Die Sammlung Willi Schleer - Römische Provinzialprägungen | Münzen der antiken Welt, u. a. aus der Sammlung eines Antikenfreundes, der Sammlung eines Pharmazeuten, der Sammlung Christoph Buchhold und der Sammlung Dr. Carl Friedrich Zschucke
Los 6337

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| Schätzpreis | 50.000 € |
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AV-Stater, 340/325 v. Chr.; 9,1 g.
Satyrkopf l.//Gehörnter Löwengreif steht l. auf Ähre, im Maul Speer.
Hoover 20; MacDonald 54; SNG BM 867. Sehr selten und mit guter Provenienz. Gutes sehr schönExemplar der Sammlung Virgil Michael Brand, Auktion Sotheby Parke Bernet, Zürich 9. Juni 1983, Nr. 48; der Auktion Leu Numismatik AG 72, Zürich 1998, Nr. 138.
Die Wahl des gehörnten Löwengreifen als Reversmotiv scheint zunächst ungewöhnlich, ist doch sonst in der griechischen Münzprägung der Adlergreif typisch. Hier jedoch verbindet der Löwengreif einerseits den Greif als Attributtier des Hauptgottes der Polisbewohner, Apollon, mit dem bisher auf dem Avers der Silbermünzen von Pantikapaion abgebildeten Löwenkopf; betont die Sieghaftigkeit durch das Zerbeißen des Speeres eines äußeren Feindes und schützt die Ähre, somit das Getreide und damit das Hauptexportprodukt der Stadt. Zugleich berücksichtigt die Darstellung des mächtigen Raubtieres aber auch die Betrachterinteressen der indigenen skythischen Bevölkerung im Umland der Stadt.
Siehe hierzu Langner, M., Skythischer Tierstil und graeco-skythische Tierbilder, in: Alexandridis, A. u. a. (Hgg.), Mensch und Tier in der Antike - Grenzziehung und Grenzüberschreitung, Wiesbaden 2008, S. 397-416, bes. S. 405 ff.