Die Sammlung Dr. Carl Friedrich Zschucke - Münzen der antiken Welt mit Schwerpunkt auf den Münzen des Gallischen Sonderreiches und der Münzstätte Trier
Los 9075

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| Schätzpreis | 300 € |
| Zuschlag |
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AR-Dodekadrachme, nach 480 v. Chr.; 24,12 g.
Mann r. führt Ochsenbiga//Viergeteiltes Incusum.
AMNG 13; SNG ANS 977; Svoronos 3 und Taf. I, 8 (stempelgleich); Tzamalis D 11/R 11, Nr. 13 (dies Exemplar). Von großer Seltenheit. Halbiert, Prüfkerbe, sehr schönExemplar der Auktion Lanz 121, München 2004, Nr. 170.
Durch andere Stücke dieses Typus' wird ersichtlich, dass die männliche Figur auf dem Avers einen Gegenstand in der Hand hält, der in der Forschung teils als Caduceus bestimmt wird. Damit wäre die Person als Hermes zu identifizieren und die Szene mit dem Mythos des Diebstahls der Rinder des Apollon in Verbindung zu setzen. Abweichend wurde sie als Ares gedeutet, der auf Münzen der ersten Emission der Derrones zu sehen ist. In jüngerer Zeit wendet Alexandros Tzamalis gegen diese Deutungen ein, dass das Objekt fehlinterpretiert wurde und es sich eigentlich um eine gefaltete Peitsche handeln würde. Die Ochsen könnten stattdessen auf Stärke und Fruchtbarkeit hinweisen und die Szene als Teil eines dionysischen Rituals zu verstehen sein. Dazu: Tzamalis, A. R., Les ethné de la région "Thraco-Macédonienne". Etude d’Histoire et de Numismatique (fin du VIe–Ve siècle), 2012, bes. S. 474-476.