Auction 438 - Teil 3 (Lose 776 - 1078)
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Coins of the Ancient World

From the Topp Collection, Dormagen, the Jürgen and Erika Schmidt Collection, Bovenden, and The Everglades Collection

ROMAN COINS MÜNZEN DER RÖMISCHEN KAISERZEIT

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Procopius, 365-366.

Æ-Centenionalis, Cyzikus, 2. Offizin; 2,84 g. Drapierte Büste l. mit Perldiadem//Kaiser steht v. v., Kopf r., mit Labarum und Schild, oben Christogramm, unten nicht identifiziertes Objekt. RIC 10. Selten, besonders in dieser Erhaltung. Prachtexemplar. Grüne Patina, vorzüglich

Exemplar der Auktion Helios 6, München 2011, Nr. 246; erworben aus dem CNG Inventory, Nr. 459135 (April 2017); der Sammlung Dr. Allan Smith, Electronic Auction CNG 412, Lancaster 2018, Nr. 693 und der Auktion CNG 118, Lancaster 2021, Nr. 1170.

Procopius nahm als Kommandant einer separaten Heeresgruppe am Feldzug Julians gegen die Sasaniden im Jahr 363 teil. Als nach Julians Ermordung Salutius Saturninius Secundus den Purpur abgelehnt hatte, wurde Jovian zum Kaiser erhoben. Dieser schloss einen schändlichen Frieden mit Schapur II., starb allerdings noch auf der Rückreise nach Konstantinopel und wurde von Valentinian I. und dessen Mitregenten Valens abgelöst. Als Valens 365 nach Syrien zog, wurde Procopius, der behauptete, von Julian als Nachfolger bestimmt worden zu sein, von unzufriedenen Truppen als letzter Angehöriger der konstantinischen Dynastie zum Kaiser proklamiert. In der Schlacht bei Nacoleia in Phrygien unterlag er Valens, nachdem seine germanischen Hilfstruppen ihn verlassen hatten. Er wurde hingerichtet und verfiel im Mai 366 der damnatio memoriae.
Den Gegenstand neben dem Christogramm des vorliegenden Typs bestimmt Olbrecht in jüngerer Zeit als Pilz und betont die Einzigartigkeit dieses Bildelements für die kaiserliche Herrschaftsikonographie. Die programmatische Bedeutung sieht er in der Botschaft gegeben, dass Valens wie ein Pilz aus dem Boden gesprossen sei, während Procopius selbst eine dynastische Anbindung an frühere Kaiser vorzuweisen hatte. Dazu: Olbrich, K., Wahrer Kaiser und Kaiserling. Herrschaftsprogrammatik des Kaisers Procopius im Spiegel seiner Münzprägung (365–366 n. Chr.), in: JNG 58 (2008), S. 89–100.