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MARTIN PAUL KRÜGER, Auktion vom 19.11.1792 u.f.T., Hamburg.
Verzeichniß der ansehnlichen und vortreflichen Goezeschen Sammlung von wohlconservirten, antiquen und modernen goldnen, silbernen und kupfernen Münzen, Thalern, Medaillen, Klippen Bracteaten und Abdrücken in Zinn, welche den 19. November 1792 und folgende Tage durch den Mackler Martin Paul Krüger auf dem Eimbeckschen Hause zu Hamburg in öffentlicher Auction an den Meistbietenden, gegen baare Bezahlung in grob Courant, verkauft werden sollen. o. O. (Hamburg, Gottlieb Friedrich Schniebers) o. J. (1792.) XXIV, 374, 2 unpaginierte S. Mehrere Tausend Los.-Nrn. mit Münzen und Medaillen von der Antike bis ins 18. Jahrhundert; nach Gebieten und Metallen geordnet und so stets neu nummeriert. Halbledereinband im Klein-Oktavformat, wohl des dritten Viertels des 20. Jahrhunderts, mit Eckbezügen, der Rücken mit 4 angedeuteten Bünden, Goldprägung und goldgeprägtem Titelschild. 341 Gramm.
Johann Melchior Goeze (* 1717 in Halberstadt, † 1786 in Hamburg) hatte evangelische Theologie in Jena und Halle an der Saale studiert und war 1738 promoviert worden. Zunächst vertrat er als geistlicher Hirte in Aschersleben seinen erkrankten Vater und erhielt dort 1741 eine Stelle als Prediger und im Jahr darauf als Adjunkt des dortigen Geistlichen Ministeriums, bevor er von 1750 bis 1755 an der Heilig-Geist-Kirche in Magdeburg tätig war. Im Anschluss arbeitete er fortan als Hauptpastor der Hamburger Sankt Katharinenkirche und stand von 1760 bis 1770 als Senior der Gesamtvertrteung der Hamburger Pfarrerschaft vor. Als streitbarer orthodoxer Vertreter der lutherischen Lehre wandte er sich in seinen Predigten und Schriften gegen aufklärerische Tendenzen und geriet in arge Konflikte mit verschiedenen Persönlichkeiten, so auch mit Gottfried Epraim Lessing. Seine ansehnliche Sammlung von Bibeldrucken und Gesangbüchern vermachte er der Bibliothek der Stadt Hamburg. Seine umfangreiche Kollektion von Münzen, Medaillen und numismatischer Literatur überließ er noch zu Lebzeiten seinem Sohn, dem Hamburger Pfarrer Gottlieb Friedrich Goeze (* 1754 in Magdeburg, † 1791 in Hamburg) mit der Auflage, diese nach dem Tode ihres Gründers weiter zu vermehren und zu publizieren. Bereits im Todesjahr seines Vaters entsprach Gottlieb Friedrich Goeze dem Wusch seines Vaters, indem er die 'Beschreibung von neuzehn, theils noch ganz unbekanten, theils noch nie in Kupfer gestochenen, aber höchst seltenen und merkwürdigen goldnen und silbernen Münzen: nebst einer Anzeige der vorzüglichsten Stücke seines Kabinets' 1786 durch den Hamburger Drucker Dietrich Anton Harms fertigen und der Öffentlichkeit offerieren ließ. Doch blieben ihm danach nur wenige Jahre. Schon bald nach seinem Tod gelangte die hinterlassene numismatische Sammlung mitsamt der zugehörigen Literatur unter den Versteigerungshammer.
