Katalog - Auktion 438

Münzen der antiken Welt, u. a. aus der Sammlung Topp, Dormagen, und der Sammlung Jürgen und Erika Schmidt, Bovenden sowie der Sammlung „The Everglades Collection“

Ergebnisse 101-120 von 303
Seite von 16
Auktion 438 - Teil 3 (Lose 776 - 1078)
Startet in 1 Monat(en) 8 Tag(en)
VÖLKERWANDERUNG LANGOBARDEN
Los 876 1 Video
BENEVENT. Grimoald III., 788-806.

AV-Solidus, im Namen Karl des Großen, 788/792; 3,96 g. Drapierte Büste v. v. mit Krone und Kreuzglobus//Kreuz auf drei Stufen. CNI XVIII, S. 154, 1; Grierson/Blackburn -. RR Fast vorzüglich

Exemplar der Sammlung Topp, Dormagen.

Exemplar der Auktion Lanz 128, München 2006, Nr. 1000.

Grimoald III. wurde von seinem Vater Arichis II. als Geisel und Unterpfand seiner Treue an den fränkischen Hof Karl des Großen gesandt. Den Franken weiterhin die Treue haltend folgte er seinem Vater als Dux von Benevent und Salerno. Im Jahr 788 konnte er bei Kalabrien einen Sieg gegen das Heer der Byzantiner erzielen. Durch die Heirat mit der Byzantinerin und Schwägerin des Kaisers Konstantin VI. Euanthia im Jahr 790 war der Bruch mit den Karolingern vorgezeichnet. Ab 792 revoltierte er dann offen gegen die Franken und ließ Münzen prägen, die nur noch seinen eigenen Namen trugen, statt Karl den Großen als König mitzunennen. Cawley, C., Medieval Lands. A prosopography of medieval European noble and royal families: https://fmg.ac/Projects/MedLands/ (zuletzt aufgerufen am 1. Dezember 2025).

Schätzpreis
1.500 €
Startgebot
1.200 €

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Los 877 1
BENEVENT. Sicard, 832-839.

El-Solidus; 3,55 g. Drapierte Büste v. v. mit Krone und Kreuzglobus//Kreuz auf zwei Stufen zwischen S-I. CNI XVIII, S. 173, 2; Grierson/Blackburn 1108. Feine, leicht irisierende Tönung, Rand min. ausgebrochen, vorzüglich

Erworben bei der Degussa, Frankfurt a. Main, im Oktober 2017.

Schätzpreis
1.000 €
Startgebot
800 €

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VÖLKERWANDERUNG BURGUNDER
Los 878 1 Video
Gundobad, 480-516.

AV-Tremissis im Namen des Anastasius I., Lyon; 1,27 g. Drapierte Büste r. mit Perldiadem//Victoria geht r. mit Kranz und Palmzweig, r. Monogramm. Grierson/Blackburn 337; Tomasini 107. RR Winz. Schrötlingsrisse, leichte Prägeschwächen, gutes sehr schön

Exemplar der Sammlung Topp, Dormagen.

Exemplar der Sammlung Dr. Bernard Jean, Auktion Bourgey, Paris 13.-15. November 1992, Nr. 835; später erworben im Juni 2010 bei der Firma Jacquier, Kehl am Rhein.

Herrscher wie der Ostgotenkönig Theoderich der Große versuchten in der Tradition römischer Kaiser andere Herrscher durch ausgefeilte technische Errungenschaften von ihrer Überlegenheit zu überzeugen. Auf diese Weise wollte Theoderich den Burgunderkönig Gundobad mit einer Wasser- und einer Sanduhr vom Eintritt in den Krieg der Franken gegen die Westgoten abhalten. Scholl, C., Imitatio Imperii? Elements of Imperial Rule in the Barbarian Successor States of the Roman West, in: Scholl, C. u. a. (Hgg.), Transcultural Approaches to the Concept of Imperial Rule in the Middle Ages, Frankfurt am Main 2017, S. 19-39, bes. S. 29.

Schätzpreis
1.500 €
Startgebot
1.200 €

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Los 879 1 Video
Gundomar II., 524-532.

AV-Tremissis im Namen des Iustinus I.; 1,44 g. Drapierte Büste r. mit Perldiadem//Victoria geht r. mit Kranz, r. im Feld Monogramm, l. Stern. Grierson/Blackburn 341; Tomasini Gruppe JI 5. RR Min. Prägeschwäche, Randfehler, sonst vorzüglich

Exemplar der Sammlung Topp, Dormagen.

Erworben im Juni 2010 bei der Firma Jacquier, Kehl am Rhein.

Schätzpreis
1.500 €
Startgebot
1.200 €

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VÖLKERWANDERUNG MEROWINGER
Los 880 1 Video

AV-Tremissis, 6./7. Jahrhundert, Banassac, Münzmeister Elafius; 1,28 g. Brustbild r. mit Diadem, davor vier Kugeln an Band//ELAFIVS MONT Kelch. Belfort 650 var.; Prou 2075 var.; Stahl 165. RR Vorzüglich

Exemplar der Sammlung Topp, Dormagen.

Exemplar der Sammlung Bernward Chwartz, Auktion Alde, 18. Juni Paris 2009, Nr. 24.

Banassac war seit römischer Zeit ein bekanntes Töpfereizentrum und erlangte durch die Herstellung von Siegelkeramik erheblichen Wohlstand. Es verlor im Frühmittelater an Bedeutung, dennoch erscheint auf den Münzrückseiten immer noch ein Gefäß als Töpfereierzeugnis. Dazu: https://recherche.smb.museum/detail/2361547/merowinger-charibert-ii- (zuletzt aufgerufen am 27. Oktober 2025).

Schätzpreis
1.500 €
Startgebot
1.200 €

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Los 881 1 Video

AV-Tremissis, 7. Jahrhundert (?), Blois (Dép. Loir-et-Cher); 0,8 g. BLESO CASTRV Kopf r.//TEVDEGISELVS M Kreuz auf Stufe umgeben von drei Punkten. Belfort vergl. S. 254; Grierson/Blackburn -; Prou -. Von großer Seltenheit. Fast vorzüglich

Erworben bei der Degussa, Frankfurt a. Main, im Juni 2017.

Schätzpreis
1.500 €
Startgebot
1.200 €

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Los 882 1 Video

AV-Tremissis, Brioude; Münzmeister Audiricus; 1,32 g. BRIVATE VICO FITVR Kopf r. mit Diadem//+AVDIRICVS MONETARIVS Figur geht r. Belfort vergl. 999; Prou vergl. 1784. Von allergrößter Seltenheit. Kl. Kratzer auf dem Avers, kl. Schürfspuren auf dem Revers, gutes sehr schön

Exemplar der Sammlung Topp, Dormagen.

Schätzpreis
2.000 €
Startgebot
1.600 €

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Los 883 1 Video

AV-Tremissis, 6./7. Jahrhundert, Chalon-Sur-Saone, Münzmeister Baudomerus und Rignoaldus; 1,23 g. +CAVA-LONNO Drapierte Büste r. mit Diadem//+BAVDEMIRE ET RIGNOALD Kreuz auf Globus, zu den Seiten A und M. Belfort 1138; Prou vergl. 173. Herrliche Goldpatina, gutes sehr schön/vorzüglich

Exemplar der Sammlung Topp, Dormagen.

Schätzpreis
1.500 €
Startgebot
1.200 €

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Los 884 1 Video

AV-Tremissis, 6./7. Jahrhundert, Chalon-Sur-Saone, Münzmeister Domnittus; 1,09 g. [C ]ABILO + NNO[FIT]  Drapierte Büste r. mit Diadem//+ DOMNITTO MONETA Kreuz auf zwei Stufen, zu den Seiten C und A. Belfort 1125 var.; Prou 177 var. Vorzüglich

Exemplar der Sammlung Topp, Dormagen.

Exemplar der Sammlung Bernward Chwartz, Auktion Alde, 18. Juni Paris 2009, Nr. 26.

Schätzpreis
1.500 €
Startgebot
1.200 €

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Los 885 1 Video

AV-Tremissis, 6./7. Jahrhundert, Civitas Aurelianorum (Orleans), Münzmeister Angiulfus; 1,28 g. AVRLANIS Kopf r. mit Diadem, davor kleines Kreuz//NG+VIFVS Ankerkreuz. Belfort 531; Grierson/Blackburn 461 (stempelgleich); Prou 635. Stempelfehler auf dem Revers, sehr schön

Exemplar der Sammlung Topp, Dormagen.

Erworben am 12. Oktober 2003 von Philippe Saive, Metz, Münzbörse Luxemburg.

Schätzpreis
1.500 €
Startgebot
1.200 €

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Los 886 1 Video

AV-Tremissis, Dorestad, Münzmeister Madelinus; 1,25 g. DORESTATIFIT Drapierte Büste r.//MAΔ·ELINVSM Kreuz auf einer Stufe über sechs Kugeln. Belfort 1760 var.; Prou 1224 var. Hübsche Goldtönung, winz. Kratzer auf dem Avers, vorzüglich

Exemplar der Sammlung Topp, Dormagen.

Schätzpreis
1.500 €
Startgebot
1.200 €

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Los 887 1 Video

AV-Tremissis, 7. Jahrhundert, Lieusaint (Seine-et-Marne), Münzmeister Dacoaldo; 1,35 g. LOCO (horizontales S) ANCTO Drapierte Büste r. mit Perldiadem//DACOALDO  [MONE] Kreuz auf Globus umgeben von Perlen. Belfort 2216; Prou 853 var. Von großer Seltenheit. Kl. Henkelspur (?), sehr schön +

Exemplar der Sammlung Topp, Dormagen.

Exemplar der Sammlung Bernward Chwartz, Auktion Alde, 18. Juni Paris 2009, Nr. 32.

Das 7. Jahrhundert ist geprägt von den merowingischen Monetarmünzen. Die Goldtrienten (Tremisses) wurden von wandernden Monetaren in den gallischen Städten, aber auch an kleineren Orten geprägt. In der numismatischen Forschung konnten über 800 Prägeorte und 2000 namentlich genannte Münzmeister ausgemacht werden. Die hohe Monetarisierung wurde auf die Form des zeitgenössischen Steuerwesens zurückgeführt: Seit dem 5. Jahrhundert wurden die Steuern wieder vorwiegend in Gold erhoben (adaeratio), in Gallien zumeist von den grundsteuerpflichtigen gallorömischen Grundbesitzern (Romani possesores). Der Goldgehalt der Trienten nahm im Verlauf des 7. Jahrhunderts stetig ab. Die Erschöpfung der Edelmetallvorräte und ein mangelnder Zufluss an Gold führten zu ihrer Ablösung durch die sächsisch-friesischen Sceattas und schließlich dem fränkischen Denar. Dazu: Werner, J., Waage und Geld in der Merowingerzeit, Sitzungsbericht der Bayerischen Akademie der Wissenschaften 1, München 1954.

Schätzpreis
750 €
Startgebot
600 €

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Los 888 1 Video

AV-Tremissis, Mainz; 1,22 g. Dickes Tatzenkreuz//Lineares griechisches Kreuz. Belfort vgl. 3029-3035. Von großer Seltenheit. Sehr schön +

Die Zuweisung nach Mainz ist nicht gesichert.

Schätzpreis
2.000 €
Startgebot
1.600 €

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Los 889 1 Video

AV-Tremissis, 620/640, Marsallum; Münzmeister Garoaldus; 1,33 g. MARSALLO VICO Kopf r. mit Diadem//+GAROALΔVSmON Kreuz zwischen C und Λ. Belfort 2420; Depeyrot S. 107, Typ 16-2 A; Prou -. Von allergrößter Seltenheit. Min. gereinigt, fast vorzüglich

Exemplar der Sammlung Topp, Dormagen.

Erworben am 19. September 2007.

Einige Monetarmünzen benennen die Ortsqualifikationen wie civitas, vicus, castrum, basilica und ecclesia zumeist im Ablativ in der Averslegende. Das Fehlen der Königsnamen auf diesen Prägungen ist kein Indiz für die eigenständige Prägehoheit dieser Ortschaften. Die relativ einheitliche Gestaltung, das Herrscherbild sowie die Bezeichnung der Prägungen als moneta publica in urbe lemovicina in der Vita Eligii zum Monetar Abbo zeichnen sie als staatliche Münzen aus. Ein vicus bezeichnete dabei üblicherweise nicht-bischöfliche Städte und größere ländliche Ballungsräume. Sie waren zudem häufig durch die Lage an wichtigen Handelsstraßen, Flüssen oder Industriezentren gekennzeichnet. Strothmann, J., Civitas-Hauptorte und ihre Benennungen als Quelle für den Wandel der politischen Struktur Galliens bis zum 8. Jahrhundert, in: Jarnut, J./Strothmann, J. (Hgg.), Die Merowingischen Monetarmünzen als Quelle zum Verständnis des 7. Jahrhunderts in Gallien, Paderborn 2013, S. 613-628; Naismith, R., Gold Coinage and Its Use in the Post-Roman West, in: Speculum 89.2 (2014), S. 273-306, bes. S. 292.

Schätzpreis
2.000 €
Startgebot
1.600 €

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Los 890 1

AV-Tremissis; 1,22 g. VRI • IVSTINVS I Drapierte Büste r. mit Perldiadem//VICTVR - IA • VCC, im Abschnitt COHO Victoria geht r. mit Kranz und Kreuz. Belfort 5221 var.; Grierson/Blackburn vgl. 362. R Min. gewellt, fast vorzüglich

Schätzpreis
750 €
Startgebot
600 €

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Los 891 1

AV-Tremissis im Namen des Iustinus II. (?), 6. Jahrhundert; 1,29 g. Drapierte Büste r. mit Diadem//Victoria steht v. v. mit Kranz und Kreuz. Belfort vergl. 5862 ff.; Grierson/Blackburn vergl. 362 f. Von allergrößter Seltenheit. Kl. Fassungsspuren, Schürfstellen und Kratzer, sehr schön

Exemplar der Sammlung Topp, Dormagen.

Erworben 2005 in Metz.

Schätzpreis
1.000 €
Startgebot
800 €

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Los 892 1 Video
Theodebert I., 534.548.

AV-Tremissis; 1,45 g. Drapierte Büste r. mit Diadem//Victoria geht r., Kopf l., mit Kranz und Kreuzglobus. Belfort 5474 var.; Prou 54 var. RR. Mit erlesener Provenienz. Winz. Bearbeitungsstellen am Rand, vorzüglich/fast vorzüglich

Exemplar der Sammlung Topp, Dormagen.

Exemplar der Sammlung des fürstlich fürstenbergischen Münzkabinetts zu Donaueschingen (Fürst Karl Egon II. zu Fürstenberg), Auktion Cahn 79, Frankfurt am Main 1932, Nr. 952 und der Auktion Lanz 123, München 2005, Nr. 1166.

Die unter eigenem Namen emittierten Prägungen des Franken- und Merowingerkönigs Theodebert I. stehen wahrscheinlich im Zusammenhang mit dessen Invasion Italiens im Gotenkrieg auf der Seite Ostroms und Subsidienzahlungen der Ostgoten. Die ostgotischen pseudo-imperialen Prägungen unterscheiden sich im Wesentlichen durch zwei verschiedene Ikonografien, die möglicherweise auf zwei Zonen der Zirkulation in Gallien hinweisen: In den nördlichen Regionen von Austrasien und Neustrien wurde vor allem der Typus mit Victoria samt Globus und Kranz emittiert, im Süden wie Burgund und Aquitanien hingegen Victoria mit Palmzweig und Kranz. Theodebert I. tritt auf den Münzen der besetzten Gebiete mit eigenem Herrscherbild und dem Titel dominus noster in der Averslegende D N THEODEBERTVS VIC in einer eigentlich dem römischen Kaiser vorbehaltenen Form auf. Dazu: McCormick, M., Coins and the economic history of post-Roman Gaul: testing the standard model in the Moselle, ca. 400–750, in: Jarnut, J./Strothmann, J. (Hgg.), Die Merowingischen Monetarmünzen als Quelle zum Verständnis des 7. Jahrhunderts in Gallien, Paderborn 2013, S. 337-376, bes. S. 353.

Schätzpreis
2.000 €
Startgebot
1.600 €

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BYZANTINISCHE MÜNZEN BYZANZ
Los 893 1
Anastasius, 491-518.

AV-Solidus, 491/498, Constantinopolis, 10. Offizin; 4,48 g. Gepanzerte Büste v. v. mit Helm, Schild und Speer//Victoria steht l. mit Langkreuz, dahinter Stern. DOC 3 i; Sear 3. Stempelglanz

Exemplar der Auktion Lanz 132, München 2006, Nr. 573.

Im 5. Jahrhundert gewann die Kommunikation mit der Plebs im Hippodrom enorm an Bedeutung. Möglicherweise dienten die Zirkusparteien den byzantinischen Herrschern zunächst als Gegenpol zum erstarkten Mönchtum dieser Zeit. Kaiser Leo I. verlagerte im Jahr 473 sogar erstmals die Kaiserkrönung des Leo II. in den Hippodrom. Die Loge der Herrscherfamilie (Kathisma) war zudem direkt mit dem Kaiserpalast verbunden. Unter Anastasius kam es zu immer stärkeren Unruhen. Im Jahr seines Regentschaftantritts führte die Diskussion um einen Hippodromausschluss für Randalierer zu einem Aufstand. Anastasius machte den kleinasiatischen Stamm der Isaurier hierfür verantwortlich. Nach dem Niederwerfen der Isaurier hielt Kaiser Anastasius im Jahr 498 eine Siegesfeier ab, bei der die abgetrennten Köpfe der feindlichen Anführer in der Hauptstadt präsentiert wurden. Die Isaurier Longinus von Selinus und Indes wurden hingegen lebend mitgeführt und der calcatio colli unterzogen. Während bereits unter Constantin I. das Opferritual am Ende der Prozession wegfiel, fand um das Jahr 400 eine weitere wichtige Veränderung des Triumphrituals statt: Der Kaiser war nicht mehr selbst Hauptakteur des Triumphzugs, sondern erwartete die Prozession im Hippodrom. Ayaita, J. J., Justinian und das Volk im Nikaaufstand, Heidelberg 2016, bes. S. 44-67; Börm, H., Justinians Triumph und Belisars Erniedrigung. Überlegungen zum Verhältnis zwischen Kaiser und Militär im späten römischen Reich, in: Chiron 43 (2013), S. 63-91; Feld, K., Barbarische Bürger. Die Isaurier und das Römische Reich. Berlin/New York 2005, S. 332-338.

Schätzpreis
600 €
Startgebot
480 €

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Los 894 1
Anastasius, 491-518.

AV-Solidus, 491/498, Constantinopolis, 10. Offizin; 4,46 g. Gepanzerte Büste v. v. mit Helm, Speer und Schild//Victoria steht l. mit Langkreuz, dahinter Stern. DOC 3 i; Sear 3. Kl. Prüfstelle im Randbereich, vorzüglich-Stempelglanz

Exemplar der Sammlung Topp, Dormagen.

Exemplar der Auktion Münz Zentrum 160, Solingen-Ohligs 2011, Nr. 887.

Im 5. Jahrhundert gewann die Kommunikation mit der Plebs im Hippodrom enorm an Bedeutung. Möglicherweise dienten die Zirkusparteien den byzantinischen Herrschern zunächst als Gegenpol zum erstarkten Mönchtum dieser Zeit. Kaiser Leo I. verlagerte im Jahr 473 sogar erstmals die Kaiserkrönung des Leo II. in den Hippodrom. Die Loge der Herrscherfamilie (Kathisma) war zudem direkt mit dem Kaiserpalast verbunden. Unter Anastasius kam es zu immer stärkeren Unruhen. Im Jahr seines Regentschaftantritts führte die Diskussion um einen Hippodromausschluss für Randalierer zu einem Aufstand. Anastasius machte den kleinasiatischen Stamm der Isaurier hierfür verantwortlich. Nach dem Niederwerfen der Isaurier hielt Kaiser Anastasius im Jahr 498 eine Siegesfeier ab, bei der die abgetrennten Köpfe der feindlichen Anführer in der Hauptstadt präsentiert wurden. Die Isaurier Longinus von Selinus und Indes wurden hingegen lebend mitgeführt und der calcatio colli unterzogen. Während bereits unter Constantin I. das Opferritual am Ende der Prozession wegfiel, fand um das Jahr 400 eine weitere wichtige Veränderung des Triumphrituals statt: Der Kaiser war nicht mehr selbst Hauptakteur des Triumphzugs, sondern erwartete die Prozession im Hippodrom. Ayaita, J. J., Justinian und das Volk im Nikaaufstand, Heidelberg 2016, bes. S. 44-67; Börm, H., Justinians Triumph und Belisars Erniedrigung. Überlegungen zum Verhältnis zwischen Kaiser und Militär im späten römischen Reich, in: Chiron 43 (2013), S. 63-91; Feld, K., Barbarische Bürger. Die Isaurier und das Römische Reich. Berlin/New York 2005, S. 332-338.

Schätzpreis
500 €
Startgebot
400 €

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Los 895 1
Anastasius, 491-518.

AV-Solidus, 491/498, Constantinopolis, 10. Offizin; 4,38 g. Gepanzerte Büste v. v. mit Helm, Speer und Schild//Victoria steht l. mit Langkreuz, dahinter Stern. DOC 3 i; Sear 3. Min. Prägeschwäche, Rand min. befeilt, sonst vorzüglich-Stempelglanz

Exemplar der Sammlung Topp, Dormagen.

Exemplar der Auktion Münz Zentrum 163, Solingen-Ohligs 2012, Nr. 671.

Im 5. Jahrhundert gewann die Kommunikation mit der Plebs im Hippodrom enorm an Bedeutung. Möglicherweise dienten die Zirkusparteien den byzantinischen Herrschern zunächst als Gegenpol zum erstarkten Mönchtum dieser Zeit. Kaiser Leo I. verlagerte im Jahr 473 sogar erstmals die Kaiserkrönung des Leo II. in den Hippodrom. Die Loge der Herrscherfamilie (Kathisma) war zudem direkt mit dem Kaiserpalast verbunden. Unter Anastasius kam es zu immer stärkeren Unruhen. Im Jahr seines Regentschaftantritts führte die Diskussion um einen Hippodromausschluss für Randalierer zu einem Aufstand. Anastasius machte den kleinasiatischen Stamm der Isaurier hierfür verantwortlich. Nach dem Niederwerfen der Isaurier hielt Kaiser Anastasius im Jahr 498 eine Siegesfeier ab, bei der die abgetrennten Köpfe der feindlichen Anführer in der Hauptstadt präsentiert wurden. Die Isaurier Longinus von Selinus und Indes wurden hingegen lebend mitgeführt und der calcatio colli unterzogen. Während bereits unter Constantin I. das Opferritual am Ende der Prozession wegfiel, fand um das Jahr 400 eine weitere wichtige Veränderung des Triumphrituals statt: Der Kaiser war nicht mehr selbst Hauptakteur des Triumphzugs, sondern erwartete die Prozession im Hippodrom. Ayaita, J. J., Justinian und das Volk im Nikaaufstand, Heidelberg 2016, bes. S. 44-67; Börm, H., Justinians Triumph und Belisars Erniedrigung. Überlegungen zum Verhältnis zwischen Kaiser und Militär im späten römischen Reich, in: Chiron 43 (2013), S. 63-91; Feld, K., Barbarische Bürger. Die Isaurier und das Römische Reich. Berlin/New York 2005, S. 332-338.

Schätzpreis
500 €
Startgebot
400 €

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