Die Sammlung Dr. Carl Friedrich Zschucke - Münzen der antiken Welt mit Schwerpunkt auf den Münzen des Gallischen Sonderreiches und der Münzstätte Trier
Los 9122

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AR-Stater, 430/410 v. Chr.; 11,69 g.
Geflügelte Iris mit Kerykeion und Kranz im Knielauf l., zurückblickend//In Incusum: Baityl zwischen zwei Weintrauben.
Historia Numorum Online 927 (temporary number); Konuk 97. Von stark verbrauchten Stempeln, sehr schönDas Wort Baityl leitet sich vom Aramäischen „beth el“ ab und meint „Haus des Gottes“. In der Antike wurden zahlreiche Steine verehrt, denen der Vorstellung nach, die Essenz einer Gottheit innewohnte und ihre Präsenz unter den Menschen veranschaulichten. Berühmte Beispiele sind der apollinische Omphalos in Delphi oder der schwarze Stein des Elagabal aus Emesa. Während Baityle in der römischen Provinzialprägung häufiger vorkommen, sind sie auf früheren Münzen wesentlich seltener. Sie erschienen allerdings nahezu zeitgleich auf Prägungen von Kaunos und Mallos. Bei Grabungen in Kaunos wurde tatsächlich ein über 3,5 Meter hoher Stein gefunden, der möglicherweise dem der Münzen entspricht. Zahlreiche Baityle waren Meteoriten und galten als von den Göttern gesandt. Analog dazu vermittelte auch die auf dem Avers dargestellte Iris als Botin zwischen Menschen und Göttern. Konuk, K., The Early Coinage of Kaunos, in: Ashton R./Hurter, S. (Hgg.), Studies in Greek Numismatics in Memory of Martin Jessop Price, 1998, S. 197-223.