eLive Auction literature 2025 - day 1 (Lots 6001 - 6706)
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Monographs, collected works and essays: General numismatics and antiquity

NUMISMATIC LITERATURE MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE

Lot 6060

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ALLGEMEINE NUMISMATIK WAMBOLD VON UMSTADT, F.C.M, von / N.N. (Klingel, J.G.?).

WAMBOLD VON UMSTADT, F.C.M, von / N.N. (Klingel, J.G.?).

Katalog des großen Freiherrlich von Wambolt'schen Münzkabinets in Heidelberg. Vollständiges, in einem Einband vereintes Set, beinhaltend: Erster Band, [enthaltend: ein breites Spektrum postantiker Münzen unter Talergröße aus Silber und unedlen Metallen aus den Gebieten des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und anderer europäischer, in geringerer Zahl auch außereuropäischer Gebiete sowie Medaillen, allesamt gegliedert gemäß der damaligen strandesmäßigen Ordnung]. Heidelberg (August Osswald) 1833. Titelblatt, 2 unpaginierte, IV, 320 S. Zweiter Band. Enthaltend Thaler, Goldmünzen und Medaillen. Heidelberg (August Osswald) 1833. Titelblatt, X S., (anknüpfend an die Paginierung des Ersten Bandes:) S. 321-759. Leitzmann S. 150. Pappband, wohl des zweiten Drittels des 19. Jahrhunderts, außen gänzlich bezogen mit Steinmarmorpapier, auf dem Rücken ein in Galltinte mit dem Titel beschriebenes Etikett. Die Buchdecke berieben, Läsionen des papiernen Bezugs im Bereich der Gelenke. 1642 Gramm.

 

Der Freiherr Franz [Christoph Maria] Wambold (die heutige Namensversion) von Umstadt (* 1761 in Mainz, † 1831 in Heidelberg), Domdechant von Worms und Domherr zu Mainz, hatte seit der zweiten Häfte der 1780er Jahre eine umfangreiche und vielfältige numismatische Kollektion aufgebaut, die bei seinem Ableben beinahe 12.000 Exemplare zählte. Sie enthielt Prägungen von der Merowingerzeit bis ins 19. Jahrhundert. Wie dem Vorwort zu entnehmen ist, diente die vorliegende zweibändige Veröffentlichung als Mittel zur Vermarktung der numismatischen Bestände, die ursprünglich en bloc oder in geschlossenen Partien erfolgen sollte (...'So viel genüge, um auf diese Sammlung den Theil des Publikums, den eine solche Acquisition interessieren kann, aufmerksam zu machen. Sie zu zersplittern, würden die Erben für ein Vergehen gegen den Verstorbenen, wie gegen die Wissenschaft halten; höchstens könnten sie sich entschliessen, die einzelnen Fächer, Gold, Thaler, Scheidemünzen und Medaillen, jedes besonders zu veräussern; ein Käufer im Ganzen würde viel annehmlichere Bedingungen finden, und man sieht dergleichen Anerbieten mit Zuversicht entgegen'). Es ist zu vermuten, dass Aufzeichnungen des Schöpfers dieser Kollektion oder gar ein von ihm erstelltes Manuskript die Grundlage für beide Katalogbände geliefert haben. Inwieweit einer oder beide Unterzeichner des Vorworts jener Veröffentlichung an der Erstellung, Fertigstellung oder Drucklegung dieses Werkes beteiligt gewesen sind, lässt sich derzeit nicht genau präzisieren. Es waren dies der Großherzoglich-badische Regierungskommissar Hermann, der in Heidelberg als Stadtamts-Revisor amtierte und auch amtlicherseits involviert war in die Versteigerung der von Franz [Christoph Maria] Wambolds hinterlassenen Kunstsammlung von Gemälden, Kupferstichen, Holzschnitten 'der berühmtesten Meister und Schulen aller Zeiten', die auf den 11. November 1833 zu Heidelberg angesetzt worden war (Frankfurter Ober-Postamts-Zeitung Nr. 265, vom  306, vom 22. September 1833, Bekanntmachung 1698 und Ausgabe Nr. 306, vom 3. November 1833, Bekanntmachung 1872). Der zweite Unterzeichner des Vorworts zum Katalog der Wambold'schen numismatischen Sammlung war Johan Georg Klingel (* 1775 in Heidelberg, † 1839 ebendort), ein Handelsmann und Inhaber einer Wachsfabrik in Heidelberg sowie Mitglied des Rats der Stadt Heidelberg, der von 1825 bis 1828 auch Mitglied der 2. Kammer des Badischen Landtages gewesen war (https://digital.blb-karlsruhe.de/Drucke/topic/view/792873). Ob dieser hinsichtlich des Sammlungskatalogs verfasserisch beteiligt gewesen ist oder aber lediglich eine Rolle als Dienstleister beim Verkauf der Sammlungsstücke spielen sollte, sei vorerst dahingestellt. Doch kam ein Gesamtverkauf ebensowenig zustande, wie die Veräußerung geschlossener Partien des Wambold'schen Münzkabinetts. Vielmehr erfolgte die Auflösung dieses numismatischen Bestandes 'stück- und abtheilungswese' im Zuge einer auf den 18. August 1834 angesetzten Heidelberger Auktion (siehe: Kunst-Blatt [hrsg. von Ludwig Schorn], No. 35, vom 1. Mai 1834, S. 149).


Auf der Titelseite sowie verso auf dem hinteren fliegenden Vorsatzblatt die dreizeilige Stempelung DR HANS TAUBER / GRAZ / Naglergasse 36. Recto auf dem vorderen fliegenden Vorsatzblatt befindet sich ein mit dem Namen dieses Buchbesitzers gestempeltes Etikett, das ferner handschriftlich mit einem Provenienzvermerk, der den Erwerb dieses Katalogexemplars aus der 'Auction Chalon - 19/11 89' bezeugt. Johann Hermann Tauber (*1848 in Wien, † 1913 in Graz) beschritt nach seinem Studium der Rechtswissenschaften an den Universitäten in Wien und Graz und seiner Promotion zum Dr. juris eine Beamtenlaufbahn (anfangs am Bezirksgericht Stainz Gerichtsadjunkt, 1895 Untersuchungsrichter, in Graz 1898 Gerichtsadjunkt, 1901 Landesgerichtssekretär, 1906 Landesgerichtsrat). In seiner Freizeit betätigte er sich auf den Feldern der Kunst.


Exemplar der Bibliothek von Renier Chalon, Sammler, numismatischer Autor und früherer Präsident der Société royale de numismatique de Belgique (Cortvrint [leitender Beamter]/M. C. van Peteghem [expert], Auktion vom 18.-21.11.1889, Collection de feu M. Renier Chalon, ... deuxième partie: bibliothèque numismatique, Nr. 1185).