Münzen und Medaillen von Salzburg - Die Sammlung Gerhard Lambert
Los 4980

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| Schätzpreis | 500 € |
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Dukat 1543. Zeitgenössischer Beischlag. 3,44 g. Vierfeldiges Wappen, oben Jahreszahl//St. Rudbertus steht v. v., unten Stiftswappen. Probszt -; Zöttl 3638 (dieses Exemplar). GOLD. Von allergrößter Seltenheit, vermutlich Unikum. Durchgehender Schrötlingsriß, sehr schön
Exemplar der Auktion Frühwald 137, Salzburg 2020, Nr. 967.
Unter dem Begriff „Beischlag“ versteht man die Nachahmung einer beliebten und weit verbreiteten Münze durch einen anderen Münzherrn. Diese Praxis war eng mit den politischen Gegebenheiten der damaligen Zeit verknüpft. So wurden Münzprägungsrechte auch an Besitzer kleinerer Reichslehen vergeben, die versuchten, ihr Münzregal so effektiv wie möglich zu nutzen. Bald zeigte sich jedoch, dass die Ausgabe eigener, minderwertiger Münzen wenig profitabel war. Zudem verbot der Umlauf in benachbarten, größeren Staaten solche Münzen. Aus diesem Grund suchte man nach einer gewinnbringenderen Möglichkeit, das Münzregal auszunutzen: die Nachahmung von Großmünzen anderer Länder.
Ein wichtiger Faktor für den Erfolg dieser Beischläge war der weit verbreitete Analphabetismus der Bevölkerung, wodurch die Menschen weniger in der Lage waren, feine Unterschiede in der Gestaltung von Münzen zu erkennen. Die Imitation konzentrierte sich auf Münzen aus Staaten, deren Münztypen bereits seit längerem etabliert und daher allgemein bekannt waren. Diese Münzen zeichneten sich durch volles Gewicht und gute Feinheit aus, was für die Beischläge ebenfalls als Vorbild diente. Ein weiteres häufig imitiertes Vorbild waren Salzburger Münzen, die aufgrund ihres guten Rufs und ihrer Qualität ebenfalls nachgeahmt wurden.
In der Regel wurden bei der Nachahmung kleine Änderungen im Wappen, der Umschrift oder den Markierungen vorgenommen. Dadurch entstanden oft schwer entschlüsselbare Variationen der ursprünglichen Legenden. Diese Modifikationen sollten vermutlich verhindern, dass die Beischläge als Fälschungen enttarnt wurden – auch wenn es sich in Wahrheit um bewusste Verschlechterungen der Münzqualität handelte.
Zu jener Zeit galt die Fälschung oder Verfälschung von Münzen als schweres Verbrechen und wurde als Vertrauensbruch eingestuft. Die Strafen dafür reichten von Todesstrafe bis hin zur Beschlagnahmung des Vermögens. Sobald ein Beischlag als Fälschung erkannt wurde, wurde er aus dem Umlauf genommen. Die genaue Zuordnung der Beischläge zu bestimmten Münzherren oder Prägeorten ist oft schwierig und unklar, zumal die Münzherren oftmals spezielle Fälscherbanden einsetzten, die von einer Münzstätte zur anderen zogen. Daher ist der Stilvergleich als wichtiges Identifikationskriterium in vielen Fällen nicht aussagekräftig. Es wird vermutet, dass die Mehrheit der Beischläge von Salzburger Münzen in Oberitalien hergestellt wurde. Einige wenige Exemplare lassen sich jedoch auch dem Norden Deutschlands sowie dem Balkan zuordnen.
Siehe hierzu auch Helmut Zöttl - Salzburg, Münzen und Medaillen 1500-1800, Band 2, Auflage 2009, S. 1170 ff.