Auktion 433 - Teil 3 (Lose 6730 - 7183)
Beendet

Die Sammlung Willi Schleer - Römische Provinzialprägungen | Münzen der antiken Welt, u. a. aus der Sammlung eines Antikenfreundes, der Sammlung eines Pharmazeuten, der Sammlung Christoph Buchhold und der Sammlung Dr. Carl Friedrich Zschucke

RÖMISCHE MÜNZEN MÜNZEN DER RÖMISCHEN KAISERZEIT

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Schätzpreis 12.500 €
Zuschlag 13.000 €

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Magnentius, 350-353.

AV-Solidus, 350/351, Treveri; 4,6 g. Drapierte Büste r.//Victoria und Libertas halten Trophäe. Bastien 16 (dies Exemplar erwähnt); RIC 250. R Prachtexemplar. Vorzüglich

Aus der Sammlung eines hessischen Pharmazeuten.

Exemplar der Auktion Hess/Leu 15, Luzern 1960, Nr. 406; der Auktion Peus Nachf. 314, Frankfurt am Main 1985, Nr. 487; der Auktion Bank Leu 38, Zürich 1986, Nr. 366 und der Auktion Fritz Rudolf Künker 193, Osnabrück 2011, Nr. 1013.

Nachdem Magnentius im Januar 350 in Augustodonum (Autun) zum Kaiser ausgerufen worden war, hat er seinem Vorgänger Constans tatsächlich die Flucht ermöglicht. Zwar kam dieser nicht weit und wurde auf seinem Weg nach Spanien von Verbündeten des neuen Kaisers getötet, interessant bleibt aber, dass Magnentius keine Ambitionen hatte, Constans sofort unschädlich zu machen. John F. Drinkwater vermutet dahinter politisches Kalkül: Magnentius hat einerseits den Vorwurf des Herrschermordes abwehren wollen, andererseits wollte er sich moralisch über seinen Vorgänger stellen und als besserer Kaiser darstehen. Zudem zeigte sich durch Constans' Verhalten dessen eigene Unfähigkeit, den status quo wiederherzustellen, was ihn als Kaiser endgültig disqualifizierte und Magnentius' Position zugleich stärkte. Der spätere Mord an Constans war dadurch schließlich doch zu rechtfertigen (dazu: Drinkwater, John F.: The Revolt and Ethnic Origin of the Usurper Magnentius (350–353), and the Rebellion of Vetranio (350), in: Chiron 30 (2000), München, S. 131-159).