Auction 418
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Minted history of the Thirty Years' War and the Peace of Westphalia | Numismatic Rarities from over the World

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Estimated price 25,000 €
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DEUTSCHE MÜNZEN UND MEDAILLEN AUS DER ERSTEN HÄLFTE DES 17. JAHRHUNDERTS. DAS KURFÜRSTENTUM BRANDENBURG. Georg Wilhelm, 1619-1640  
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2 Goldgulden 1621, Berlin. 6,37 g. [dreiKringel übereinander] GEORG • WILHEL • M • V • G • G • M • Z • BRAND • Geharnischtes Brustbild r. mit großer Halskrause//[dreiKringel übereinander] D • H • R • R • ERTZC • V • CHVRF • I • P • Z • G • C • B • S 11feldiges Wappen mit Mittelschild, darüber die Jahreszahl • 16 (Verzierung) Z1 •. Bahrf. 647; Fb. 2156 ("Rare"); v. Arnim (Ducaten) 32 var.
GOLD. Von allergrößter Seltenheit. Sehr attraktives Exemplar mit feiner Goldtönung, vorzüglich
Exemplar der Slg. Eberhard Schnuhr, Auktion Galerie für Numismatik 30, Düsseldorf 1985, Nr. 302 und der Slg. Gunther Hahn, Auktion Fritz Rudolf Künker 300, Berlin 2018, Nr. 16.
Doppelstücke des Goldguldens sind überaus selten, normalerweise wurden Mehrfachstücke im Dukatengewicht hergestellt. Die Prägung fand auch mitten in der Kipperzeit statt.
Georg Wilhelm, der am 13. November 1595 in Cölln geborene calvinistische Sohn des Kurfürsten Johann Sigismund, geriet seit 1614 als Statthalter in den 1614 erworbenen rheinischen Gebieten Kleve, Mark und Ravensberg rasch unter den Einfluß des katholischen Grafen Adam von Schwarzenberg, der nach dem Regierungsantritt des unentschlossenen Georg Wilhelm 1620 weitgehend die brandenburgische Politik bestimmte. Mit zwei der zentralen Persönlichkeiten des Dreißigjährigen Krieges war Georg Wilhelm verschwägert: Durch seine am 14. Juli 1616 gefeierte Hochzeit mit Elisabeth Charlotte von der Pfalz war er Schwager des Winterkönigs Friedrich V. von der Pfalz, und durch die von seiner Mutter Anna eingefädelte Hochzeit seiner Schwester Maria Eleonore mit Gustav II. Adolf am 5. Dezember 1620 wurde er Schwager des großen Schwedenkönigs. Dennoch versuchte der brandenburgische Kurfürst, die Neutralität zu wahren und sein Land aus dem Großen Krieg herauszuhalten. Nachdem die Mark Brandenburg seit 1625 von Mansfeld und Wallenstein verwüstet worden war, trat er – auch unter dem Druck Schwarzenbergs – auf die kaiserliche Seite. Als sein Schwager Gustav II. Adolf Pommern und die Festungen Frankfurt und Brandenburg eroberte, wechselte Georg Wilhelm 1631 die Seite und schloß Verträge mit den Schweden. 1635 hingegen trat er dem durch die Habsburger diktierten Prager Frieden bei, woraufhin die Schweden die Mark bis auf Küstrin und Spandau besetzten. Die weitgehende Zerstörung des brandenburgischen Territoriums durch den Krieg ist im Wesentlichen der schwachen Persönlichkeit und wankelmütigen Politik Georg Wilhelms anzulasten, der sich 1638 nach Preußen zurückzog und am 1. Dezember 1640 in Königsberg im Alter von 46 Jahren an der Wassersucht starb.