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Dr. EUGEN MERZBACHER NACHF., Auktion [18] vom 7.11.1904 u.f.T., München.
[Katalog 18.] Sammlungen des kgl. Oberpostrates a. D. Emil Kollmann u. A.: Münzen und Medaillen aller Länder, darunter eine Spezialsammlung contremarkierter Münzen. 4 unpaginierte, 63 S., 3 Tfn. Einband aus Bibliotheksleinen, wohl des letzten Viertels des 20. Jahrhunderts, mit goldgeprägtem Rücken. Lose inliegend eine geheftete Fotokopie der Ergebnisliste. 288 Gramm.
1855 erhielt der damals in München wohnhafte Emil Kollmann († 1905) in 'provisorischer Eigenschaft' eine Stelle am ebendort betehenden königlich-bayerischen Oberpost- und Bahnamt von Oberbayern (Verordnungs- und Anzeige-Blatt der Königl.- Bayerischen Verkehrsanstalten, München 1855, S. 210). Er ist im Jahr 1856 als 'Official' (Beamter) in München am Oberpost- und Bahnamt von Oberbayern dokumentiert (Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Bayern, München 1856, S., 187), 1870 als Postinspektor in Augsburg am Oberpost- und Bahnamt für Schwaben und Neuburg (Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Bayern, München 1870, S. 184), 1880 im selben Rang in München am Oberpostamt für Oberbayern (Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Bayern, München 1880, S. 172) und 1883 als Oberinspektor bei der Generaldirektion der bayerischen Verkehrsanstalten in der königlich-bayerischen Hauptstadt. Zehn Jahre später zählte er als Oberpostrat zu den Mitgliedern der Direktion der 'königlich bayerischen Post- und Telegraphenämter' (Münchener Jahrbuch, Kalender für Bureau, Comtoir und Haus, München 1890, S. 285). Er war Mitglied des Münchener Kunstvereins (Bericht über den Bestand und das Wirken des Münchener Kunstvereins in München während des Jahres 1865, S. 16: Mitglied Nr. 2254 Kollmann, Emil, Sekeretär der Generalverwalung der k. Verkehrsanstalten), gehörte ebenfalls dem Münchener Atertumsverein an (Die Wartburg, Organ des Münchener Alterthumsvereins 2. Jahrgang 1875, Mitgliederverzeichnis S. III) und trat früh der 1881 gegründeten Bayerischen Numismatischen Gesellschaft bei (Mitteilungen der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft 1. Jahrgang, 1882, S. VIIl); (Mitteilungen der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft 24. Jahrgang, 1905, S. VII). (Mitteilungen der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft, 20. Jahrgang, 1901, S. 148), der er bis zu seinem Ableben im hochbetagten Alter angehörte (Mitteilungen der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft, 25. Jahrgrang, 1906/1907, S. X) und deren Vorsitz er von 1887 bis 1898 innehatte. Er besaß eine Sammlung gegengestempelter Münzen. Seinem Vorhaben, eine Studie über dieses Thema in den Mitteilungen seines Vereins zu veröffentlichen, blieb infolge seines Todes unvollendet, er konnte lediglich den kleinen Beitrag 'Der Bayerische Rautenschild als Contremarke' publizieren (Mitteilungen der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft, 20. Jahrgang, 1901, S. 148).
Das Supralibros auf dem Rücken des Einbands kennzeichnet den Katalog als Bestandteil der Bibliothek von Dr. Efrem Marcel Pegan (* 1939 in Ljubljana). Dieser Bucheigner entwickelte bereits in Kindesjahren, inspiriert von der familieneigenen Münzsammlung und Bibliothek, ein Interesse für die Bibliophilie und Numismatik, die Geschichte, Kultur und materiellen Hinterlassenschaften der Antike. Er studierte Klassische Archäologie, Alte Geschichte und Philologie und wurde später mit seiner 1984 publizierten Dissertation 'Tiberius Claudius Marinus Pacatianus' an der Universität Ljubljana promoviert. Er zählt zu den Mitbegründern der seit 1958 erscheinenden Zeitschrift Numizmaticni vestnik, fungierte über etliche Jahre hinweg als Redakteur für dieses Periodikum und publizierte bis in jüngste Zeit nicht nur darin zahlreiche Beiträge, sondern auch in deutschen und österreichischen Fachzeitschriften. Von 1959 bis 1974 arbeitete er in seiner Heimatstadt am Slowenischen Nationalmuseum, anfangs als Restaurator, seit 1964 als Konservator im Münzkabinett. In München, wo er seit 1967 einen Wohnsitz hatte, gründete er gemeinsam mit der langjährigen Buchhändlerin Gertrud Gürsching ein Numismatisches Antiquariat, dessen aus einschlägiger Fachliteratur und bald auch aus Münzen bestehendes Warenangebot in Festpreislisten dem Publikum offerierte. Sein Versandgeschäft betrieb er lange unter dem Namen 'Münchener Numismatisches Antiquariat GmbH', ab 1990 betrieb er die Firma schlicht unter seiner Namensform 'Dr. E. M. Pegan'. Er gab insgesamt 52 Festpreislisten heraus und und veranstaltete 1987 seine erste Auktion, der 32 weitere bis ins Jahr 2003 folgen sollten. Heute lebt er wieder in seiner slowenischen Heimat. Vom wesentlichen Teil seiner Fachbibliothek trennte er sich erst 2020 und veräußerte sie in die Schweiz.
