Coins of the Ancient World
From the Topp Collection, Dormagen, the Jürgen and Erika Schmidt Collection, Bovenden, and The Everglades Collection
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| Estimated price | 400 € |
| Starting price | 320 € |
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AR-Denar, 47/46 v. Chr., afrikanische Münzstätte, P. Licinius Crassus; 3,83 g. Jupiterkopf r., darunter Adlerkopf l. und Szepter//Sella curulis zwischen Ähre und Drachenkopf, darüber Waage und Füllhorn. Bab. 49; BMC 4; Crawf. 460/2; Sear 41; Syd. 1048. RR Feine Tönung, Prüfpunzen auf dem Avers, sehr schön
Exemplar der Sammlung Antike Münzen aus adeligem Privatbesitz (abgeschlossen vor dem Ersten Weltkrieg).
Dieser seltene und interessante Denar des Crassus enthält eine Vielzahl symbolischer Anspielungen, die einerseits auf seine eigene Vergangenheit, andererseits auf politische Allianzen und geografische Bezüge anspielen. Der Jupiterkopf auf dem Avers kann durch den Adler darunter identifiziert werden und erinnert an Prägungen des Pompeius Magnus (vergl. Sear 8). Crassus war mit diesem durch ein gemeinsames Konsulat im Jahr 52 v. Chr. - hierauf weist auch die sella curulis auf dem Revers hin - und als Schwiegervater verbunden. Auf pompeianische Tradition weist auch der kleine Drachenkopf hin. Caesar hatte diesen als Symbol für die Pompeianer, die es zu vernichten galt, auf seinen Denaren eingeführt und vom Elefanten zermalmen lassen. Indem Crassus den Drachen hier erneut aufgreift und in der Nähe der sella curulis positioniert, betont er seine eigene pompeianische Gesinnung und deren Legitimität im republikanischen Kontext. Woytek betont hingegen, dass für die Wahl des Motivs der Drachenschlange auch eine Rolle gespielt haben könnte, dass Afrika den Römern als Land der Schlange galt (Woytek, B., Arma et Nummi, Wien 2003, S. 235, Anm. 322).
Die übrigen Attribute des Revers verweisen auf den Ort der Prägung des Denars. Ähre, Waage und Füllhorn symbolisieren die Fruchtbarkeit der Provinz Africa. Siehe hierzu Sear, S. 31-32.
