Auktion 428 - Teil 1 (Lose 1001 - 1306)
Beendet

Münzen und Medaillen aus Mittelalter und Neuzeit, u.a. Spezialsammlung Malta

Deutsche Münzen ab 1871

EUROPÄISCHE MÜNZEN UND MEDAILLEN ITALIEN

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Schätzpreis 4.000 €
Zuschlag 6.500 €

Dieses Los steht nicht mehr zum Verkauf.

KIRCHENSTAAT/VATIKAN Innocenz XI., 1676-1689.

Silbermedaille o. J. (um 1685), unsigniert, von Giovanni Battista Guglielmada, auf das Geschick und die Scharfsinnigkeit des Kardinals Decio Azzolini. Brustbild des Kardinals r. in geistlichem Ornat und mit Kalotte//Adler fliegt zur Sonne empor. 61,57 mm; 84,14 g. Bildt Tf. XX, 82, 80; Hildebrand - (vgl. I, S. 320, 122 Rückseite). RR Vorzüglich

Kardinal Decio Azzolini war wohl der engste Vertraute der Königin Christina in Rom. Vermutlich bestand sogar eine Liebesbeziehung zwischen dem ungleichen Paar, weshalb sich der Kardinal mehrfach vor dem Papst verantworten mußte. Die schwedische Königin Christina lehnte ansonsten jede Ehe, feste Bindung und Abhängigkeit von einem Mann ab. Es gibt sogar die Theorie, daß Christina bisexuell oder lesbisch war, dokumentiert ist jedenfalls die Zuneigung zu ihrer Hofdame Ebba Sparre (1626-1662). Die außerordentlich gebildete und interessierte Königin unterhielt jedenfalls ein intensives intellektuelles Verhältnis zu Kardinal Azzolini, der im Vatikan wegen seines Geschickes und messerscharfen Auffassungsgabe "l'aquila" (= "der Adler") genannt wurde.

Die Rückseitenumschrift auf dieser Medaille lautet: EXPERTVS FIDELEM (= "Seine Treue ist bewiesen").