Æ-Stater; 6,54 g. Jünglingskopf l.//Pferd l., darüber liegendes "S", unten Amphore. Colbert de Beaulieu/Lefèvre S. 62, Fig. 36 bis; Delestrée/Tache -; Nieto-Pelletier -. Von allergrößter Seltenheit. Schön/sehr schönAus dem Lager der Firma CGB, Nr. bga_296682.
Es gibt von diesen Bronzestateren Stücke mit dem Namen des Vercingetorix, anepigraphe Stücke und das bei Colbert de Beaulieu abgebildete Stück der Sammlung Pierre-Carlo Vian (dem das vorliegende Stück entspricht), dessen Legende auf -IX zu enden scheint, bei dem Colbert de Beaulieu aber einen anderen Namen als Vercingetorix vermutet. Die Zuweisung des vorliegenden Stückes ist daher nicht gesichert.
58 v. Chr. hatte Gaius Julius Caesar den Gallischen Krieg vom Zaun gebrochen. 52 v. Chr. erwuchs ihm mit dem Arvernerfürsten Vercingetorix ein neuer, gefährlicher Gegner, der aufständische gallische Stämme vereinigte. Nach einer Niederlage bei Avaricum gelang es Vercingetorix, die Römer bei Gergovia zu schlagen. Doch die folgende Schlacht am Armancon konnte Caesar für sich entscheiden; der geschlagene Vercingetorix zog sich nach Alesia zurück. Caesar schloß die Stadt ein und machte durch umfangreiche Belagerungsanlagen einen Ausbruch unmöglich. Durch die Ankunft eines ca. 50.000 Mann starken gallischen Entsatzheeres geriet das römische Heer in die zahlenmäßige Unterlegenheit und errichtete einen gegen das Entsatzheer gerichteten äußeren Verteidigungsring und war somit selbst eingekesselt. Als im belagerten Alesia die Lebensmittel zur Neige gingen, zwang Vercingetorix alle Kampfunfähigen - Alte, Frauen, Kinder - aus der Stadt. Caesar ließ die Zivilisten nicht passieren, die zwischen den Mauern Alesias und Caesars Belagerungsanlagen qualvoll verhungerten. Schließlich griffen sowohl das gallische Entsatzheer als auch die Belagerten unter Vercingetorix die Römer an, doch diesen gelang es die Zweifrontenschlacht zu gewinnen. Vercingetorix kapitulierte und wurde 46 v. Chr. in Rom hingerichtet.
Der Name des tragischen gallischen Helden unter dem Kopf auf dem Avers des schönen Staters verleitete u. a. de Saulcy dazu, hier ein Porträt des Vercingetorix zu erkennen, doch sind die konkreten Argumente nicht haltbar, siehe Colbert de Beaulieu/Lefèvre S. 18. Teilweise wird der Kopf als Apollokopf bezeichnet; aber die Enscheidung von Louis-Pol Delestrée und Marcel Tache, schlicht von einem Jünglingskopf zu sprechen und somit die Frage offenzulassen, ist vermutlich durchaus weise.
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