Die Sammlung Willi Schleer - Römische Provinzialprägungen | Münzen der antiken Welt, u. a. aus der Sammlung eines Antikenfreundes, der Sammlung eines Pharmazeuten, der Sammlung Christoph Buchhold und der Sammlung Dr. Carl Friedrich Zschucke
Los 6073

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Æ-Medaillon, 180/182,
Strategos Naevios Quintos; 43,64 g. Drapierte Büste der Kore Soteira r. mit Ährenkranz//Demeter v. v. mit zwei Fackeln zwischen den beiden Nemeseis von Smyrna. Franke/Nollé 1028 f.; RPC online 747 (temporary number).
Von großer Seltenheit. Etwas korrodiert, schön-sehr schönErworben von Franz Javorschek, München.
Es handelt sich um eine pseudo-autonome Prägung aus Kyzikos (in Homonoia mit Smyrna), die statt des Porträts eines Familienmitgliedes des Kaiserhauses eine Büste der Kore Soteira zeigt. Kore bzw. Persephone war, so die mythologische Überlieferung, nachdem sie Kyzikos gegründet hatte, von dort entführt worden und soll die Stadt im Anschluss als Mitgift von Zeus erhalten haben. Auf dieser Grundlage entwickelte sich bereits im 5./4. Jahrhundert v. Chr. die Praxis, ihren Kopf auf Münzen der Stadt darzustellen. Das Epithet ΣΟΤΕΙΡΑ, das durch die Legenden bezeugt ist, bedeutet "Retterin" und bezieht sich möglicherweise ebenfalls auf einen Mythos, nach dem Kore Kyzikos vor den Giganten beschützte. Siehe hierzu K. Martin, Zum Kult der Kore Soteira im kaiserzeitlichen Kyzikos, in: E. Schwertheim/E. Winter (Hrsg.), Religon und Region. Götter und Kulte aus dem östlichen Mittelmeerraum, Bonn 2003, S. 115-158.