eLive Auction 86 - - day 2 (Lots 6068 - 6821)
Ended

Antike: Völkerwanderung, Orientalische und Byzantinische Münzen
Spezialsammlung Byzanz
Europäische Münzen und Medaillen

Lot 6292

Lot 6292

Bid


Estimated price 300 €
Result 430 €

This lot is not available for purchase anymore.

Ludwig der Fromme, 814-840.
Denar, Palastmünzstätte. 1,62 g.

+HLVDOVVICVS IMP Kreuz//PALA / TINAMO / NE TA.

Depeyrot 743; M./G. 320. R Hübche Patina, min. korrodiert, sehr schön
Während ein Großteil der karolingischen Gepräge Münzstätten nennt, die zweifelsfrei zuzuordnen sind, gibt es drei Legenden, deren Zuweisung noch immer Rätsel aufgibt. Neben XPISTIANA RELIGIO und AQVITANIA gehört auch das bei dem vorliegenden Exemplar zu lesende PALATINA MONETA dazu. Es ist vermutet worden, dass sich hinter dem Begriff eine mit dem königlichen Hof reisende Münzstätte verbirgt, die somit an mehreren Stellen des Reiches lokalisiert werden könnte und je nach Bedarf prägte. Dagegen spricht jedoch, dass nicht von allen karolingischen Herrschern entsprechende Münzen bekannt sind (vgl. Grierson, P. / Blackburn, M.: Medieval European Coinage. I The Early Middle Ages 5th-10 centuries, Cambridge 1986, S. 198). Während K. F. Morrison / H. Grunthal (Nr. 320) und G. Depeyrot (Nr. 743) auf eine genauere Zuweisung verzichten, schlägt B. Kluge (Numismatik des Mittelalters, Berlin / Wien 2007, Nr. 226) eine Verortung nach Aachen vor. Möglicherweise sind aber auch mehrere wechselnde Orte gemeint, die den Status eines Verwaltungszentrums des Karolingerreiches innehatten. Für Karl den Großen (768-814) käme beispielsweise das bereits erwähnte Aachen in Frage, Karl der Kahle hielt sich überwiegend in Verberie, Quierzy und Ponthion (843-877) auf (vgl. Grierson / Blackburn, S. 197). Lediglich eine Münze Karls des Kahlen nennt die Umschrift +PALATINA MONE in Verbindung mit Paris (+PARISII CIVITAS - G. Depeyrot, Nr. 755B).