1 Video KÖNIGREICH. Ptolemaios Keraunos, 281-279 v. Chr.
AR-Tetradrachme nach Lysimachos-Typ, 281/280 v. Chr., Lysimacheia; 17,11 g. Alexanderkopf r. mit Diadem und Ammonshorn//Athena Nikephoros sitzt l., davor Löwenkopf l. und Elefant l., auf dem Thron Monogramm. Corpus Nummorum Online -; Hoover -; Müller 55; Thompson in Essays Robinson -. R Feine Tönung, winz. Kratzer, fast vorzüglichDie Zuweisung dieser seltenen Tetradrachme an Ptolemaios Keraunos fußt maßgeblich auf der Arbeit Wilhelm Hollsteins. Er schließt sich Müller (1857, S. 48-49) an, wenn er den Löwenkopf auf dem Revers mit Lysimacheia assoziiert und ihn als persönliches Symbol des Lysimachos identifiziert. Den Elefanten hingegen, den Müller noch als zweites Städtesymbol verstanden hatte, interpretiert Hollstein weniger metaphorisch und sieht in ihm einen Verweis auf real existierende Kriegselefanten. Daraus ergibt sich die Überlegung, dass Lysimachos zwar möglicherweise ab 301 v. Chr. über einige Kriegselefanten verfügte, die er aus der siegreichen Schlacht bei Ipsos aus den Reihen des Antigonos und des Demetrios übernommen haben könnte, der numismatische Aktualitätsbezug jedoch dadurch geschmälert wurde, dass der Münztyp Alexander/Athena für Lysimachos erst ab 297 v. Chr. datiert wird. Ein so später Verweis auf die erbeuteten Elefanten wäre überaus unüblich. Gleichzeitig verweise der Stil des vorliegenden Stücks, so Hollstein, auf eine Datierung um 280 v. Chr. Damit könnte es sich um eine Prägung des Lysimachos handeln, die in seinem letzten Jahr, möglicherweise während der Vorbereitungen der Schlacht gegen Seleukos bei Kouropedion, entstand. Dagegen spricht jedoch, dass die Zahl der Elefanten des Lysimachos im Vergleich mit denen des Seleukos so klein gewesen sein dürfte, dass ein numismatischer Verweis auf die Tiere wohl kaum erfolgte.
Infolgedessen muss eine posthume Entstehung in Betracht gezogen werden.
Historisch schloss sich an die Niederlage des Lysimachos eine Auseinandersetzung zwischen Seleukos und Ptolemaios Keraunos an, aus der letzterer siegreich hervorging und anschließend nach Lysimacheia floh. Dort nahm er den Königstitel an, übernahm anschließend das zurückgebliebene Heer des Seleukos und bemächtigte sich möglicherweise der Kriegselefanten des Verstorbenen. Denkbar im Hinblick auf Keraunos wäre jedoch auch, dass beide Symbole - sowohl der Löwenkopf als auch der Elefant - nur legatimatorische Funktionen erfüllten und durch die Anlehnung an Lysimachos die eigene Herrschaft stabilisieren sollten. Daraus ergäbe sich dann, dass auch Lysimacheia als Prägestätte angezweifelt werden kann. Siehe hierzu Hollstein, Wilhelm, Münzen des Ptolemaios Keraunos, SNR 74, 1995, S. 13-24.
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