AV-Solidus, 908/912, Constantinopolis; 4,32 g. Christus thront v. v.//Zwei Kaiser stehen v. v. mit Kreuzgloben und Patriarchenkreuz. DOC 2; Sear 1725. RR Sehr schönExemplar der Sammlung Topp, Dormagen.
Exemplar der Auktion Fritz Rudolf Künker 257, Osnabrück 2014, Nr. 9335.
Constantinus VII. war der Sohn Leos VI. aus dessen vierter Ehe mit Zoe Carbonipsina. Diese Ehe stand den Regelung des Corpus Canonum entgegen und löste unter anderem den Widerstand des Patriarchen Nicholas Mystikos aus. Leo VI. setzte mit Euthymios einen neuen Patriarchen ein und sicherte damit seinem Sohn die Mitregentschaft. Euthymios stimmte dem Amtsantritt zu, um den Erlass eines neuen Gesetzes zur Erlaubnis dritter und vierter Ehen zu verhindern, bei dem es sich um Kirchenrecht und damit um Häresie gehandelt hätte. Um sein Ansehen in der byzantinischen Gesellschaft zu sichern - beispielsweise sprach sich der Erzbischof von Caesarea, Arethas, deutlich gegen die Tetragamie aus und von den Kirchenvätern war zuvor bereits die Rechtmäßigkeit einer dritten Ehe diskutiert worden - ließ er selbst in einer neuen Verordnung die vierte Eheschließung verbieten (Novelle 90, wahrscheinlich aus dem Jahr 907). Leo VI. erließ ähnlich wie bereits sein Vater Basileios I. zahlreiche Gesetze. Diese Novellae, eine Sammlung von 130 Nachtragsgesetzen, bildeten eine Rivision des justinianischen Corpus iuris civilis und die Grundlage der griechischsprachigen Basiliken. Dazu: Ceccarelli Morolli, D., Leo VI (886-912) and marriage law: some historical-juridical hints, in: Studi sull'Oriente Cristiano 24 (2020), S. 49-61; Oikonomides, N., Leo VI’s Legislation of 907 Forbidden Fourth Marriages. An Interpolation in the Procheiros Nomos (IV, 25-27), in: Dumbarton Oaks Papers 30 (1976), S. 175-193.