AR-Denar, 136 v. Chr., Rom, Cn. Lucretius Trio; 3,99 g. Romakopf r. mit geflügeltem Helm, davor X//Dioskuren reiten r. Bab. 1; BMC 929; Crawf. 237/1 a; Syd. 450. Prachtexemplar. Herrliche Tönung, gutes vorzüglichExemplar der Auktion Bertolami Fine Arts ACR 52, Prag 2018, Nr. 142.
Auf dem ersten römischen Denartypus erscheint das behelmte Haupt der Roma auf dem Avers, die nebeneinander reitenden Dioskuren dazu auf dem Revers. Die Dioskuren gelten den Römern seit dem Beginn des 5. Jahrhunderts als Schlachtenbeihelfer. Laut Dionysius von Halikarnassos sollen sie bei der entscheidenden Schlacht der Römer unter dem Dictator A. Postumius um die Vorherrschaft gegen den Latinerbund am See Regillus an der Spitze der Reiterei für den römischen Sieg gesorgt haben. Danach sollen sie auf dem Forum in Rom erschienen sein, an der Quelle der Iuturna ihre Pferde getränkt und den Bürgern den Sieg verkündet haben. Ab 135 v. Chr. wurden die Denarbilder vielfältiger und zeichnen sich durch familiengeschichtliche Bezüge der Münzmeister aus. In dieser Zeit weisen zahlreiche spätrepublikanische Beamte durch Dioskurendarstellungen auf den Münzrückseiten auf ihre Abstammung aus Tusculum hin, wo ihr zentrales Heiligtum lag. Hollstein schlägt daher vor, auch für die Einführung des Denarbildes einen ähnlichen Bezug anzunehmen und die umstrittene Datierung der Erstemission im Jahr 211 v. Chr. zu verorten. Möglicherweise verwies einer der amtierenden Konsuln Cn. Fulvius Centumalus auf die Einnahme Capuas durch seinen Verwandten Q. Fulvius Flaccus. Die mit Hannibal verbündetet Stadt war durch diesen erfolgreich ausgehungert worden. Auch die Gens Fulvia hatte ihren Ursprung in Tusculum. Dazu: Hollstein, W., Die Dioskuren und die Einführung des Denars, JNG 58 (2008), S. 41-63.