Auction 441 - Part 2 (Lots 4285 - 4643)
Starts in 1 month(s) 9 day(s)

Orders and Decorations from the Estate of Wilhelm, Duke of Bavaria (1752–1837), among others

In cooperation with Philipp Württemberg Art Advisory GmbH


Coins and Medals from the Middle Ages and Modern times, particularly Denmark, Habsburg, Norway, and Saxony, including items from the Collection of Commercial Councilor Dr. Herbert Wenzel (Habsburg), the Collection of Dr. Wolfgang Kümpfel (Ernestine in Coburg and Gotha), the Collection of Jürgen and Erika Schmidt, Bovenden, and a Collection from former Aristocratic Estates.

GERMAN COINS AND MEDALS SCHLESWIG-HOLSTEIN

Lot 4589

Lot 4589

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Estimated price 750 €
Starting price 600 €

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HOLSTEIN-PLÖN, HERZOGTUM Johann Adolf, 1671-1704.

2 Mark 1677, Plön. 22,59 g. Münzmeister Caspar Ridder. Dav. 568; Lange 758. RR Leichte Prägeschwäche, sehr schön

Exemplar der Sammlung Münzen und Medaillen aus adeligem Privatbesitz.

Das Münzmeisterzeichen "CR" auf der Rückseite steht für Caspar Ridder, der seit 1677 Münzmeister in Plön war. Seit 1678 wird er auch als bischöflich lübeckischer Münzmeister erwähnt. Die bischöfliche Münzstätte lag in Eutin.

Johann Adolf, Herzog von Holstein-Plön, wurde 1634 auf Schloß Ahrensbök als ältester Sohn des Herzogs Joachim Ernst von Holstein-Plön und seiner Gemahlin Dorothea Auguste von Holstein-Gottorp geboren. Nachdem er fünf Jahre die vom Vater in Reinfeld errichtete Fürstenschule besucht hatte, reiste er, um das Kriegshandwerk zu erlernen, in die Spanischen Niederlanden und nach Schlesien. Er ging nach Ungarn, wo er als Generalmajor seit 1664 einige Jahre gegen die Türken gefochten hatte und einige Auszeichnungen bekam. 1669 kehrte er nach Holstein zurück und trat als Generalwachtmeister in dänische Dienste, bis ihm durch den Tod seines Vaters 1671 das Herzogtum Plön zufiel. Nach diesem Ereignis ließ er sich vorübergehend in Plön nieder. Schon 1673 nahm Johann Adolf wieder auswärtige Kriegsdienste an und vermählte sich 1673 mit Dorothea Sophie, Tochter des Herzogs Rudolf August von Braunschweig-Wolfenbüttel, von dem er die Feldmarschallwürde erhielt und das Kommando über die Truppen, welche die braunschweigischen Herzöge für das gegen die Franzosen gesandte Reichsheer gestellt hatten. Weiterhin kämpfte er gegen den Marschall Turenne und gegen Marschall Créqui. 1676 trat er wieder in dänische Dienste, legte jedoch im Herbst das Kommando nieder und trat 1689 abermals an die Spitze des dänischen Heeres. Einige Jahre später löste Johann Adolf sein militärisches Verhältnis zu Dänemark und trat in den Dienst der Generalstaaten als Generalfeldmarschall und Gouverneur von Maastricht. Zu seinen kriegerischen Taten in Holland zählt die Eroberung von Huy im Jahre 1694. Der Friede zu Rijswick 1697 beendete seine militärische Laufbahn. Trotz Johann Adolfs wiederholter und langer Abwesenheit von der Heimat bewahrte er ein lebhaftes Interesse für sein Land. Er gründete die Neustadt in Plön, legte Fabriken an und gab Armenhäusern Geld. Er starb 1704 auf Ruhleben bei Plön und ist dort in der Schloßkapelle beigesetzt.