eLive Auction 91 - Orders and Decorations
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Collection Peter Groch - Part 15, Orders and decorations from Germany and all over the world


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EUROPÄISCHE ORDEN UND EHRENZEICHEN ITALIEN

Lot 9436

Lot 9436

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Estimated price 500 €
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ITALIEN, KÖNIGLICHES HAUS BOURBON-BEIDE SIZILIEN (SEIT 1861)

Geheiligter Militärischer Konstantinischer Ritterorden vom hl. Georg [Sacro Militare Ordine Constantiniano di San Giorgio] ((313/1190) 1545/1698/1731/1759). Bruststern der Ritter (bis 1943), 76.5 x 76,4 mm, Anfertigung der Firma Krétly in Paris (no. 46, Palais Royal) wohl aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, Silber, Auflage Gold ziseliert und emailliert, auf dem Revers befestigt mittels vier runder Splinte, 55,9 g, auf dem Revers Herstellerbezeichnung, an Nadel, mit zwei seitlichen Fixierhaken. BWK3 130 var. RR I-II

Mit echt goldener Auflage in dieser Form selten!

Der Legende nach geht der Orden zurück auf eine im Jahre 313 vom römischen Kaiser Konstantin I. dem Großen (274-337, reg. seit 306) gegründete Miliz zum Schutze des Labarums (kaiserliche Standarte mit dem Christus-Monogramm "XP"), die 1190 vom byzantinischen Kaiser Isaak II. Angelus (1156-1204, reg. von 1185 bis 1195 und ab 1203) als militärischer Orden wiedergestiftet worden sein soll.

Der aus einer albanischen adligen Familie stammende Andrea (Engjëlli) Angelo „Flavio Comneno Fürst der Achaia, von Mazedonien und Thessalien, Herzog und Graf von Drivasto und Durazzo“ (gest. 1580), der seine Herkunft auf die byzantinische Dynastie der Angelos Comnenos zurückführte, gründete ca. 1545 zusammen mit seinem Bruder Paolo den Geheiligten Militärischen Konstantinischen Ritterorden vom hl. Georg. Papst Julius III. (bürgerlich: Giovanni Maria Ciocchi del Monte – 1487-1555, Papst seit 1550) bestätigte mit apostolischem Breve „Quod alias“ Andreas Abkunft und die Würde des Großmagisteriums des Ordens für ihn und seine Nachkommen.

Dessen siebter Nachfolger Giovanni Andrea II. Angelo Flavio Comneno, Fürst von Mazedonien, Kilikien und Thessalien, Herzog und Graf von Drivasto und Durazzo (1634-1703) trat („verkaufte“) als letztes lebendes männliches Mitglied seiner Familie 1698 das Großmagisterium ab an Francesco Farnese, Herzog von Parma und Piacenza (1678-1727, reg. seit 1694), was von Papst Innozenz XII. (bürgerlich: Antonio Pignatelli di Spinazzola – 1615-1700, Papst seit 1691) mit dem apostolischen Breve „Sincerae fidei“ vom 24. Oktober 1699 approbiert wurde.

Mit dem Tod von Antonio Farnese, letzter Herzog von Parma und Piacenza aus dem Hause Farnese (1679-1731, reg. seit 1727) im Jahre 1731 ging das Herzogtum Parma und Piacenza und damit auch das Großmagisterium des Ordens an seinen Großneffen Don Carlos Sebastián de Borbón y Farnesio, Infant von Spanien (1716-1788 – von 1731 bis 1735 als Carlo I. Herzog von Parma und Piacenza, von 1735 bis 1759 König von Sizilien und von Neapel, als Carlos III. seit 1759 König von Spanien) über. 1759 übertrug er die Königreiche Sizilien und Neapel und das Großmagisterium des Ordens an seinen dritten Sohn Don Ferdinando (I.) (1751-1825, reg. ab 1816 als König beider Sizilien).

Auch nach der Annektion des Königreichs beider Sizilien durch das Königreich Italien 1860 bzw. der Auflösung der sizilianischen Exilregierung in Rom 1870 bestand und besteht der Orden weiter unter dem Großmeistertum des Oberhaupts der königlichen Familie der Bourbonen beider Sizilien, allerdings seit 1960 in zwei unterschiedlichen Zweigen, der französischen und der spanischen „Oboedienz“.