; schon beim letzten Mal mußte sie mit Säbel und Prügel zum Angriff getrieben werden. Deshalb wurde den Männern dieses Mal eine Belohnung in Gold versprochen, was sie aber ablehnten: Sie wollten lieber "durch die Hand ihrer Kriegsobersten getötet werden, als durch die langen Röhren und die Bratspieße (zweihändige Schwerter) der Deutschen". So folgte ein nur kurzer und sinnloser Angriff auf die Stadt, bis Suleiman nach nur zwei Stunden den Befehl zum Rückzug gab, jedoch nicht ohne eine große Anzahl Männer als Sklaven mitzunehmen. Die Belagerungs- und Notmünzen, wie auch die vorliegende Klippe, wurden aus Silbergeschirr hergestellt. Die Ausprägung erfolgte während und nach der Belagerung.