Monographs, collected works and essays: Germany and the world, Orders and decorations
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HUMPHREYS, H. N.
The Coinage of the British Empire. An outline of the progress of the copper coinage in Great Britain and her Dependencies from the earliest period to the present time. Illustrated by fac-similes of the coins of each period, worked in gold, silver and copper. London 1854. 160 S., 23 Tfn., davon 12 mit golden, silbern und kupfern gefassten Abb. von Münzen. Orig.-Halbledereinband der Zeit im Quartformat, mit Goldschnitt, goldgeprägtem Rücken und in Leder gefassten Deckelkanten. Die Deckel sind mit rotem Papier bezogen und tragen eine ihnen größenmäßig nahezu entsprechende, durchbrochen gearbeitete Platte aus geschwärztem Papiermaché mit heraldischer Dekoration. Leitzmann S. 60; Ruari McLean, Victorian Book Design, Berkely 1972, S. 112 und Tf. 213 ('...supreme example of Victorian Gothic'). Die Vorsätze wohl im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts mit rotem Papier erneuert, die Zierplatten weisen jeweils einen einmal einen Bruch auf und sind wohl im Zuge der buchbinderischen Restaurierungsmaßnahme wieder aufgesetzt worden. Der Buchblock etwas stockfleckig, stärkere Flecken auf den Seiten, welche den metallisch gefassten Tafeln gegenüberliegen. 1282 Gramm.
Die reiche Dekoration der Deckelplatten des Einbands sei hier noch kurz erläutert. Im Zentrum ein Rundmedaillon mit dem von einem Löwen und Drachen über das Monogramm HR (Anspielung auf den Sieg des Hauses Tudor über das Haus York) gehaltene Wappenschild des Königreichs England aus der Zeit Henry VII (erster König des Hauses Tudor), in den Eckbereichen die Symbole von Schottland (drei Disteln), England (Tudorrose), Irland (Kleeblätter) sowie der Jakobiten (Eicheln). In den Außenzonen des Medaillons zwei Schriftkreise, der äußere mit dem Buchtitel, der innere mit einem von Henry VII als Wahlspruch verwandten neutestamentarischen Vers (Lukas IV, 30). Auf der nach außen hin abgeschrägten Randzone ein Fries aus Bourbonenlilien.
Auf dem Spiegel des Vorderdeckels Exlibris für C. E. Jeffcock. Charles Edward Jeffcock (* 1857 in Handsworth, Sheffield, Yorkshire, † 1920 in Welham, Nottinghamshire) hatte bereits im jungen Knabenalter seinen Vater William Henry (* 1831, † 1863) durch einen frühen Tod verloren. Charles Edward immatrikulierte sich 1876 am Jesus College der Universität Cambridge, erwarb dort 1880 den Bachelor of Arts und 7 Jahre später dem Master of Arts (Jackson Howard/Frederick Arthur Crisp [Hrsg.], A Visitation of England and Wales, Band 19, 1917, S. 99). Er wählte den Beruf des Bergbauingenieurs und knüpfte so an die jüngere Tradition seiner wohlsituierten Familie an. Bereits sein Urgroßvater John Jeffcock (* 1763, † 1814) war einer der führenden Mitinhaber der Kohlenmine Jeffcock, Dunn & Co. Dieses Erbe nahm dessen Sohn William (* 1800, † 1871) an, der als angesehener Mann 1843 auch zum Ersten Bürgermeister von Sheffield ernannt wurde. Charles Edward wurde ein leitender Direktor der Sheffield Coal Company und zählte zu den Direktoren der Carters' Knottingley Brewery Company Ltd. Darüber hinaus gehörte er den Aufsichtsräten der Kohlenminengesellschaften Dinnington Main Coal Company (in Dinnington, nahe Rotherham, Yorkshire) und der Aston Coal Company in Rotherham an (https://www.knottingley.org.uk/history/spencer/carters_knottingley_brewery vol2_01.htm). Unterhalb dieses Bücherzeichens das Exlibris für Hasso Schwänke.
Auf dem Spiegel des Rückdeckels ein schmales goldgeprägtes Empfehlungsetikett der Buchbindemeisterin Inge Machemehl-Stobl, Bonn, die wohl für die fachgerechte Restaurierung des Buches verantwortlich war. Sie zählte 1975 zu den Kandidatinnen des Staatspreises Manufactum, der von der Landesregierung Nordrhein Westfalens im zweijährigen Rhythmus seit 1963 vergeben wird (Manu factum 75: Kunsthandwerk in Nordrhein-Westfalen, Ausstellung der Arbeitsgemeinschaft des Kunsthandwerks in NRW zur Ermittlung des Staatspreisträgers, 21. März bis 4. Mai 1975 Rheinisches Landesmuseum Bonn [Kunst und Altertum am Rhein 58] Bonn 1975, S. 36 und 43).
