Auktion 433 - Teil 3 (Lose 6730 - 7183)
Beendet

Die Sammlung Willi Schleer - Römische Provinzialprägungen | Münzen der antiken Welt, u. a. aus der Sammlung eines Antikenfreundes, der Sammlung eines Pharmazeuten, der Sammlung Christoph Buchhold und der Sammlung Dr. Carl Friedrich Zschucke

RÖMISCHE MÜNZEN MÜNZEN DER RÖMISCHEN KAISERZEIT

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Schätzpreis 500 €
Zuschlag 1.100 €

Dieses Los steht nicht mehr zum Verkauf.

Zenobia, 270-272.

Æ-Tetradrachme, Jahr 5 (= 272), Alexandria (Aegyptus); 7,77 g.

Drapierte Büste r. mit Diadem//Drapierte Büste der Selene r., davor Mondsichel.

Dattari 5513; Geissen -; Kampmann/Ganschow 108.4 und 108.5; RPC online ID 75761 (unassigned). Etwas korrodiert, fast sehr schön

Exemplar der Sammlung Christoph Buchhold.

Exemplar der Auktion Münz Zentrum 52, Köln 1984, Nr. 1232.

Ursula Kampmann und Thomas Ganschow führen für ihre Nr. 108.5 (= Dattari 5513) die Averslegende CEΠTIMIA ZHNOBIA CEB an, übernehmen hier allerdings die irrige Lesung aus Dattaris Katalog von 1901. Die korrekte Lesung CEΠTIM ZH - NOBIA CEB geht klar aus der Abbildung bei Dattari/Savio, Pl. 279, 5513 hervor. Somit gilt: Kampmann/Ganschow 108.4 = Kampmann/Ganschow 108.5.
Nach dem Tod des Odaenathus übernahm seine Witwe Zenobia für ihren Sohn Vaballathus die Macht in Palmyra. 269 begannen die Palmyrener ihre Macht auszuweiten: Die Truppen marschierten nach Süden, wo sie in Bostra den Tempel des Jupiter Hammon zerstörten, gewannen die Kontrolle über Antiochia und drangen nach Ägypten vor, wo der palmyrenische General Zabdas von dem Ägypter Timagenes unterstützt wurde. Eine Ursache für die ägyptische Unterstützung der palmyrenischen Sache mag in der Propaganda des Vaballathus zu finden sein, der eine Abstammung der Zenobia von den Ptolemäern proklamierte und daher Alexandria als Stadt seiner Ahnen bezeichnete (siehe Parsons, P. J., A Proclamation of Vaballathus?, Chron. d´Ég. 42 (1967), S. 397 ff.). Der Präfekt von Ägypten unterlag nach anfänglichen Erfolgen rasch. Dem Gegenschlag Aurelians hatte Zenobia wenig entgegenzusetzen: In der Schlacht bei Immae wurde der eigentlich überlegenen palmyrenischen Reiterei die schwere Panzerung in der sengenden Sonne zum Verhängnis, die römischen Truppen errangen einen glänzenden Sieg und konnten schließlich nach Palmyra vorstoßen und dort Zenobia und Vaballathus gefangennehmen. Zenobia wurde wahrscheinlich nach Rom gebracht und dort im Triumphzug Aurelians gezeigt (vergl. HA Trig. Tyr. 30.27), starb aber möglicherweise auch auf dem Weg nach Rom (siehe u. a. Eutrop. 9.13.2).