eLive Auction Literatur 2025 - Tag 3 (Lose 7408 - 8107)
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NUMISMATISCHE LITERATUR AUKTIONSKATALOGE UND LAGERLISTEN

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C.G. THIEME, Auktion vom 18.10.1880 u.f.T., Leipzig.

Katalog der Sammlung antiker, mittelalterlicher und moderner Münzen und Medaillen des seligen Herrn Pastor J. Leitzmann (* 24.09.1798, † 23.10.1877) zu Tunzenhausen bei Sömmerda (des Herausgebers der Weissensee'er 'Numismatischen Zeitung' während ihres vierzigjährigen Erscheinens von 1834-74). 2 unpaginierte, 190 S. 5200 Nrn. Beigebunden: ADOLPH HESS, Auktion [7] vom 27.9.1880 u.f.T., Frankfurt/Main. Catalog [7] einer Münz-Sammlung enthaltend antike griechische und römische Münzen sowie Münzen des Mittelalters und der neueren Zeit. 2 unpaginierte, 44 S. 1224 Nrn. Halbleineneinband, wohl um 1900, mit Eckbezügen und handbeschriebenem Rückenetikett. Die Deckel außen mit Gustavmarmorpapier bezogen. Verso auf dem vorderen fliegenden Vorsatzblatt ein handgeschriebenes Inhaltsverzeichnis, das Titelblatt des Katalogs Thieme fehlt, auf dessen Blatt mit dem Inhaltsverzeichnis, jedoch handschriftlich die Daten der Auktion. Beigefügt: C. G. THIEME, Auktion vom 26.-27.1.1933, Dresden. Auktions-Katalog. Sammlung Sächsischer Münzen und Medaillen (Ernestinische und Albertinische Linie). 4 unpaginierte, 31 S., 5 Tfn. 1111 Nrn. Orig.-Broschur. Sämtlichen Positionen sind ihre Zuschlagpreise von alter Hand beigeschrieben worden. C. G. THIEME. Festpreiskatalog o. J. (1936). Katalog 210. Münzen und Medaillen aller Arten, Zeiten und Länder. Gold - Silber - Kupfer, besonders Sachsen - Ernestinische und Albertinische Linie. Brakteatenfund von Etzoldshain. Sammlung des verstorbenen Herrn E. A. Rudolph, Promnitz. 2 unpaginierte, 73 S., 4 Tfn. 3043 Nrn. Orig.-Broschur. 514 Gramm. (4)

[Anmerkung zum Katalog der Auktion vom Oktober 1880:] Johann Jakob Leitzmann (* 1798 in Erfurt, † 1877 in Tunzenhausen bei Sömmerda [heute darin eingemeindet]) absolvierte an der Universität Halle an der Saale ein Studium der evangelischen Theologie und wurde 1825 ordiniert. Schon damals dürfte er Münzen gesammelt und über ein fundiertes numismatisches Wissen verfügt haben, da er den Auftrag zur Erstellung des Katalogs der Sammlung von Gottfried Christoph Beireis erhalten und diese Arbeit 1927 fertig gestellt hat (Verzeichniss einer ansehnlichen Sammlung goldener, silberner, kupferner und anderer Münzen alter, mittlerer und neuerer Zeit, aus dem Nachlasse des verstorbenen G. Ch. Beireis, diese Sammlung soll an den Meistbietenden verkauft, und am 2. April 1828 der Zuschlag ertheilt werden. Erfurt 1827). Ab 1831 wirkte er als Pfarrer in Tunzenhausen. In seinen freien Stunden erwarb er sich durch seine numismatische Herausgeber- und Autorentätigkeit zahlreiche Verdienste. 1841 veröffentlichte er gleich mehrere Werke und begann mit der Herausgabe einer Zeitschrift. In diesem Jahr erschien als Ergänzungsband zu der von Johann Gottfried Lipsius 1801 publizierten numismatischen Bibliographie Leitzmanns 'Verzeichniß sämmtlicher seit 1800 bis jetzo erschienenen numismatischen Werke als Fortsetzung der Bibliotheca numaria von J. G. Lipsius', das er in überarbeiter Form abermals 1866 unter dem Titel 'Bibliotheca numaria. Verzeichniss sämmtlicher in dem Zeitraume 1800 bis 1866' als zweite, stark vermehrte Auflage verausgabte. 1841 gründete er auch die Numismatische Zeitschrift Weißensee, die er Zeit ihres Bestandes herausgab, redigerte und auch mit Inhalten versah, bis er sie 1874 aus Altersgründen einstellte. Ab 1862 stand der Leserschaft seine Monographie zum Münzwesen und den Münzen Erfurts zur Verfügung, von 1865 bis 1869 publizierte er in 4 Lieferungen seinen 'Wegweiser auf dem Gebiet der deutschen Münzkunde (incl. Oesterreich, Schweiz, Luxemburg und Elsass) oder geschichtliche Nachrichten über das Münzwesen Deutschlands'.
Die Besitzerstempelungen FRANZ APELL / ERFURT und F. Apell sowohl recto auf dem Blatt mit dem Inhaltsverzeichnis des Thieme'schen Katalogs (1880) als auch recto auf dem Titelblatt des Katalogs von Adolph Hess. Franz [Bernhard Anton] Apell (* 1850, † 1937) arbeitete als Gold- und Silberschmied, Juwelier in Erfurt, wurde Hofjuwelier Kaiser Friedrichs III. und zählte zu den vermögendsten Bürgern dieser thüringischen Stadt. Später siedelte er in die Schweiz über. Er besaß seinerzeit die größte Erfurtensien-Sammlung zum Themengebiet Münzen, Medaillen, Marken und Zeichen. 1906 kaufte das Städtische Museum Erfurt die 3.803 Stücke umfassende Kollektion. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie in das nahe gelegene Schloss Molsdorf ausgelagert und ging infolge Plünderung durch amerikanische Soldaten größtenteils verloren.

[Anmerkung zum Festpreiskatalog aus dem Jahre 1936:] Ernst Anton Rudolph (* 1862 in Dresden, † 1935 auf Schloss Promnitz), ein Sohn des Kaufmanns und Mitbegründer des Bankhauses Günther und Rudolph in Dresden, Friedrich Anton Rudolph (* 1826 in Annaberg, † 1887 in Dresden) erfuhr er eine Berufsausbildung in der väterlichen Bank, studierte einige Semester an den Universitäten zu Genf und Leipzig, um 1887 das von seinem Vater ererbte Rittergut Promnitz zu bewirtschaften, das dieser dreißig Jahre zuvor käuflich erworben hatte (Marianne von Wolffersdorf, Schloss Promnitz. Die Geschichte von Schloss Promnitz und seiner Geschlechter bis 1945, Käbschütztal/Niederjahna 2021, S. 72ff). Als Herr über 137 Hektar Ackerland, 17 Hektar Wiesen und 3 Hektar Wald beaufsichtigte er die Nutzung dieses land- und viehwirtschaftlichen Betriebs. Zudem hatte er bis zu seinem Lebensende den Vorsitz des Erbländischen Ritterschaftlichen Kreditvereins zu Leipzig inne. Sein frühes numismatisches Interesse in jungen Jahren spiegelt sich in seiner Teilnahme an der 1883 in Wien veranstalteten ersten deutschen Münzforschertagung wieder. Als Sammler widmete er sich insbesondere den sächsischen Münzen und Medaillen, vor allem auf jene der Albertinischen Linie. Mehrfach überließ er dem Staatlichen Münzkabinett in Dresden per Verkauf bedeutende Einzelstücke. Weitere Museen, so das Kunstgewerbemuseum, das Völkerkundemuseum und das Stadtgeschichtliche Museum in Dresden sowie weitere öffentliche Sammlungen in Leipzig, Berlin und Braunschweig bedachte er mit Schenkungen nichtnumismatischer Objekte. 1933 konnte er den für die Münz- und Währungsgeschichte der vormaligen Wettiner Lande wichtigen, um 1230 verborgenen Brakteatenschatz von Etzoldshain erwerben, woraus er 1933 dem Dresdner Kabinett 76 dort fehlende Brakteaten geschenkhalber übertrug (Nachruf, in: Deutsche Münzblätter 56. Jahrgang, 1936, S. 75).