Monographs, collected works and essays: General numismatics and antiquity
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LIEBE, C.S.
Gotha numaria, sistens thesauri Fridericiani numismata antiqua aurea, argentea, aerea, ea ratione descripta, Ut Generali eorum notitiae exempla singularia subiungantur. Accedunt ex Andreae Morellii Specimine Uniuersae Rei Numarae Antiquae Excerpta, & Epistolae Tres Ez. Spanhemii, quibus rariores eiusdem Thesauri Numi illustrantur. Amsterdam (Verleger: Rudolf und Jakob Wettstein, William Smith) 1730. 12 unpaginierte, XXVI, 544, 28 unpaginierte S. (letztere: Indices und Errata). Dekesel/Dekesel-De Ruyck L174. Ganzledereinband des 18. Jahrhunderts im Großquartformat, mit Rotschnitt, 6 Bünden, goldgeprägtem Rücken, Rückenschild und einer randbegleitenden goldgeprägten vegetabilen Rahmung der Deckel, goldgeprägt sind auch die Kanten und die innere Randzone der Deckel. Der lederne Bezug etwas berieben, die Ecken bestoßen. 3406 Gramm.
Verso auf dem Titelblatt das schlichte Exlibris für AMALIA / Fürstin von / GALLITZIN. Amalie, geborene Reichsgräfin von Schmettau (* 1748 in Berlin, † 1806 in Münster, Westfalen) lernte als Hofdame der Prinzessin Anna Elisabeth Luise von Brandenburg-Schwedt den russischen Fürsten und Diplomaten Dmitri Alexejewitsch Golizyn (1734–1803) kennen, den sie 1768 heiratete. In ihren gemeinsamen Jahren in Paris und in Den Haag, setzte sich die geistreiche junge Frau intensiv mit der Literatur und Philosophie auseinander und machte sich die Ideen der Aufklärung zueigen, die sie durch Kontakte zu Voltaire und den Enzyklopädisten Denis Diderot und Jean Baptiste Le Rond, genannt d'Alembert, vertiefen konnte. Schon bald ging das Ehepaar trotz zweier kleiner gemeinsamer Kinder getrennte Wege. Das eheliche Zusammensein endete 1774 ohne Scheidung, als sich Amalie von ihrem Ehemann trennte und als Alleinerziehende ihrer Tochter und ihres Sohnes unweit von Scheveningen einen eignen Haushalt gründete. Fruchtbare Kontakte pflegte sie zum niederländischen Philosophen Frans Hemsterhuis (* 1721, † 1790), der auch ein Bekannter ihres Mannes war, später auch zu Franz Freiherr von Fürstenberg (* 1729, † 1810), der als Minister des Hochstifts Münster beachtliche Neuerungen im Schulwesen vorangetrieben hatte. Dieser führte sie in seinen von Neuerungen und zugleich vom Katholizismus bewegten Bekanntenkreis ein. Der ergiebige Austausch, den Amalie dort erlebte, bewog sie, sich 1779 gemeinsam mit ihren Kindern in dieser Stadt niederzulassen. In ihrer neuen Heimstatt sammelte sie den sogenannten 'Münsterschen Kreis' um sich, ein Netzwerk von Gleichgesinnten, Intellektuellen und reformerischen Kräften aus den Kreisen des regionalen katholischen Bürgertums und Adels, der sich zu einer der bedeutenden Kräfte der inneren Reform des Katholizismus formierte, sie pflegte aber zugleich auch persönliche Kontakte und Korrespondenzen zu Geistesgrößen ihrer Zeit, wie z. B. Johann Wolfgang von Goethe, Johann Gottfried Herder, Friedrich Schlegel, Matthias Claudius oder zum Philosophen und Handelsreformator Friederich Heinrich Jacobi (Siegfried Sudhof, in: Neue Deutsche Biographie Band 6, Berlin 1964, S. 51–53).
Unterhalb dieses Bücherzeichens ein mit SAMMLUNG / EDWIN REDSLOB bedruckter kleiner Eignerzettel. Der Kunsthistoriker Edwin Redslob (* 1884 in Weimar, † 1973 in West-Berlin)
hat auf dem fliegenden Vorsatzblatt in Bleistift auch seinen handschriftliche Namenszug E. Redslob hinterlassen.
Unten Exlibris für Hasso Schwänke.
