Münzen und Medaillen aus Mittelalter und Neuzeit, u.a. Spezialsammlung Malta
Deutsche Münzen ab 1871
Los 1098

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| Schätzpreis | 4.000 € |
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Silbermedaille o. J. (um 1685), unsigniert, von Giovanni Battista Guglielmada, auf das Geschick und die Scharfsinnigkeit des Kardinals Decio Azzolini. Brustbild des Kardinals r. in geistlichem Ornat und mit Kalotte//Adler fliegt zur Sonne empor. 61,57 mm; 84,14 g. Bildt Tf. XX, 82, 80; Hildebrand - (vgl. I, S. 320, 122 Rückseite). RR Vorzüglich
Kardinal Decio Azzolini war wohl der engste Vertraute der Königin Christina in Rom. Vermutlich bestand sogar eine Liebesbeziehung zwischen dem ungleichen Paar, weshalb sich der Kardinal mehrfach vor dem Papst verantworten mußte. Die schwedische Königin Christina lehnte ansonsten jede Ehe, feste Bindung und Abhängigkeit von einem Mann ab. Es gibt sogar die Theorie, daß Christina bisexuell oder lesbisch war, dokumentiert ist jedenfalls die Zuneigung zu ihrer Hofdame Ebba Sparre (1626-1662). Die außerordentlich gebildete und interessierte Königin unterhielt jedenfalls ein intensives intellektuelles Verhältnis zu Kardinal Azzolini, der im Vatikan wegen seines Geschickes und messerscharfen Auffassungsgabe "l'aquila" (= "der Adler") genannt wurde.
Die Rückseitenumschrift auf dieser Medaille lautet: EXPERTVS FIDELEM (= "Seine Treue ist bewiesen").