B-Stater, 1. Jahrhundert v. Chr.; 6,64 g. Kopf r.//Stilisiertes Pferd r. mit Lenker, unten Lyra. Delestrée/Tache 2332. Feine Tönung, kl. Schrötlingsrisse, leichte Prägeschwächen am Rand, vorzüglichExemplar der Sammlung Topp, Dormagen.
Exemplar der Auktion Kölner Münzkabinett 69, Köln 1998, Nr. 4 und der Auktion Münz Zentrum 100, Solingen-Ohligs 1999, Nr. 29.
Die Lyra unter dem Pferd wird von J. Hooker abweichend auch als Sonnensymbol gedeutet. Hooker führt dafür an, dass sich ähnliche Zeichen bereits im auf 3200 v. Chr. datierten Tempel von Newgrange befinden. Die Sonnenzeichnungen weisen dabei unterschiedlich viele Strahlen auf. Wahrscheinlich steht die Sonne mit vier Strahlen, über die der Sonnengott in seinem Wagen hinwegfährt, für die Wintersonnenwende, die Zeit in der die Sonne am schwächsten ist, danach aber wieder an Kraft zunimmt. Siehe Hooker, J., Celtic Improvisations. An Art Historical Analysis of Coriosolite Coins, BAR 56 (2002), bes. S. 61.
So interessant Hookers These auch ist: Der Vergleich zwischen zur Zeit der Prägung der Münze mehr als 3.000 Jahre alter Symbole der Megalithkultur mit Darstellungen auf keltischen Münzen ist - gelinde gesagt - schwierig. Hinzu kommt, dass auch bei astronomischen Interpretationen der Symbole in den Gräbern oder Tempeln der Megalithkultur durchaus Vorsicht geboten ist. Siehe Robin, G., Neolithic passage tomb art around the Irish Sea. Iconography and spatial organisation, Dissertation, Université de Nantes 2008, S. 53 f.