Katalog 333 - Teil 1
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Kleinasien, Zypern - Die Sammlung Dr. W. R., Teil 4 | Münzen der antiken Welt u. a. aus der Sammlung Phoibos und den Sammlungen eines norddeutschen Antikenfreundes und eines hanseatischen Römerfreundes

GRIECHISCHE MÜNZEN CILICIA

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TARSOS. Mazaios, 361-334 v. Chr., Satrap. AR-Stater; 10,79 g.

Baaltars sitzt l. mit Adler, Ähre, Weintraube und Zepter, unter dem Thron Mem, l. Aleph und Gimel//Löwe l. schlägt Stier l.

BMC -; SNG France 2, -; SNG Levante -. Herrliche Patina, Revers min. dezentriert, sonst vorzüglich

Exemplar der Auktion Lanz 38, München 1986, Nr. 374.

Das Bild des Kampfes zwischen Löwe und Stier war im alten Orient sehr verbreitet und symbolisierte ursprünglich den heliaklischen Untergang des Sternbilds Taurus, der zunächst mit dem Termin der Frühlingsaussaat, aufgrund der Präzession zur Zeit der Assyrer und der frühen Achämeniden jedoch etwa mit dem Frühlingspunkt zusammenfiel. David Ulansey läßt die Frage offen, ob das Symbol des Löwe-Stier-Kampfes auf den tarsischen Münzen in diesem Sinne eine astronomische Bedeutung hatte oder zu einem heraldischen Emblem ohne besonderen Bezug geworden war, geht jedoch davon aus, daß dieses Stiertötungsbild ein Element in dem Prozeß gewesen ist, in dessen Verlauf die Mithrasverehrer die Tauroktonieszene als Symbol für die Präzession auswählten (siehe hierzu und zur umstrittenen Deutung des Mithraskultbildes als Symbol der von Hipparch entdeckten Präzession der Äquinoktien: Ulansey, Die Ursprünge des Mithraskultes. Kosmologie und Erlösung in der Antike, Stuttgart 1998).