Auktion 425 - Teil 4 (Los 2005 - 2300)
Goldprägungen aus Mittelalter und Neuzeit, u.a. aus der Familiensammlung Mohr
Silberprägungen, u.a. Glanzpunkte der Medaillenkunst
Deutsche Münzen ab 1871
DEUTSCHE MÜNZEN UND MEDAILLEN BRAUNSCHWEIG UND LÜNEBURG
Los 2122

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| Schätzpreis | 10.000 € |
| Zuschlag |
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BRAUNSCHWEIG-WOLFENBÜTTEL, FÜRSTENTUM Anton Ulrich, 1704-1714.
Doppelter Reichstaler o. J. (1710), Braunschweig. 58,16 g. ANTONIUS ULRICUS Ü D Ù G Ù DUX BR Ù ET LUNEBURG Ü Geharnischtes Brustbild r. mit umgelegtem Mantel und langer Perücke//ALIORUM Ü ABSUMOR Ü IN Ü USUS Ü Ross springt l. in Rennbahn. Brockmann -, vgl. 253-254; Dav. -; Welter 2298 A. Von großer Seltenheit. Hübsche Patina, üblicher kl. Stempelfehler im Feld der Rückseite, sehr schön-vorzüglich
Exemplar der Auktion Fritz Rudolf Künker 361, Osnabrück 2022, Nr. 185. Anton Ulrich war nach dem Tod seines Bruders Rudolf August 1704 Alleinherrscher. Seinem Kanzler Philipp Ludwig Propst von Wendhausen gelang es 1706, eine Aussöhnung zwischen den beiden Herrschaftslinien Braunschweigs herbeizuführen. Seine Enkelin Elisabeth Christine verheiratete er 1708 mit Erzherzog Karl von Österreich, dem jüngeren Bruder Kaiser Josephs I. und späteren Kaiser Karl VI. Seine zweite Enkelin, Charlotte Christine, wurde 1711 mit dem Sohn Peters I., dem Zarewitsch Alexei von Russland vermählt. So bot er beiden Enkelinnen die Möglichkeit, Kaiserin zu werden. 1709 konvertierte Anton Ulrich zunächst heimlich zum katholischen Glauben, erst im Folgejahr legte er ein öffentliches Bekenntnis ab, forderte aber von seinen Untertanen keinen Konfessionswechsel. Im Jahr 1714 starb er mit 80 Jahren. Das Motto seiner Alleinregierung lautete „CONSTANTER“ – beständig. Dieser Doppeltaler zeigt auf der Rückseite das Welfenross in einer Rennbahn sowie die Devise ALIORUM ABSUMOR IN USUS (ich opfere mich auf zum Nutzen anderer). Diese Darstellung findet sich auch auf zwei Medaillen mit den Porträts von Rudolf August bzw. von Anton Ulrich (Brockmann 189 und 252), zu denen Heinrich Peter Großkurt die Stempel schnitt. Vermutlich hat derselbe Künstler auch die Stempel der vorliegenden, extrem seltenen Prägung geschaffen, die - schon wegen des Fehlens einer Stempelschneidersignatur - eindeutig als Doppeltaler anzusehen ist.