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DR. JACOB HIRSCH, Auktion 14 vom 27.11.1905 u.f.T., München.
No. XIV. Auctions-Catalog einer bedeutenden Sammlung Griechischer Münzen, dabei bemerkenswerte Serie Gross-Griechenland und Sicilien, und Römischer Münzen nebst numismatischer Bibliothek aus dem Nachlasse des † Herrn Franz Merkens in Köln und eines ausländischen Ingenieurs. 6 unpaginierte, 98 S., 19 Tfn. 1666 Nrn. Ganzleineneinband, wohl des letzten Viertels des 20. Jahrhunderts, mit goldgeprägtem Rücken. Das nachträglich auf ein Blatt Karton montierte vordere Deckblatt der Orig.-Broschur sowie das hintere Deckblatt sind an den ihnen gebührenden Positionen mit eingebunden worden. 595 Gramm.
Franz Merkens (* 1823 in Köln, † 1905 ebendort) stammte aus einer wohlhabenden Kölner Unternehmerfamilie, die sich vornehmlich im Banken- und Versicherungsgeschäft betätigte. Er war Teilhaber der Kölner Bank Seydlitz & Merkens, war Mitglied des Verwaltungsrats der 'Kölnische und Düsseldorfer Gesellschaft für Rhein-Dampfschiffahrt' und hielt Anteile an weiteren Unternehmen, wie Bergbaugesellschaften oder Basaltsteinbrüchen. Neben seinem Wohnsitz in Köln verfügte er über reichen Grundbesitz, und auch über ein aus der Familie seiner Ehefrau stammendes Anwesen in Rhöndorf, dessen Herrenhaus er umgestalten ließ und noch heute unter dem Namen 'Villa Merkens' bekannt ist. Seine Liebe zu seiner Vaterstadt und den Rheinlanden spiegelt sich auch in seiner Mitgliedschaft im Verein der Alterthumsfreunde im Rheinlande wider und ebenso in seinen sammlerischen Betätigungen. Er besaß eine umfangreiche Sammlung archäologischer Fundstücke größtenteils Kölner oder rheinischer Provenienzen, überwiegend aus der römischen Epoche, darunter mehr als 300 Glasgefäße, ferner von Antiquitäten, die z. T. aus dem Besitz seines Schwiegervaters stammten und nicht zuletzt eine numismatische Sammlung, zu der neben antiken Münzen auch mittelalterliche und neuzeitliche Prägungen zählten. Die archäologischen Objekte und Weiteres aus Merkens'schem Besitz versteigerte das Haus Math. Lempertz in Auktion 87 vom 20.-23.11.1905 in Köln. Seine neuzeitlichen Prägungen, darunter auch eine Serie Kölner Prägungen, brachte die Firma Adolph Hess Nachf. in ihrer Auktion vom 6.-9.11.1905 in Frankfurt am Main zum Aufruf. Die Auflösung seiner antiken Münzen sowie seiner numismatischen Bibliothek besorgte schließlich die Firma Hugo Helbing in ihrer Auktion vom 28.11.1905 u.f.T.
Recto auf dem vorderen Deckblatt der handschriftliche Besitzername Av[vocado].Vincenzo Pappalardo. Der in Catania niedergelassene Vinzenzo Pappalardo (* 1895) sammelte sizilianische Münzen von der Antike bis zur Neuzeit. Er erwarb in Paris eine Sammlung von Musikermedaillen, die er 1933 dem Museum Vittorio Bellini in Catania übertrug (Le Ménestrel, Journal du monde musical, Band 95, 1933, S. 357). Durch weitere Spenden an das örtliche städtische Museum trug zum Anwachsen des numismatischen Bestands antiker Münzen bei. Zu seiner in einigen Fällen während des zweiten Drittels des 20. Jahrhunderts anwaltliche Vertretung der Finder von Münzschätzen in den dreißiger Jahren wird von manchen Vertretern der numismatischen Wissenschaft und des Kulturgüterschutzes heute kritisch hervorgehoben (Federico Barello/Angela Mari Magnetti, Ripostiglio' di Scoglitti-Camarina 1938 tutela, esportazione e falsificzioni monetali. In: Notiziario del Portale Numismatico dello Stato', 12, 2018, S. 188, einschließlich Anmerkungen 45-47).
