AR-attische Tetradrachme, unbestimmte Münzstätte (Balkh?); 16,96 g. Drapierte Büste r. mit Helm//Dioskuren reiten r. BN Bact. 6 X; Hoover 131; Mitchiner, Indogreek 177 e; SNG ANS 472. Seltene Monogrammvariante. In US-Plastikholder der NGC mit der Bewertung Ch AU, Strike: 5/5, Surface: 4/5 (3602403-015). Sehr attraktives, gut zentriertes Exemplar, vorzüglichExemplar der Sammlung "The Everglades Collection".
Exemplar des Long Beach Signature Sale Heritage 3026, Long Beach 2013, Nr. 23231 und der Auktion Triton XXV, New York 2022, Nr. 5187.
Nachdem sich Demetrios I. Indien zugewandt hatte, gab es nördlich des Hindukush entweder ein Machtvakuum, oder die dortigen Griechen fühlten sich vernachlässigt, jedenfalls gab es 171 v. Chr. eine Rebellion mit Eukratides an der Spitze. Dieser konnte sich in Baktrien bis 168 völlig durchsetzen. Später griff er auch nach Indien aus und engte den Machtbereich Menanders ein. Er selbst wurde von einem Sohn, vermutlich Plato, grausam ermordet.
Die Münzprägung des Eukratides I. zeichnet sich durch eine auffällige Ikonografie auf dem Avers aus: Auf all seinen Prägungen ab der Zeit des Indienfeldzugs ist der Herrscher mit einem böotischen Kavalleriehelm zu sehen, der an den Seiten mit Stierhörnern geschmückt ist. Damit bediente er sich, so Julian Wünsch (S. 117), derselben Repräsentation wie bereits Seleukos I. bei seinem Feldzug gegen den indischen Maurya-König Chandragupta und verglich seine eigene militärische Leistungsfähigkeit mit der des großen Seleukiden. Allerdings ist der dargestellte Helm zwar als böotisch bezeichnet, war aber in der Kavallerie des Alexanderheeres verbreitet und wurde laut Eric Janssen – ähnlich wie bei der Kausia diadematophoros auf den Münzvorderseiten des Antimachos – verwendet, um den damit dargestellten Herrscher in Verbindung mit Alexander dem Großen und dessen Sieghaftigkeit zu bringen, und zwar parallel in Baktrien und im Seleukidenreich. In diesem Fall wäre bei der vorliegenden Münze also kein Vergleich der militärischen Leistungsfähigkeit des Eukratides mit der des Seleukos, sondern mit jener Alexanders des Großen intendiert gewesen, siehe Janssen, S. 63 ff. Auch der zugehörige Revers verweist mit den Schlachtenbeihelfern Kastor und Pollux im Kontrast zu Zeus, Herakles und Poseidon auf den Münzen seiner Vorgänger deutlich auf die militärische Begründung seines Königtums. Janssen, E. Die Kausia. Symbolik und Funktion der makedonischen Kleidung, Dissertation Georg-August Universität zu Göttingen, Göttingen 2007. Wünsch, J., Die Feldzüge des Eukratides I. von Baktrien und der Kampf um seine Nachfolge, in: JNG 71 (2021), S. 117-146.
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