2 Zlote 1813, geprägt während der Belagerung durch russische Truppen. Variante mit spiegelverkehrtem N in WIERNYM auf der Rückseite. 8,42 g. Bitkin 2 (R2); Brause-Mansfeld Tf. 33, 5 var.; Engel/Fabre/Perret/Wattier 4.18.4.1; Kopicki 8450 a (R3). RR Dunkle Patina, sehr schönAus der Sammlung Kommerzialrat Dr. Herbert Wenzel, Wien.
Exemplar der Slg. Dr. Ernst Pieper, Auktion Dr. Waldemar Wruck 10, Berlin 1952, Nr. 679.
Nach dem Rückzug der französischen Armee 1812 aus Russland, Litauen und Warschau versuchte die kleine Festung Zamosc, den herannahenden russischen Truppen Widerstand zu leisten. Zunächst gab es noch genügend Lebensmittel in der Stadt. Als die Russen jedoch Zamosc umzingelt hatten, waren die Einwohner gezwungen, ihren Viehbestand - darunter sogar die Pferde - zu schlachten. Als auch diese Reserven aufgezehrt waren, sah sich der kommandierende General Hauke gezwungen, aus dem gesammelten Schmuck der Bürger und dem Kirchensilber guthaltige Silbermünzen zu prägen. Mit diesen Münzen zu 2 Zloty konnten die Belagerten bei den russischen Belagerern Nahrungsmittel kaufen. Es stellte sich heraus, daß die Belagerungsmünzen sogar mehr Silber enthielten als die Münzen des Herzogtums Warschau. Findige Geschäftsleute kauften den russischen Soldaten die silbernen Belagerungsmünzen ab und ließen sie einschmelzen. Daher sind diese Stücke selten.