Die Sammlung Dr. Carl Friedrich Zschucke - Münzen der antiken Welt mit Schwerpunkt auf den Münzen des Gallischen Sonderreiches und der Münzstätte Trier
Los 9532

Bieten
| Schätzpreis | 100 € |
| Zuschlag |
Dieses Los steht nicht mehr zum Verkauf.
Æ-Follis, 307/308, Treveri, 13. Emission, 1. Offizin; 5,55 g. Drapierte Büste r. mit Schleier und Lorbeerkranz//Altar, flankiert von zwei Adlern. RIC 789. Dunkle Patina, kl. Auflagen und Schrötlingsriß, min. Prägeschwächen am Rand, fast vorzüglich
Erworben 1993.
Datierung und Emissionszuweisung nach Schulten.
Der ranghöchste Augustus während der zweiten Tetrarchie, Constantius Chlorus, verstarb am 25. Juli 306 während seines Britannienfeldzugs an den Folgen einer Erkrankung. Die MEMORIA FELIX-Prägungen markieren den Übergang von der Konsekration zum Gedenken an den verstorbenen Herrscher unter seinem Sohn Constantin I. Der Adler als Symbol der Vergöttlichung wird vom Altar als Zeichen des Gedenkkultes abgelöst. Auf dem Avers verweisen sowohl die Legende DIVO CONSTANTIO PIO als auch das verhüllte Haupt des Verstorbenen auf den Status der Divinisierung. Constantius I. wurde wahrscheinlich im Jahr 307 in seinem Mausoleum in Trier beigesetzt und stellte für Constantin I. einen wichtigen Anknüpfungspunkt für seine Legitimation als neuer Machthaber entgegen dem tetrarchischen System dar. Dazu: Knickrehm, W., Memoria felix: zu den Memorialfeiern für Divus Constantius Pius im Jahre 307 n. Chr. und seinem in Trier vermuteten Grabmal, Trierer Petermännchen 20/21, 2006/2007, S. 105-144; Schwinden, L., Vor 1700 Jahren – Konstantins Erhebung zum Kaiser und die Vergöttlichung seines Vaters Constantius, Funde und Ausgrabungen im Bezirk Trier: Aus der Arbeit des Rheinischen Landesmuseums Trier 25, 1993, S. 63-77.