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Monographs, collected works and essays: Germany and the world, Orders and decorations

NUMISMATIC LITERATURE ZEITSCHRIFTEN UND REIHEN

Lot 7397

Lot 7397

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THESAURUS NUMISMATUM MODERNORUM HUIS SECULI.

(Hrsg. von Negelein, J.). Sammelband sämtlicher Lieferungen, einschließlich des Supplements und des Nachtrags. Nürnberg o.J. (1701-1717) auf Deutsch und Latein die Beschreibungen von Medaillen aus den Jahren 1700 bis 1710 enthaltend. 22 unpaginierte S., inklusive gestochenes Frontispiz, 1097 S., zahlreiche Kupferstiche im Text, 17 unpaginierte S. mit dem Register, ein jeweiliges Zwischenblatt sowie diverse unpaginierte S. mit je einem Vorwort zu Beginn jedes Jahresabschnitts und am Anfang des Nachtrags. Dekesel/Dekesel-De Ruyck N45; Ganzpergamenteinband der Zeit im Quartformat, mit handbeschriebenem Rückentitel. Flecken auf dem Bezug des Rückdeckels. 3760 Gramm.

 

Der vollständige Titel der vorliegenden Publikation lautet: Thesaurus numismatum modernorum huius seculi, Sive numismata mnemonica et iconica quibus praecipui eventus et res gestae ab anno MDCC. illustratur, figuris Aeneis expressa, addita latina et germanica explicatione. / Historische Gedächtnuß-Müntzen des gegenwärtigen Seculi, Oder Gedächtnuß- und Schau-Pfennige / Welche auf die fürnehmsten Begebenheiten und Vorfälle von Anno 1700. an sind gepräget worden / in Kupffer gebracht samt beygefügter Lateinischen und Teutschen Erklärung. Das zu Nürnberg verlegte Gesamtwerk besteht aus 12 Lieferungen und einem Nachtrag. Jede dieser von 1711 bis 1716 erschienenen Ausgaben enthält das auf Lateinisch und Deutsch gefasste Verzeichnis einer Auswahl aktueller Medaillen eines bestimmten Jahres von 1700 bis 1709 samt derer gestochenen Abbildungen. Der 1717 veröffentlichte Nachtrag beinhaltet weitere, die ganze Spanne des ersten Jahrzehnts des 18. Jahrhunderts umfassenden Schaustücke und enthält zudem ein Gesamtregister sowie ein von Carl Gustav Heraeus (* 1671 in Stockholm, † 1725 in Veitsch, Steiermark) verfasstes Nachwort, in dem einige weitere Medaillen vorgestellt und besprochen werden. Eine weitere und letzte erstellte Lieferung aus dem Jahre 1720, die in dem hier angebotenen Exemplar nicht enthalten ist, widmete sich Medaillen des Jahres 1710.
Hinsichtlich darin aufgeführten Medaillen ohne Jahresangabe stellt dieses Werk ein zuverlässige Mittel zu deren Datierung, mitunter auch einer orts- oder anlassbezogenen Zuweisung dar, was heute weitgehend in Vergessenheit geraten ist. 
Verfasser des nahezu 1000 verschiedene Medaillen umfassenden Gesamtwerks war der Nürnberger evangelisch-lutherische Theologe Joachim Negelein (oder Negelin, * 1675 in Nürnberg, † 1749 ebendort). Als Co.-Autor wird bis in unsere heutigen Tage meist der im Schauamt der Stadt Nürnberg beschäftigte und dort im Jahre 1700 als Kassierer tätige Melchior Körnlein (* 1670 in Nürnberg, 1723 ebendort) reklamiert (so z. B. auch Dekesel a.a.O; Renate Jürgensen, Melos conspirant singuli in unum: Repertorium bio-bibliographicum zur Geschichte des Pegnesischen Blumenordens in Nürnberg [1644-1744]. Wiesbaden 2006, S. 683 samt Anmerkung 19 [in der Melchior Körnlein als Münzschneider und Medailleur bezeichnet wird]). Ein damaliger örtlich ansässiger Zeitgenosse, der Theologe, Professor und Numismatiker Georg Andreas Will (* 1727 in Obermichelbach bei Fürth, † 1798 in Altdorf bei Nürnberg), Dekan und Rektor der Universität Altdorf, verbürgt indes Negelein als alleinigen Autor, der Medaillen 'nach der Sammlung des Hn. Melch. Körnlein, der in dem Schauamte zu Nürnberg bedient war, ... beschrieben hat' (G. A. Will, Nürnbergisches Gelehrten-Lexikon Teil 3, Nürnberg 1757, S. 16; G. W. Panzer, Verzeichnis von Nürnbergischen Portraiten aus allen Staenden, Nürnberg 1790, S. 129 verbrieft Körnlein als 'Cassier im Schauamt').


Auf der Vortitelseite eine längsovale Stempelung mit der Aufschrift DEN KONGELIGE / MONT / ALTONA. Die königlich-dänische Münzstätte zu Altona wurde im Jahre 1774 in Betrieb genommen und war bis zum Jahre 1861 in Betrieb.


Verso auf dem fliegenden Vorsatzblatt der handschriftliche Besitzeintrag Jo. Heinr. Tannen. Aurich 1804. / Kriegs und Dom. R., ferner und eine von diesem Bucheigner verfasste Notiz betreffs des Verfassers Joachim Negelein. Johann Heinrich Tannen (* 1754 auf Schloss Marienhausen in Sande, † 1816 in Aurich), Sohn eines Anhalt-Zerbstischen Kommisionsrats, hatte an den Universitäten Jena und Frankfurt an der Oder ein Studium der Rechtswissenschaften und der Kameralistik absolviert. Nach seinem Referendariat fand er 1792 eine Anstellung als Kammerassessor der Königlich-Preußisch-Ostfriesischen Kriegs- und Domänenkammer in Aurich, wo er ab 1802 in der Position eines als Kriegs- und Domänenrats seine beruflichen Aufgaben weiterführte. Er pflegte seine umfangreiche Bibliothek, sammelte Musikinstrumenten und Musikalien, Herbarien, geographische Karten und Kupferstiche. Ferner befasste er sich mit der Botanik und pflegte die Drechslerei, die damals zu den Künsten zählte. Sein sammlerischer Nachlass, darunter 9529 Buchtitel, 236 Musikalien, 7 Instrumente, Herbarien, Pläne, Ansichten sowie eine Drechselbank, wurde am 18. März 1818 u.f.T. in Aurich versteigert (Isa Ramm, Johann Heinrich Tannen, https://bibliothek.ostfriesischelandschaft.de/wp-content/uploads/sites/3/dateiarchiv/2734/Tannen-Johann-Heinrich.pdf)


Auf dem Spiegel des Vorderdeckels Exlibris für Hasso Schwänke.