Katalog - Auktion 438

Münzen der antiken Welt, u. a. aus der Sammlung Topp, Dormagen, und der Sammlung Jürgen und Erika Schmidt, Bovenden sowie der Sammlung „The Everglades Collection“

Ergebnisse 801-820 von 1078
Seite von 54
Auktion 438 - Teil 3 (Lose 776 - 1078)
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RÖMISCHE MÜNZEN MÜNZEN DER RÖMISCHEN KAISERZEIT
Los 801 1
Constantinus I., 306-337 für Crispus.

Æ-Follis, 322/325, Ticinum; 3,16 g. Gepanzerte Büste r. mit Lorbeerkranz//VOT/X in Kranz. RIC 170. Prachtexemplar mit Silbersud, vorzüglich

Erworben im Mai 2004 und Exemplar der Sammlung Dr. Klaus Berthold, Auktion Fritz Rudolf Künker 318, Osnabrück 2019, Nr. 1905.

Schätzpreis
50 €
Startgebot
40 €

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Los 802 1
Constantinus I., 306-337 für Constantinus II.

Æ-Follis, 322/325, Ticinum, 3. Offizin; 4 g. Drapierte Büste r. mit Lorbeerkranz//VOT/X in Kranz. RIC 172. Attraktiver Silbersud, gutes vorzüglich

Erworben im Mai 2004 und Exemplar der Sammlung Dr. Klaus Berthold, Auktion Fritz Rudolf Künker 318, Osnabrück 2019, Nr. 1914.

Schätzpreis
50 €
Startgebot
40 €

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Los 803 1
Constantinus I., 306-337 für Helena.

Æ-Follis, 318/319, Thessalonica; 2,84 g. Drapierte Büste r.//In Kranz: Stern. RIC 50. Dunkle Patina, vorzüglich

Exemplar der Auktion Münz Zentrum 194, Solingen-Ohligs 2021, Nr. 1008.

M. Alföldi schreibt diese Münze in Helena nobilissima femina in Jbnum X, 1959/1960 der jüngeren Helena zu, die 321 mit Crispus in Sirmium verheiratet wurde. Die Stücke ohne Münzzeichen wurden früher auch für Trier in Anspruch genommen. Heute hat sich aber die Ansicht des RIC durchgesetzt, es handele sich um die Mutter Constantins und die Münzstätte sei Thessalonica.

Schätzpreis
150 €
Startgebot
120 €

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Los 804 1
Constantinus I., 306-337 für Fausta.

Æ-Follis, 318/319, Thessalonica; 2,79 g. Drapierte Büste r.//In Kranz: Stern. RIC 51. R Dunkle Patina, vorzüglich

Exemplar des Mail Bid Sale Freeman & Sear 9, Los Angeles 2003, Nr. 680 und der Auktion CNG 114, Lancaster 2020, Nr. 1004.

Schätzpreis
150 €
Startgebot
120 €

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Los 805 1
Constantinus I., 306-337 für Fausta.

Æ-Follis, 326/327, Siscia, 4. Offizin; 3,01 g. Drapierte Büste r.//Spes steht v. v. mit zwei Kindern. RIC 205. Gutes vorzüglich

Exemplar der Auktion Auctiones AG 6, Basel 1976, Nr. 623 und der Sammlung eines Ingenieurs, Auktion Fritz Rudolf Künker 351, Osnabrück 2021, Nr. 528.

Schätzpreis
100 €
Startgebot
80 €

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Los 806 1
Constans, 337-350.

AV-Solidus, 337/340, Treveri; 4,36 g. Drapierte Büste r. mit Lorbeerkranz//Mars geht r. mit Trophäe und Speer zwischen zwei Gefangenen. RIC 14. Von großer Seltenheit. Sehr schön-vorzüglich

Exemplar der Auktion Sotheby's, London 7. März 1996, Nr. 222 und der Auktion Grün 76, Heidelberg 2019, Nr. 415.

Der militärisch konnotierte Reverstyp, der die Virtus des gallischen Heeres preist, wurde zuerst unter Constantinus I. nach dem Waffenstillstand von Serdica geprägt. Falls die Prägung des Typs unter Constans einen konkreten Bezug hatte, so dürfte der Anlaß die erfolgreiche Grenzverteidigung gegen die Germanen oder die Zwangsumsiedlung fränkischer Stämme gewesen sein.

Schätzpreis
1.250 €
Startgebot
1.000 €

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Los 807 1 Video
Constans, 337-350.

AV-Solidus, 347/348, Treveri; 4,53 g. Drapierte Büste r. mit Perldiadem//Zwei Victorien halten Schild mit der Aufschrift VOT/X/MVLT/XX. RIC 135. Vorzüglich-Stempelglanz

Exemplar der Auktion Lanz 60, München 1992, Nr. 908.

Schätzpreis
1.500 €
Startgebot
1.200 €

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Los 808 1
Constans, 337-350.

AV-Solidus, 347/348, Treveri; 4,49 g. Drapierte Büste r. mit Perldiadem//Zwei Victorien halten Schild mit der Aufschrift VOT/X/MVLT/XX. RIC 135. Winz. Kratzer auf dem Avers, knapp vorzüglich

Exemplar der Sammlung Topp, Dormagen.

Erworben 2006 auf der Münzbörse Luxemburg.

Schätzpreis
1.250 €
Startgebot
1.000 €

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Los 809 1
Constantius II., 337-361.

AV-Solidus, 340/351, Nicomedia, 6. Offizin; 4,49 g. Drapierte Büste r. mit Lorbeer- und Rosettendiadem//Roma und Constantinopolis sitzen sich gegenüber und halten Schild mit der Aufschrift VOT/XX/MVLT/XXX. RIC 33. RR Winz. Druckstelle am Rand, Schürfstelle auf dem Avers, leichte Prägeschwächen auf dem Revers, sonst vorzüglich

Schätzpreis
500 €
Startgebot
400 €

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Los 810 1
Constantius II., 337-361.

AV-Solidus, 347/355, Antiochia, 10. Offizin; 4,38 g. Drapierte Büste r. mit Perldiadem//Roma und Constantinopolis sitzen sich gegenüber und halten Schild mit der Aufschrift VOT/XX/MVLT/XXX. RIC 83. R Sehr schön-vorzüglich

Exemplar der Auktion Giessener Münzhandlung 190, München 2010, Nr. 553.

Schätzpreis
600 €
Startgebot
480 €

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Los 811 1 Video
Constantius II., 337-361.

AV-Tremissis zu 1 1/2 Scripula, 350/355, Thessalonica; 1,55 g. Drapierte Büste r. mit Perldiadem//Victoria sitzt r. auf Panzer und schreibt VOT/XXX/MVLT/XXXX auf einen von einem geflügelten Genius gehaltenen Schild. RIC 157. Von allergrößter Seltenheit. Kl. Randfehler, verbrauchter Reversstempel, vorzüglich

Exemplar der Auktion Giessener Münzhandlung 215, München 2013, Nr. 1103 und der Auktion Rauch 98, Wien 2015, Nr. 682.

Das Nominal wird meist als "1 1/2 Scripula" oder "9 Siliquae" bezeichnet. Korrekt ist die - auch antik belegte - Bezeichnung Tremissis, die 1/16 der Uncia (und somit 1,5 Scripula bzw. 9 Siliquae) entspricht. Der Tremissis zu 8 Siliquae, der 1/3 Solidus entspricht, wurde 384 eingeführt. Siehe Weiser, W., Die Geldwährung des römischen Reiches, Bonn 2023, S. 120 f.

Schätzpreis
1.000 €
Startgebot
800 €

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Los 812 1
Constantius II., 337-361.

AR-Siliqua, 351/355, Sirmium; 3 g. Drapierte Büste r. mit Perldiadem//VOTIS/XXX/MVLTIS/XXXX in Kranz. RIC 15. Herrliche dunkle Patina, gutes vorzüglich

Exemplar der Auktion NFA XXX, New York 1992, Nr. 312; der Auktion Münzen und Medaillen AG 92, Basel 2002, Nr. 324 und der Auktion NAC 80, Zürich 2014, Nr. 270.

Schätzpreis
150 €
Startgebot
120 €

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Los 813 1
Constantius II., 337-361.

AV-Solidus, 355/361, Antiochia, 6. Offizin; 4,43 g. Gepanzerte Büste v. v. mit Helm, Speer und Schild//Roma und Constantinopolis sitzen sich gegenüber und halten Schild mit der Aufschrift VOT/XXX/MVLT/XXXX. RIC 165. R Gutes sehr schön

Schätzpreis
600 €
Startgebot
480 €

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Los 814 1
Constantius II., 337-361.

AV-Solidus, 355/361, Antiochia, 10. Offizin; 4,4 g. Kopf r. mit Perldiadem//Roma und Constantinopolis sitzen sich gegenüber und halten Schild mit der Aufschrift VOT/XXXX. RIC 172. R Kl. Kratzer auf dem Avers, Prägeschwächen, fast vorzüglich

Exemplar der Auktion Hirsch Nachf. 174, München 1992, Nr. 1240.

Schätzpreis
750 €
Startgebot
600 €

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Los 815 1
Constantius II., 337-361.

AR-Siliqua, 360/361, Lugdunum; 2,09 g. Drapierte Büste r. mit Perldiadem//VOTIS/XXX/MVLTIS/XXXX in Kranz. RIC 216. Prachtexemplar. In US-Plastikholder der NGC mit der Bewertung Ch AU ★, Strike: 5/5, Surface: 5/5 (6985553-009). Herrliche Tönung, winz. Schrötlingsriß, vorzüglich +

Exemplar der Sammlung "The Everglades Collection".

Exemplar der Auktion Elsen 156, Brüssel 2023, Nr. 642.


Dieses Los unterliegt der Regelbesteuerung. / This lot cannot be sold under the margin scheme.

Schätzpreis
100 €
Startgebot
80 €

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Los 816 1 Video
Magnentius, 350-353.

AV-Solidus, 350, Treveri; 4,58 g. Drapierte Büste r.//Victoria und Libertas halten Trophäe. Bastien 7; RIC 247. R Attraktives Exemplar, vorzüglich

Erworben im Mai 1996 bei der Firma Argenor, Paris.

Libertas und Victoria spielen eine wichtige Rolle in der Münzprägung des Gegenkaisers Magnentius. Die personifizierte Freiheit kann auf die Befreiung der Bürger von der als schlecht verschrienen Herrschaft des Constans verweisen und ist ein häufiger Tyrannen-Topos. Die Verbindung mit der Siegesgöttin macht deutlich, dass Magnentius diese Freiheit besonders auch durch seine militärische Schlagkraft abzusichern vermochte (Seibel, S., Typologische Untersuchungen zu den Usurpationen der Spätantike, 2006, S. 46 f.).

Nachdem Magnentius im Januar 350 in Augustodonum (Autun) zum Kaiser ausgerufen worden war, hat er seinem Vorgänger Constans tatsächlich die Flucht ermöglicht. Zwar kam dieser nicht weit und wurde auf seinem Weg nach Spanien von Verbündeten des neuen Kaisers getötet, interessant bleibt aber, dass Magnentius keine Ambitionen hatte, Constans sofort unschädlich zu machen. John F. Drinkwater vermutet dahinter politisches Kalkül: Magnentius hat einerseits den Vorwurf des Herrschermordes abwehren wollen, andererseits wollte er sich moralisch über seinen Vorgänger stellen und als besserer Kaiser darstehen. Zudem zeigte sich durch Constans' Verhalten dessen eigene Unfähigkeit, den status quo wiederherzustellen, was ihn als Kaiser endgültig disqualifizierte und Magnentius' Position zugleich stärkte. Der spätere Mord an Constans war dadurch schließlich doch zu rechtfertigen (dazu: Drinkwater, John F.: The Revolt and Ethnic Origin of the Usurper Magnentius (350–353), and the Rebellion of Vetranio (350), in: Chiron 30 (2000), München, S. 131-159).

Schätzpreis
4.000 €
Startgebot
3.200 €

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Los 817 1
Magnentius, 350-353.

Æ-Maiorina, nach 351, Lugdunum; 4,59 g. Drapierte Büste r.//Zwei Victorien halten Schild mit der Aufschrift VOT/V/MVLT/X. Bastien 194; RIC 145. Dazu sechs weitere Buntmetallprägungen von Gegnern und Nachfolgern der konstantinischen Dynastie: Licinius I. (RIC Alexandria 18 und RIC Siscia 17; Jupiter steht l.), Licinius I. für Licinius II. (RIC Treveri 264; Tropaion mit Gefangenen), Magnentius für Decentius (RIC Treveri 313; zwei Victorien mit Vota-Schild), Julianus II. Apostata mit attraktiver Büste samt Helm mit Diadem, Schild und Speer (RIC Sirmium 108; Vota) und eine Prägung von Jovianus (RIC Sirmium 118; Vota). 7 Stück. Meist prägefrisch

Exemplar der Auktion Giessener Münzhandlung 253, München 2018, Nr. 823.
Licinius I. 1: Erworben 2019 bei Armin Kohlross (MA-Shops), Haiger.
Licinius I. 2: Erworben bei der Münzhandlung Ritter, Düsseldorf.
Licinius II.: Exemplar der Auktion Münz Zentrum 194, Solingen-Ohligs 2021, Nr. 955.
Decentius: Erworben bei Odysseus Numismatique, Montpellier.
Julianus Apostata: Exemplar der Auktion Grün 64, Heidelberg 2014, Nr. 2801.
Jovianus: Exemplar der Auktion Hirsch Nachf. 198, München 1998, Nr. 792 und der Auktion Fritz Rudolf Künker 257, Osnabrück 2014, Nr. 8781.

Schätzpreis
250 €
Startgebot
200 €

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Los 818 1 Video
Julianus II. Apostata, 360-363.

AV-Solidus, 361/363, Nicomedia, 10. Offizin; 4,37 g. Drapierte Büste r. mit Perldiadem//Soldat mit Trophäe r. legt Hand auf Gefangenen. RIC 115. RR Porträt von feinem Stil, winz. Kratzer auf dem Avers, gutes sehr schön/vorzüglich

Exemplar der Auktion Lanz 58, München 1991, Nr. 919 und der Auktion Lanz 66, München 1993, Nr. 949.

Der Revers mit der kriegerischen Darstellung eines Soldaten und der Umschrift, die die Virtus des römischen Heeres feiert, ist angesichts der Umstände der Zeit verständlich. Unter Constantius II. waren die Sasaniden in römisches Territorium eingefallen und hatten einige Städte und Festungen erobert. Constantius II. befahl seinem Caesar Julian, Truppen in den Osten zu verlegen. Diese Truppen rebellierten, da ihnen zuvor versprochen worden war, für die Verteidigung ihrer näheren Heimat eingesetzt zu werden. Julian wurde von den Truppen zum Augustus erhoben. Nach dem Tode des Constantius II. sah sich Julian als Alleinherrscher mit dem Problem der sasanidischen Bedrohung konfrontiert. Als Caesar hatte Julian erfolgreich für Ruhe an den Grenzen im Westen gesorgt; Äußerungen des Kaisers lassen aber darauf schließen, daß er die Völkerwanderung und damit größere Probleme im Westen des Reiches kommen sah. Er nutzte also die für die nähere Zukunft sichere Lage im Westen, um des Problems im Osten Herr zu werden und plante seinen Perserfeldzug.

Schätzpreis
1.500 €
Startgebot
1.200 €

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Los 819 1 Video
Julianus II. Apostata, 360-363.

AV-Solidus, 361/363, Antiochia, 9. Offizin; 4,49 g. Drapierte Büste r. mit Perldiadem//Soldat mit Trophäe r. legt Hand auf Gefangenen. RIC 199. R Sehr attraktives Exemplar, vorzüglich

Erworben im Oktober 1996 bei der Firma Credit de la Bourse, Paris.

Der Revers mit der kriegerischen Darstellung eines Soldaten und der Umschrift, die die Virtus des römischen Heeres feiert, ist angesichts der Umstände der Zeit verständlich. Unter Constantius II. waren die Sasaniden in römisches Territorium eingefallen und hatten einige Städte und Festungen erobert. Constantius II. befahl seinem Caesar Julian, Truppen in den Osten zu verlegen. Diese Truppen rebellierten, da ihnen zuvor versprochen worden war, für die Verteidigung ihrer näheren Heimat eingesetzt zu werden. Julian wurde von den Truppen zum Augustus erhoben. Nach dem Tode des Constantius II. sah sich Julian als Alleinherrscher mit dem Problem der sasanidischen Bedrohung konfrontiert. Als Caesar hatte Julian erfolgreich für Ruhe an den Grenzen im Westen gesorgt; Äußerungen des Kaisers lassen aber darauf schließen, daß er die Völkerwanderung und damit größere Probleme im Westen des Reiches kommen sah. Er nutzte also die für die nähere Zukunft sichere Lage im Westen, um des Problems im Osten Herr zu werden und plante seinen Perserfeldzug.

Schätzpreis
5.000 €
Startgebot
4.000 €

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Los 820 1
Julianus II. Apostata, 360-363.

Æ-Doppelmaiorina, 361/363, Sirmium, 1. Offizin; 8,89 g. Drapierte Büste r. mit Perldiadem//Stier steht r., darüber zwei Sterne. RIC 106. Etwas Silbersud, vorzüglich-Stempelglanz

Exemplar der Auktion Lanz 153, München 2011, Nr. 595 und der Auktion NAC 88, Zürich 2015, Nr. 512.

Das Münzbild rief unter der christlichen Bevölkerung von Antiochia großen Aufruhr hervor. Die Antiochener deuteten den Stier als Opferstier - siehe Szidat, Zur Wirkung und Aufnahme der Münzpropaganda (Iul. Misop. 355 d), in: Museum Helveticum 38 (1981), S. 27. Da in Antiochia eine Hungersnot herrschte und den Christen der Genuß des Opferfleisches der in großer Zahl geopferten Stiere verboten war, ist ihre vom Kaiser in seiner Satire Misopogon (Barthasser) geschilderte spöttische Reaktion auf die Münze nicht völlig unverständlich. Da der Stier auch von Socrates Scholasticus als Opferstier bezeichnet wird (hist. eccl. 3, 17) und die übrigen Deutungen des Stieres (Apisstier, Mithrasstier, goldenes Kalb, philosophisches Symbol für einen guten Kaiser und Zodiakalstier) aus vielerlei Gründen ausscheiden, handelt es sich bei dem auf dem Revers abgebildeten Stier wahrscheinlich tatsächlich um einen Opferstier, siehe Thormann, Zur Deutung des Stieres auf den Folles Kaiser Julians, in: Bremer Beiträge zur Münz- und Geldgeschichte 4 (2005). Die jüngste Deutung des Stieres als Konzeptionszeichen (Kay Ehling in JNG 55/56, S. 111-132) steht im Widerspruch zur von Julian vertretenen Philosophie des Iamblichos und der chaldäischen Orakel, siehe Thormann, Konzeptionszeichen auf antiken Münzen? in: Lehmann (Hrsg.), Nub Nefer - gutes Gold: Gedenkschrift für Manfred Gutgesell, Rahden 2014, S. 179-186.

Schätzpreis
750 €
Startgebot
600 €

Vorgebote können bis zum Start der Auktion auf kuenker.de mit Ihrem myKünker Account abgegeben werden.

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Auktion 438, Teil 1 (Lose 1 - 300), Teil 2 (Lose 301 - 775), Teil 3 (Lose 776 - 1078)
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