AV-Solidus, 692/695, Constantinopolis, 8. Offizin; 4,37 g. Büste Christi v. v.//Kaiser steht v. v. mit Kreuz auf zwei Stufen und Akakia. DOC 7 f; Sear 1248. RR Prachtexemplar. In US-Plastikholder der NGC mit der Bewertung MS, Strike: 4/5, Surface: 5/5 (4938331-190). Vorzüglich-StempelglanzExemplar der Sammlung "The Everglades Collection".
Exemplar des Signature Sale Heritage 3089, Dallas 2021, Nr. 32243.
Nachdem Constantinus IV. im Juli oder September des Jahres 685 verstarb, übernahm sein Sohn Justinianus II. als letztes Mitglied der heraclischen Dynastie die Regentschaft. Er setzte das Verständnis des byzantinischen Kaisers als Stellvertreter Christi auf Erden in seiner Münzprägung besonders eindrücklich um. Die ab 692 emittierten Münzen dieses Typus' sind bekannt für die erste Christusdarstellung in diesem Bildmedium. Christus Pantokrator erscheint dabei mit langem Haar und Bart, segnender rechter Hand, dem Evangelienbuch in der Linken und dem Kreuz hinter seinem Haupt. In der Vorderseitenlegende wird er als Rex Regnantium, als König der Könige, benannt. In der Forschung wird diskutiert, ob das Porträt eine Reproduktion des Christusbildnisses aus der Apsis im Chrysotriklinos, dem Zeremoniensaal des Großen Palastes in Konstantinopel, darstellt. Der auf die Münzrückseite gerückte Kaiser wird als Justinianus Ser(vus) Christi, als Diener des himmlischen Herrn, angesprochen. Auch die Herrscherrepräsentation als ganzfigurige Einzeldarstellung im loros ist eine Innovation in der byzantinischen Münzprägung. Das byzantinische Herrscherideal von Gottes Gnaden wurde mit Ausnahme der Zeit des Bilderstreits zum dominierenden Thema in der Münzprägung. Siehe dazu: Breckenrigde, J. D., Christ on the Lyre-Backed Throne, in: Dumbarton Oaks Papers 34/35 (1980/1981), S. 247-260, bes. S. 257; Raeder, J., Die byzantinischen Münzen im Kestner-Museum Hannover, Bd. 4, Hannover 1987, S. 40 f.
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