Auction 438 - Teil 3 (Lose 776 - 1078)
Starts in 1 month(s) 7 day(s)

Coins of the Ancient World

From the Topp Collection, Dormagen, the Jürgen and Erika Schmidt Collection, Bovenden, and The Everglades Collection

BYZANTINE COINS BYZANZ

Bid


Estimated price 400 €
Starting price 320 €

Pre-bids can be placed before the sale at kuenker.de with your myKünker account.

Heraclius, 610-641 mit Heraclius Constantinus und Heraclonas.

AV-Solidus, 637/638, Constantinopolis, 6. Offizin; 4,47 g. Drei Kaiser stehen v. v.//Kreuz auf drei Stufen. DOC 39 e; Sear 764. Winz. Kratzer, fast vorzüglich

Exemplar der Sammlung Topp, Dormagen.

Exemplar der Auktion Hirsch Nachf. 326, München 2017, Nr. 2206 (dort mit weiterer Provenienzangabe).

Kaiser Heraclius regierte ab 613 zusammen mit seinem Sohn aus erster Ehe, Heraclius Constantinus (Constantinus III.). Heraclonas, sein Sohn aus zweiter Ehe mit Martina, war ab 632 als Caesar und ab 638 auch als Augustus ebenfalls Mitglied des Kaiserkollegiums. Nach Heraclius' Tod am 11. Februar 641 sollten seine Söhne gleichberechtigt über das byzantinische Reich herrschen. Laut antiker Überlieferung soll die Kaiserwitwe Martina versucht haben, den Herrschaftsanspruch ihres Sohnes Heraclonas gegen seinen Halbbruder durchzusetzen. Kurz nach dem Tod des Constantinus III. am 25. Mai 641 machte Heraclonas dessen Sohn Flavios Heraclius (Constans II.) aufgrund des öffentlichen Drucks zum Mitregenten. Gerüchte über einen angeblichen Giftmord an Constantinus III. sowie der wiedererstarkte Monotheletismus, eine christliche Glaubensströmung, die Jesus zwei Naturen, aber nur einen Willen zuschrieb, führten zu Unruhen. Martina und Heraclonas wurden daraufhin im Zuge einer Palastrevolte verstümmelt und nach Rhodos verbannt. Constans II. übernahm im Anschluss die Alleinherrschaft des Imperiums.
Die Dynastiebilder des Heraclius mit allen drei Herrschern zeigen diese im protokollarischen Darstellungsschema, das dem Auftreten der Kaiserfamilie bei wichtigen öffentlichen Zeremonien entsprach. Die Stellung des Hauptkaisers in der Mitte, seines älteren Ko-Regenten rechts daneben und seines wesentlich kleiner dargestellten Mitkaisers links wird durch die Größenverhältnisse deutlich unterstrichen. Münzen unseres Typs zeigen den jüngeren Heraclonas bereits ebenfalls mit Kreuzdiadem und damit als Augustus gekrönt auf der selben Herrschaftsstufe wie sein Bruder. Der gänzliche Verzicht auf eine Nennung des Herrschernamens in der Vorderseitenlegende unterstreicht zusätzlich den dynastischen Gedanken. Dazu: Moore, R. S., Heraclonas, De Imperatoribus Romanis: https://roman-emperors.sites.luc.edu/heraclon.htm (zuletzt aufgerufen am 5. November 2025); Raeder, J., Die byzantinischen Münzen im Kestner - Museum Hannover, Bd. 4, Hannover 1987, S. 36-39.