Monographs, collected works and essays: General numismatics and antiquity
Bid
| Estimated price | 150 € |
| Result |
This lot is not available for purchase anymore.
SCHULTZ, E.C.
Beschreibung verschiedener Seltenheiten der Natur, der Kunst u. des Alterthums, welche dem Moversschen Cabinet zu Hamburg einige Aufmerksamkeit und Betrachtung verdienen, in zween Theilen verfertigt und herausgegeben von einem Freunde der Natur-Historie. Hamburg [gemäß des datierten Vorworts 1770]. Frontispiz (gestochene Münztafel) 16, 214 S., 1 Blatt. Beide Teile sind in einem Band vereint. Mit bräunlichem Papier bezogener Pappband der Zeit mit 5 Bünden und dreiseitigem Goldschnitt. Die Buchdecke etwas berieben, der Buchblock etwas wasserfleckig. 220 Gramm.
Peter Johann Movers (* 1695 in Lüneburg, † 1769 in Hamburg) war ein Hamburger Kaufmann, der mit 'Spezerey-Material- und Doguerey-Waaren' handelte (Johann Heinrich Zedler [hier anonym], Jetztlebende Kauffmannschafft in und ausser Deutschland, Erster Versuch. Leipzig 1743, S. 69). Er erlangte in Hamburg seit 1723 diverse öffentliche Ämter, darunter jene des Steuereinnehmers (Akzisemeisters) für diverse Ressorts. 1745 zählte er zum Kreis der Kämmereibürger, 1747 übernahm er insbesondere Funktionen und Aufgaben in der Vertreterschaft der Hamburgischen protestantischen Kirchengemeinden, 1743 als Jurat, 1748 als Diakon. 1759 erfolgte seine Aufnahme in das Kollegium der Oberalten, 1760 wurde er Vorsteher der Kirchengemeinde St. Gertrud und Leichnamsgeschworener. Schließlich bekam er 1760 das Amt des Präses der Kirchengemeinden zugesprochen.
Movers' hinterlassene umfangreiche thematisch weit gestreute Sammlung von geologischen, paläontologischen und zoologischen Objekten, Kunstgegenständen und Antiquitäten, Münzen und Medaillen katalogisierte der promovierte Jurist Ernst Christoph Schultz (* 1740 in Königsberg, † 1810 in Hamburg), der intensiv auch seinen eigenen naturkundlichen Interessen nachging und selbst eine nicht unbedeutende Sammlung von einschlägigen Objekten und Präparaten aufgebaut hatte. Er war 1759 in die Hansestadt übergesiedelt, nachdem er infolge des großen Brandes in Königsberg empfindliche materielle Verluste erlitten hatte, darunter auch seine Kollektion von Naturalien, doch gelang es ihm eine solche wieder zusammenzustellen.
Der Katalog der Sammlung Movers präsentiert ein breites Assortiment von Objekten, in einer Artenvielfalt, wie sie schon in den fürstlichen Kunst- und Wunderkammern des 16. und 17. Jahrhunderts existierte, freilich vielfach nicht in der Kostbarkeit der zusammengetragenen Einzelstücke. Im Ersten Teil sind die Naturalia beschrieben: Mineralien, pflanzliche und tierische Belegstücke und Präparate. Der Zweiten Teil beinhaltet verschiedenste Gruppen von Artefakten: physikalische und chemische Instrumente, Waffen, völkerkundliche Gegenstände und Bekleidung, Objekte verschiedenster Art aus dem Bereich der Kunst und des Kunsthandwerks, darunter auch Bilder und Gemälde, geschnittene polierte und unbearbeitete Schmucksteine, eine kleine Gruppe archäologischer Objekte und nicht zuletzt eine Sammlung von 580 Münzen des antiken Roms, sowie mehr als 600 mittelalterlicher und neuzeitlicher Münzen und Medaillen. Die Sammlungskästen und Möbel dieses Kabinetts sind am Schluss des Katalogs verzeichnet.
Gemäß des Nachworts ist der Katalog im Auftrag der Movers'schen Erben erstellt worden als Dokumentation der Sammlung und zugleich als Informationsquelle für Kaufinteressenten, denen damit über einen Kommissionär die Möglichkeit eröffnet wurde, das Kabinett vollständig zu erwerben, oder bei fehlenden Interesse am Ganzen, daraus die durch den Katalog festgeschriebenen Partien (den sogenannten Teilen oder Abteilungen) zu erstehen. Für den Fall, dass dafür keine realistischen Kaufangebote vorlägen, war geplant, sämtliche respektive die verbliebenen Partien nach den im Katalog verzeichneten Positionen im Rahmen einer auf den 6. August 1770 und folgende festgesetzten öffentlichen Versteigerung aufzulösen. Letztere im letzten Absatz des Nachworts formulierte Option ist mittels mehrerer Federkielstriche in Galltinte alt gelöscht worden. Die Nichtigmachung jener Notiz wird wohl durch folgenden ebenfalls in Galltinte notierten Eintrag erklärt: Mit [...] dieses Cabinets [...] am 17 September dieses Jahres g. G. [d. h.: gegen Gebot] der Anfang gemacht worden.
Auf dem Spiegel des Vorderdeckels Exlibris für Hasso Schwänke.
