Die Sammlung Willi Schleer - Römische Provinzialprägungen | Münzen der antiken Welt, u. a. aus der Sammlung eines Antikenfreundes, der Sammlung eines Pharmazeuten, der Sammlung Christoph Buchhold und der Sammlung Dr. Carl Friedrich Zschucke
Los 6064

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| Schätzpreis | 250 € |
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Æs, vor 258; 9,05 g.
Büsten des Valerianus I. und des Gallienus r. und l. mit Lorbeerkranz, dazwischen Büste des Valerianus II. r.//Drei Tempel, im oberen Demeter v. v. mit Ähren und Fackel; zwischen den Tempeln Altar, um den sich eine Schlange windet. RPC online ID 74697 (unassigned).
Überdurchschnittlich erhalten. Min. Prägeschwächen, sehr schön-vorzüglichErworben im Mai 1986 bei der Firma Scheiner, Ingolstadt.
Die hier gefeierte dritte Neokorie Nicomedias war der Stadt erstmals von Elagabal verliehen worden. Nachdem Severus Alexander diese jedoch zurückgezogen hatte, bezeugt die vorliegende Münze, daß Valerian und Gallienus Nicomedia erneut mit dieser Ehre bedachten. Der hierfür ausgewählte Tempel war, wie schon unter Elagabal, jener der Demeter, in dem folglich neben dem Kult der Göttin auch der Kaiserkult ausgeübt wurde. Auf der Münze handelt es sich dabei um den oberen Tempel, mit dem auch der Altar in der Mitte des Reverses assoziiert ist. Die Figur kann infolgedessen als Demeter angesprochen werden.
Kurz nachdem die Stadt die dritte Neokorie erhalten hatte, kam die Münzprägung Nicomedias zum Erliegen. Vermutlich um das Jahr 258 überfielen die Goten weite Teile Kleinasiens und zwangen die Bewohner zur Flucht. Siehe hierzu B. Burrell, Neokoroi. Greek Cities and Roman Emperors, Leiden 2004, S. 159-161.