Auktion 425 - Teil 4 (Los 2005 - 2300)
Beendet

Goldprägungen aus Mittelalter und Neuzeit, u.a. aus der Familiensammlung Mohr

Silberprägungen, u.a. Glanzpunkte der Medaillenkunst

Deutsche Münzen ab 1871

DEUTSCHE MÜNZEN UND MEDAILLEN JEVER

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Schätzpreis 3.500 €
Zuschlag 3.400 €

Dieses Los steht nicht mehr zum Verkauf.

HERRSCHAFT Maria, 1536-1575.

Taler o. J., Jever. Danielstaler. 28,32 g. Dav. 9338; Lehmann 4 A/a; Merzdorf 35. Feine Patina, sehr schön +

Die Rückseitendarstellung des vorliegenden Stückes ist dem apokryphen Buch vom Bel zu Babel entnommen. Der Prophet Daniel hatte sich geweigert, den Gott Israels zu verleugnen und den Götzen Bel anzubeten. Er wurde dafür auf Drängen der Priester in die Löwengrube geworfen. Sein Gott aber, dem er treu geblieben war, schützte ihn und bannte die Löwen, damit sie ihn nicht angreifen konnten. Damit er nicht verhungerte, ließ ihm der Herr durch einen Engel den Propheten Habakuk mit einer Schüssel voll Speise zuführen. Diese Szene bezieht sich wahrscheinlich auf die bedrängte Lage der jeverschen Fräulein im Jahre 1531, als Maria und ihre Schwester in ihrer Burg von Feinden belagert wurden, die ihnen ihr Erbe entreißen wollten (so, wie Daniel von den Löwen umlagert wurde, die nach seinem Leben trachteten). Erst durch die Hilfe von Junker Boyng, der zunächst einen Schutzbrief für sechs Jahre und dann den Lehnsvertrag mit dem Kaiser für sie vermittelte (vergleichbar mit dem durch göttliche Einwirkung herbeigeführten Propheten Habakuk mit den beiden Gefäßen, die den Schutzbrief und den Lehnsvertrag versinnbildlichen), blieben Fräulein Maria und ihrer Schwester Burg und Land erhalten. Die frommgläubige Maria sah in dem Verlauf der damaligen Ereignisse ein göttliches Walten, wie auch der Wahlspruch der Rückseite dieses Talers aussagt: "Durch Gott hab' ich's erhalten".